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Platzhalter-Ehefrau weg Der Milliardär verzweifelt
Platzhalter-Ehefrau weg Der Milliardär verzweifelt

Platzhalter-Ehefrau weg Der Milliardär verzweifelt

42 Kapitel
Abgeschlossen
In 'Platzhalter-Ehefrau weg Der Milliardär verzweifelt' legt eine Ärztin ihre Maske als fügsame Frau ab, als ihr Mann sie für seine Jugendliebe demütigt. Sie reicht die Scheidung ein. Diese Web Novel ist eine packende modern novel für Leser von billionaire romance novels.
Kapitel 1 von Platzhalter-Ehefrau weg Der Milliardär verzweifelt

Der Regen in Manhattan wusch nichts rein. Er machte den Schmutz auf den Straßen nur glitschiger, der die Neonlichter der Stadt in verzerrten, zerbrochenen Pfützen widerspiegelte. Vom fünfundvierzigsten Stock des Vance Penthouses aus war der Sturm nur ein Stummfilm, der sich an den bodentiefen Fenstern abspielte.

Evelyn Sharp stand mit der Stirn an die kalte Scheibe gelehnt. Das Kondenswasser sammelte sich unter ihrem Atem, ein kleiner Nebel, der im Rhythmus ihrer Lungen erschien und wieder verschwand. Sie beobachtete, wie ein einzelner Tropfen eine Spur die Scheibe hinablief, sich mit anderen vereinigte, schwerer wurde, bis er in den Abgrund der Stadt unter ihr fiel.

Sie fühlte sich wie dieser Tropfen. Schwer. Verschmolzen mit einem Leben, das nicht ihres war, bis sie fiel und auf den Aufprall wartete.

Sie warf einen Blick auf die Cartier-Uhr an ihrem linken Handgelenk. Das Lederarmband war etwas zu locker, ein Geschenk von Alexander, bei dem er sich nie die Mühe gemacht hatte, es anpassen zu lassen. Es war 23:03 Uhr.

Das Abendessen auf dem Marmortisch hinter ihr war schon vor Stunden kalt geworden. Der Lammbraten, zubereitet mit der exakten Kräutermischung, die Alexander bevorzugte, war jetzt nur noch ein erstarrtes Herzstück vergeblicher Mühe. Die Kerzen waren zu Stummeln heruntergebrannt, ihre Dochte ertranken in Seen aus gehärtetem Wachs.

Es war ihr dritter Hochzeitstag.

Evelyn wandte sich vom Fenster ab. Ihre Bewegung war langsam, bedächtig, als würde sie sich durch Wasser bewegen. Die Stille im Penthouse war erdrückend. Es war ein Museum des minimalistischen Luxus – weißes Leder, Chromakzente, schwarzer Marmor. Es gab keine Fotos von ihnen. Kein Durcheinander. Keine Lebenszeichen.

Ihr Handy summte auf der Kücheninsel. Das Geräusch war schrill und vibrierte wie eine Warnung gegen den Stein.

Evelyn ging hinüber. Sie wollte nicht hinsehen. Ihr Magen machte diesen vertrauten, übelkeiterregenden Überschlag, den er immer machte, wenn Alexander zu spät kam. Es war nicht mehr die Sorge um seine Sicherheit. Es war die Furcht vor der Ausrede.

Sie tippte auf den Bildschirm. Eine Benachrichtigung von einer lokalen Klatschkolumne, The City Eye, erschien.

*Alexander Vance beim Verlassen des Lenox Hill Hospital mit Jugendliebe Scarlett Sharp gesichtet. Quellen zufolge erlitt die Ballerina einen Herzanfall.*

Evelyn wischte, um das Foto zu öffnen. Das Bild war körnig, aus der Ferne aufgenommen, aber die Gestalten waren unverkennbar. Alexander war groß, seine breiten Schultern in einer Haltung äußerster Fürsorge nach vorne gebeugt. Er hielt die Hand einer Frau. Scarlett sah zerbrechlich aus, ihr Kopf ruhte auf seiner Schulter, ihr blondes Haar ein starker Kontrast zu seinem dunklen Wollmantel.

Er sah besorgt aus. Er sah präsent aus. Er sah aus wie ein Ehemann.

Nur nicht wie ihrer.

Evelyn spürte einen dumpfen Schmerz in der Mitte ihrer Brust, direkt hinter ihrem Brustbein. Es war kein stechender Schmerz mehr. Es war ein alter blauer Fleck, auf den jemand immer wieder drückte. Sie starrte auf das Foto und zerlegte es. Er hielt Scarletts Hand mit beiden Händen. Die Intimität der Geste schnürte Evelyn die Kehle zu.

Das Schloss der Eingangstür piepte. Das elektronische Zirpen hallte durch die stille Wohnung.

Evelyn legte das Handy mit dem Display nach unten ab. Sie strich die Vorderseite ihrer übergroßen beigen Strickjacke glatt. Sie schob ihre Brille auf dem Nasenrücken nach oben. Das war die Rüstung, die sie für ihn trug: die langweilige, unauffällige Ehefrau. Die Frau, die mit den beigen Wänden verschmolz.

Alexander kam herein. Er brachte den Geruch des Sturms mit sich – feuchte Wolle, Ozon und darunter der scharfe, chemische Geruch von Krankenhausdesinfektionsmittel.

Er sah erschöpft aus. Seine Krawatte war gelockert, der oberste Knopf seines Hemdes offen. Er blickte nicht zum Esstisch. Er blickte nicht auf die erloschenen Kerzen. Er ließ seine Schlüssel mit lautem Klirren in die Schale neben der Tür fallen.

„Du hast das Abendessen verpasst“, sagte Evelyn. Ihre Stimme war sanft, kaum ein Flüstern in dem großen Raum.

Alexander hielt inne, eine Hand am Knoten seiner Krawatte. Er drehte den Kopf leicht und nahm zum ersten Mal ihre Anwesenheit zur Kenntnis. Seine Augen hatten die Farbe von Stahl und waren in diesem Moment genauso kalt.

„Scarlett hatte einen Anfall“, sagte er. Seine Stimme war rau, abgehackt. „Es war ein Notfall.“

Evelyn umklammerte den Saum ihres Rocks fester. Ihre Fingerknöchel wurden weiß. „Bei ihr ist es immer ein Notfall, Alex. Letzte Woche war es eine Migräne. Die Woche davor eine Panikattacke. Heute Abend, an unserem Hochzeitstag, ist es ihr Herz.“

Alexanders Augen verengten sich. Er ging weiter in den Raum und umging sie, als wäre sie ein Möbelstück, um das er herum navigieren musste.

„Fang nicht an, Evelyn“, warnte er. Er klang gelangweilt. „Du kennst die Abmachung. Sie ist krank. Ich bin der Einzige, der sie beruhigen kann.“

Er ging am Esstisch vorbei, ohne einen Blick darauf zu werfen. Er sah das Essen nicht. Er sah den Wein nicht, der drei Stunden lang geatmet hatte, bis er zu Essig wurde.

Evelyn drehte sich um und blickte auf seinen Rücken. „Bin ich das? Die Abmachung?“

Alexander blieb an der Tür zu seinem Arbeitszimmer stehen. Er drehte sich nicht um. „Du bist Mrs. Vance. Du hast den Namen, das Haus, die Kreditkarten. Spiel nicht das Opfer. Das steht dir nicht.“

Er öffnete die Tür, trat ein und schloss sie mit einem endgültigen Klicken.

Evelyn stand allein im Flur. Die Stille strömte zurück, lauter als zuvor.

Ihr Handy summte erneut. Eine weitere Nachricht. Diesmal von ihrer Mutter, Eleanor Sharp.

*Sorg dafür, dass Alex morgen den Fusionsvertrag unterschreibt. Sei nicht nutzlos. Denk daran, warum du da bist.*

Evelyn starrte auf die Worte. *Sei nicht nutzlos.*

Drei Jahre lang war sie nützlich gewesen. Sie war die stille Brücke zwischen dem scheiternden Pharmaimperium der Familie Sharp und der Vance-Konzernmaschinerie gewesen. Sie war die Platzhalterehefrau gewesen, damit Alexander seinen Vorstandsposten sichern konnte, der ein stabiles Familienbild erforderte, während er darauf wartete, dass Scarlett bereit war.

Sie hatte die Rolle der langweiligen, ungebildeten Tochter perfekt gespielt. Sie hatte ihre Abschlüsse versteckt. Sie hatte ihren Verstand versteckt. Sie hatte sich selbst versteckt.

Sie betrachtete erneut ihr Spiegelbild im dunklen Fenster. Die Brille hatte ein dickes Gestell und verbarg die Form ihrer Augen. Die Strickjacke verschluckte ihre Figur. Ihr Haar war zu einem strengen, unvorteilhaften Knoten zurückgebunden.

Wer war diese Frau?

Sie war nicht Evelyn Sharp. Sie war nicht das Mädchen, das mit sechzehn seinen Abschluss an der Harvard Medical gemacht hatte. Sie war nicht das Orakel, das seltene neurodegenerative Krankheiten nur durch den Blick auf den Gang eines Patienten diagnostizieren konnte.

Sie war ein Geist. Und sie war es leid, in ihrem eigenen Leben zu spuken.

Eine plötzliche Klarheit überkam sie. Es begann in ihren Fingerspitzen, ein kribbelndes Gefühl von Wärme, und breitete sich über ihre Arme bis zu ihrer Brust aus. Es war keine Wut. Es war etwas weitaus Gefährlicheres. Es war Gleichgültigkeit.

Die Schuld war beglichen. Die Familie Sharp hatte ihr Geld. Alexander hatte seinen CEO-Titel. Scarlett hatte Alexander.

Evelyn hatte nichts als ein kaltes Abendessen und ein Scheinleben.

Sie drehte sich um und ging zum Hauptschlafzimmer. Ihre Schritte waren auf dem weichen Teppich lautlos. Sie machte das Licht nicht an. Sie kannte den Raum auswendig.

Sie ging in den begehbaren Kleiderschrank. Vorbei an den Reihen von Designerkleidern, die Alexanders Stylistin für sie kaufte – beige, cremefarben, blassrosa. Farben, die im Hintergrund verblassten. Sie griff ganz nach hinten, hinter die Wintermäntel, und zog einen ramponierten Vintage-Lederkoffer hervor.

Er war schwer. Er roch nach altem Papier und Freiheit.

Sie öffnete ihn auf dem Bett. Sie packte nicht die Kleider ein, die im Schrank hingen. Sie packte nicht die Schuhe ein.

Sie ging zum Safe in der Wand hinter einem Gemälde. Sie gab den Code ein – ihren Geburtstag, den Alexander wahrscheinlich vergessen hatte. Die Tür schwang auf.

Sie nahm einen Reisepass heraus. Sie nahm einen dünnen, silbernen Laptop heraus, von dessen Existenz Alexander nichts wusste. Sie nahm einen kleinen Samtbeutel heraus, der einen Jadeanhänger enthielt – das Einzige, was ihr wirklich gehörte, die einzige Verbindung zu einer Nacht vor drei Jahren, die Alexander in seinem Kopf umgeschrieben hatte, um Scarlett darin vorkommen zu lassen.

Sie legte diese Gegenstände in den Koffer.

Auf der Kommode stand eine Schmuckschatulle. Darin befanden sich eine Diamantkette, ein Paar Saphir-Ohrringe und ein Tennisarmband. Jahrestagsgeschenke aus den Vorjahren. Kalte Steine, überreicht von einem Assistenten.

Sie ließ sie dort liegen.

Sie setzte sich an den Schminktisch. Sie zog ein Tablet aus ihrer Tasche. Ihre Finger flogen über den Bildschirm. Sie schrieb keinen Brief. Sie entwarf ein juristisches Dokument.

*Scheidungsfolgenvereinbarung.*

*Antragstellerin: Evelyn Sharp.*

*Antragsgegner: Alexander Vance.*

Sie tippte mit der Präzision einer Chirurgin. Sie verzichtete auf ihr Recht auf Unterhalt. Sie verzichtete auf ihren Anspruch auf das Penthouse. Sie verzichtete auf ihren Anspruch auf seine Aktien. Sie wollte nichts.

Sie hörte Alexanders Stimme aus dem Arbeitszimmer am Ende des Flurs. Die Wände waren dick, aber der Lüftungsschacht trug den Schall.

„Ja, Scarlett“, sagte er. Seine Stimme war leise, sanft – ein Tonfall, den Evelyn noch nie an sich gerichtet gehört hatte. „Ich bin morgen früh da. Weine nicht. Ich verspreche es.“

Evelyns Finger hielten nicht inne. Sie drückte auf „Drucken“.

Der kabellose Drucker im Flur erwachte summend zum Leben. Das Geräusch war mechanisch, rhythmisch.

Evelyn stand auf. Sie ging zum Flur, nahm das einzelne Blatt warmes Papier und kehrte ins Schlafzimmer zurück.

Sie legte das Dokument auf Alexanders Kissen. Das weiße Papier auf der dunkelgrauen Seide sah aus wie eine Kapitulationsflagge. Oder eine Kriegserklärung.

Sie blickte auf ihre linke Hand. Der Diamantring war schwer. Es war ein wunderschöner Ring, makellos und kalt. Tausend Tage lang hatte er sich wie eine Fessel angefühlt.

Sie packte das Platinband. Sie drehte es. Es leistete einen Moment lang Widerstand, klebte an ihrer Haut, bevor es über ihren Fingerknöchel glitt.

Die Luft traf auf die Haut, wo der Ring gewesen war. Es fühlte sich kühl an. Es fühlte sich nackt an.

Sie legte den Ring auf das Papier. Er saß perfekt in der Mitte des Textes und beschwerte die Seite.

Evelyn zog den Reißverschluss des Koffers zu. Sie zog ihren Trenchcoat an. Sie blickte nicht zurück in den Raum. Sie blickte nicht auf das Bett, in dem sie so viele Nächte damit verbracht hatte, auf seinen Rücken zu starren.

Sie ging nicht zur Eingangstür. Sie wusste, dass das Spiel noch nicht vorbei war. Das Gebäude zu verlassen, würde nur eine Szene verursachen, die er zu seinem Vorteil auslegen würde.

Stattdessen ging sie den Flur hinunter, am Hauptschlafzimmer vorbei, und öffnete die Tür zur Gästesuite.

Sie trat ein. Das Zimmer war kalt, steril und roch nach unbenutzter Bettwäsche. Es war perfekt.

Sie schloss die Tür und schloss sie ab. Das Klicken des Schlosses war das lauteste Geräusch der Welt.

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