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Vom Opfer zur unantastbaren Erbin
Vom Opfer zur unantastbaren Erbin

Vom Opfer zur unantastbaren Erbin

45 Kapitel
Abgeschlossen
In Vom Opfer zur unantastbaren Erbin bricht die Protagonistin nach Verrat mit der Vergangenheit. Als Erbin des Reichert-Imperiums fordert sie Gerechtigkeit für ihren Sohn. Dieser billionaire romance Roman bietet packende action und zeigt, warum er zu den besten fiction books online zählt.
Kapitel 1 von Vom Opfer zur unantastbaren Erbin

Sieben Jahre lang habe ich für diesen Mann alles aufgegeben: meine Identität, mein Vermögen, meine Familie.

Doch alles, was von unserer Liebe blieb, war der Geruch von billigem Parfüm auf seiner Haut – der Geruch seiner Affäre.

Am Geburtstag unseres Sohnes Nik demütigte er uns vor aller Welt. Er verkündete seine Verlobung mit einer anderen und leugnete, der Vater meines Kindes zu sein.

Er sah tatenlos zu, wie ihre Familie uns angriff und beschimpfte.

In diesem Moment starb meine Liebe. Es war nicht einmal mehr Hass, nur noch eine kalte, leere Leere.

Ich verbrannte jede Erinnerung an ihn und kehrte mit meinem Sohn dorthin zurück, wo ich hingehöre. Als Erbin des Reichert-Imperiums war es an der Zeit, ihm zu zeigen, was er wirklich verloren hatte.

Kapitel 1

CARA POV:

Ich wusste, dass es vorbei war, als der Geruch von Joleens billigem Parfüm auf seiner Haut noch stärker war als sonst. Sieben Jahre hatte ich für diese Liebe alles aufgegeben. Mein Leben, meine Identität, mein Vermögen. Fünf Jahre davon hatten wir miteinander verbracht, unseren Sohn Nik zusammen großgezogen. Jetzt war nur noch dieser beißende Geruch geblieben, der mir die Kehle zuschnürte.

Ich saß auf der kleinen Veranda unseres bescheidenen Hauses, die Beine angewinkelt, und starrte in die Ferne. Das Rauschen der Nordsee, das ich so liebte, wirkte heute wie ein höhnisches Lachen. Ich hatte mich an ein einfaches Leben gewöhnt, an die Herausforderungen und die Freuden, die es mit sich brachte. Aber heute fühlte es sich an wie ein Gefängnis. Ein Gefängnis, das ich mir selbst gebaut hatte, Stein für Stein, aus Liebe zu einem Mann, der es nicht wert war.

Mein Herz war müde. Müde vom Kämpfen, müde vom Vergeben, müde vom Hoffen. Mein Blick fiel auf den kleinen, unscheinbaren Ring an meinem Finger – mein Ehering. Er war aus einfachem Silber, nicht der opulente Brillant, den ich einst von meinem Vater erhalten hatte. Ich hatte alles abgelegt, um eine "normale" Frau für Thiemo zu sein. Und er hatte meine Opferbereitschaft mit Füßen getreten.

Der Gedanke an meinen Vater, Gellert Reichert, durchzuckte mich wie ein Blitz. Er hatte mich gewarnt. Hatte meine Entscheidung nie gutgeheißen. Aber er hatte mich auch nie verstoßen, nur abgewartet. Jetzt, da mein Herz in Millionen Scherben zerbrochen war, spürte ich eine leise, fast schmerzhafte Sehnsucht nach der Stärke, die er verkörperte. Nach der eisernen Hand, die sein Imperium lenkte und die meine Welt einst geschützt hatte.

Ich schloss die Augen und atmete tief ein. Der Geruch der salzigen Luft mischte sich mit dem schwachen, aber hartnäckigen Parfümgeruch, der von Thiemo herüberwehte. Ein Entschluss festigte sich in mir. Dieser Geruch würde in meinem Leben keinen Platz mehr haben.

Als ich die Augen wieder öffnete, lag eine neue Klarheit in meinem Blick. Es war Zeit. Zeit, die Vergangenheit abzuschütteln und das, was ich aufgegeben hatte, zurückzuerobern. Für Nik. Für mich.

In diesem Moment öffnete sich die Tür hinter mir. Thiemo trat heraus, sein Hemd saß locker, seine Haare waren noch feucht vom Duschen. Er lächelte mich an, ein Lächeln, das einst mein Herz zum Schmelzen brachte, nun aber wie eine Maske wirkte.

"Cara, mein Schatz. Warte nicht auf mich. Ich dachte, du schläfst schon." Seine Stimme war weich, aber ich hörte die gespielte Besorgnis darin. Eine Besorgnis, die er bei Joleen gelernt hatte.

Ich drehte mich langsam zu ihm um, mein Blick fest auf ihn gerichtet. "Du riechst nach ihr, Thiemo", sagte ich, meine Stimme war überraschend ruhig. Es war keine Frage, sondern eine Feststellung.

Sein Lächeln erstarrte. Ein Schatten huschte über sein Gesicht, schnell ersetzt durch eine Miene der Unschuld. "Was redest du da, Cara? Ich habe gerade geduscht."

"Nicht genug", erwiderte ich kühl. "Der Geruch klebt an dir. An deiner Haut. An deinen Haaren. Sogar an deiner Lüge."

Er seufzte theatralisch und rieb sich das Gesicht. "Ach, Cara. Schon wieder diese Eifersucht. Ich hatte ein wichtiges Geschäftsessen. Du weißt doch, wie wichtig die Fusion für uns ist. Joleens Vater ist entscheidend."

"Geschäftsessen", wiederholte ich tonlos. "Geschäftsessen, das bis tief in die Nacht dauert und dich riechen lässt, als hättest du in ihrem Bett übernachtet?" Ich stand auf, meine Hände ballten sich unwillkürlich zu Fäusten.

Er trat einen Schritt näher, seine Augen voller vermeintlicher Reue. "Es tut mir leid, wenn ich dich beunruhigt habe. Ich weiß, ich sollte öfter anrufen. Ich schwöre dir, da ist nichts. Du bist die Einzige für mich, Cara. Immer gewesen." Er versuchte, meine Hand zu nehmen, aber ich zog sie weg.

Seine Worte waren wie alte, abgenutzte Münzen – ohne Wert. Ich sah ihn stumm an, während er versuchte, die Situation zu retten. Er erzählte von Plänen für ein gemeinsames Wochenende, von einem Ausflug mit Nik, von seiner „unerschütterlichen Liebe " zu mir. Ich hörte zu, aber ich hörte nicht wirklich zu. Ich sah nur den Mann vor mir, der einst mein Held gewesen war und nun eine traurige Karikatur seiner selbst war.

Seit Wochen schon hatte er sich verändert. Kleinigkeiten. Ein Lächeln, das nicht ganz echt war. Ein Blick, der meinen vermied. Die Art, wie er sein Handy versteckte. Ich hatte es ignoriert, hatte versucht, mir einzureden, dass es nur Stress war, dass unser Leben als junge Familie eben seine Tücken hatte. Aber der Geruch von Joleen war der Nagel im Sarg.

Er kam wieder auf mich zu, seine Arme öffneten sich, um mich zu umarmen. "Komm her, mein Schatz. Lass uns das vergessen. Wir sind eine Familie. Wir lieben uns doch."

Ich wich zurück, bevor er mich berühren konnte. "Geh nochmal duschen, Thiemo. Oder besser noch, nimm ein Bad. Ein langes. Bis dieser Geruch von ihr endlich weg ist." Meine Stimme klang härter, als ich beabsichtigt hatte.

Er zögerte, sein Blick verriet eine Mischung aus Überraschung und leichter Irritation. "Cara, jetzt übertreibst du. Ich bin müde."

"Ich auch", sagte ich leise. "Müde von diesem Geruch. Und von deinen Lügen."

Er schien zu verstehen, dass er heute keinen Stich landen würde. Mit einem genervten Seufzer drehte er sich um und verschwand wieder im Haus. Ich hörte das Rauschen des Duschwassers.

Ich dachte an den Tag, als wir uns das erste Mal begegneten. Ich war noch keine zwanzig, eine Abenteurerin auf der Suche nach Freiheit, weit weg von den goldenen Käfigen meines Vaters. Ich hatte mich auf einen Segeltörn eingelassen, der viel zu gefährlich wurde. Ein Sturm hatte uns überrascht, unser kleines Boot kenterte. Ich kämpfte im aufgewühlten Wasser, panisch, aber entschlossen.

Dann war er da. Thiemo Wolff. Ein strahlender Held, der mich aus den Wellen zog, seine starken Arme fest um mich geschlungen. Er war ein paar Jahre älter, voller Selbstvertrauen, mit einem Lächeln, das die Sonne neidisch machte. Er hatte mich in seine Arme gezogen, mich festgehalten, bis mein Zittern nachließ.

"Du gehörst jetzt mir", hatte er geflüstert, seine Lippen an meinem Ohr, ein Versprechen, das damals so romantisch klang. Jetzt wusste ich, es war eine Drohung. Eine Besitznahme.

Er war so anders gewesen als die Männer, die mein Vater für mich ausgesucht hatte. Keine protzigen Anzüge, keine berechnenden Blicke. Nur ein junger Mann mit großen Träumen, der sein mittelständisches Familienunternehmen aufbauen wollte. Er hatte mir eine Welt versprochen, frei von den Zwängen meines Namens, meiner Herkunft. Ein einfaches, ehrliches Leben. Und ich, die naive Erbin, hatte es geglaubt. Hatte alles für ihn aufgegeben.

Er hatte mir einen Antrag gemacht, nicht mit einem Diamanten, sondern mit einem Silberring, den er angeblich selbst geschmiedet hatte. "Für unsere reine Liebe, Cara. Ohne den Glanz, der uns trennen könnte." Ich hatte Ja gesagt, ohne zu zögern. Ich hatte in seinen Augen eine Zukunft gesehen, die ich mir immer gewünscht hatte.

Das Geräusch des Duschwassers verstummte. Er kam wieder heraus, diesmal in frischer Kleidung, sein Haar gekämmt. Er sah mich an, seine Augen suchten meine. "Besser jetzt?"

Ich nickte leicht. "Viel besser."

Er lächelte wieder, dieses falsche, aufgesetzte Lächeln. Er wollte mich wieder in seine Arme ziehen. Ich spürte, wie er die Hand hob, um meine Wange zu streicheln.

"Nein", sagte ich sanft, aber bestimmt. "Nicht heute."

Sein Blick verfinsterte sich kurz. Er zog die Hand zurück. "Cara, was ist los mit dir? Ich habe das Gefühl, du bist Lichtjahre entfernt."

"Vielleicht bin ich das", murmelte ich.

Plötzlich klingelte sein Handy, unaufhörlich. Er zuckte zusammen, als hätte ihn jemand erwischt. Er zog es widerwillig aus der Tasche. Joleen Mey. Ihr Name leuchtete hell auf dem Display.

Er sah mich an, seine Augen waren voller Verzweiflung. "Es... es ist Joleen. Es muss wichtig sein."

"Geh ran", sagte ich, meine Stimme war emotionslos. "Vielleicht hat sie dich vermisst."

Er zögerte noch einen Moment, dann nahm er den Anruf entgegen. "Joleen? Was ist los? ... Was? Jetzt sofort? ... Ja, ich komme. Sofort." Er beendete den Anruf, seine Miene war angespannt. "Es tut mir leid, Cara. Es gibt einen Notfall in der Fabrik. Ich muss los."

Ich wusste, dass es eine Lüge war. Ein Notfall, der seinen Namen trug und ihre Lippen.

"Geh", sagte ich, mein Blick war kalt. Eine kalte Leere, die sich in meinem Inneren ausbreitete. "Lass dich nicht aufhalten."

Er nickte erleichtert. "Ich bin so schnell wie möglich zurück, Cara. Warte auf mich."

Er wollte meine Hand nehmen, aber ich verzog keine Miene. Ich gab ihm ein kleines, falsches Lächeln, das er sehnsüchtig aufnahm. Ein Lächeln, das ihn glauben ließ, ich würde warten.

Aber ich würde nicht warten. Ich würde nie wieder warten.

Als die Autotür ins Schloss fiel und seine Reifen knirschend auf dem Kies verschwanden, schloss ich die Augen. Die Wahrheit hatte sich wie ein Schleier gelüftet, und darunter lauerte nicht Schmerz, sondern eine kalte, stählerne Entschlossenheit. Meine wahre Identität, meine wahre Macht, die ich sieben Jahre lang vergraben hatte, regte sich in mir. Es war wie ein lang schlafender Drache, der seine Augen öffnete. Und er war hungrig.

Ich wusste, er würde nie zurückkommen. Und das war gut so. Die Tür, die er gerade geschlossen hatte, würde sich niemals wieder für ihn öffnen.

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