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Der Pakt der Verbundenen Seelen
Der Pakt der Verbundenen Seelen

Der Pakt der Verbundenen Seelen

75 Kapitel
Abgeschlossen
In der Web Novel Der Pakt der Verbundenen Seelen entdeckt Omega Elara eine Bindung zu drei mächtigen Drillingen. Diese fantasy novel enthüllt ihre verborgene Macht und eine Prophezeiung, die das Rudel retten oder zerstören wird, während sie ihre wahre Identität sucht.
Kapitel 1 von Der Pakt der Verbundenen Seelen

Das flackernde, schwache Licht einer einzigen Kerze spiegelte sich in Elara Moons Blick, während sie den kleinen Kuchen anstarrte, der vor ihr stand. In der dichten Dunkelheit ihres Zimmers warf diese fragile Flamme bewegliche Schatten an die Wände ihrer abgenutzten Hütte, die am Rand des Territoriums des Blackwood-Rudels lag, als würde selbst das Licht zögern, dort zu verweilen.

Sie betrachtete dieses winzige Feuer lange, fast wie hypnotisiert, spielte mit ihm mit ihrem Blick, als könnte es ihr antworten. Der Raum war still, zu still, als hätte die ganze Welt vergessen, dass sie existierte.

„Alles Gute zum Geburtstag für mich", flüsterte sie schließlich, mit einer so leisen Stimme, dass sie sich im Nichts um sie herum zu verlieren schien.

Achtzehn Jahre. Das Alter, in dem normalerweise alles beginnt. Aber für sie begann nie wirklich etwas.

Heute markierte ihren achtzehnten Geburtstag, und doch gab es keine Anwesenheit, kein Wort, keinen Blick, der ihr zeigte, dass sie für jemanden zählte. Wie immer.

Elara schloss sanft die Augen und ließ einen fast flehenden Seufzer entweichen.

„Bitte... lass sich etwas ändern."

Diesen Wunsch sprach sie jeden Tag aus, wie eine Gewohnheit, die zu einem Gebet geworden war.

Tief in ihr kehrte ein Gedanke immer wieder zurück, schmerzhafter als die anderen: Ich will mehr sein als nur ein einfacher Omega.

Im Blackwood-Rudel reichte dieses Wort aus, um ein ganzes Leben einzusperren. Die Omegas standen ganz unten in der Hierarchie, verurteilt zu den niedrigsten Aufgaben, den schäbigsten Unterkünften, den verächtlichsten Blicken. Sie galten als schwach, bedeutungslos, fast unsichtbar.

Elara blies langsam die Kerze aus. Die Flamme flackerte, dann erlosch sie und verschluckte den Raum sofort in völlige Dunkelheit. Einen Moment lang blieb sie reglos, als würde diese dichte Schwärze genau widerspiegeln, was ihr Leben war.

Dann zündete sie mit einem resignierten Seufzer ihre kleine Lampe wieder an.

Das Licht enthüllte eine winzige, aber ordentliche Hütte: ein einfaches Bett, ein schmaler Tisch, ein Regal voller alter Fantasyromane mit abgenutzten Einbänden. Nichts mehr. Nichts Unnötiges. Fast nichts Lebendiges.

Doch ihre Bücher waren ihr Zufluchtsort. Zwischen ihren Seiten entkam sie dem Rudel, seinen Regeln, seinen unsichtbaren Ketten.

Ein scharfes Vibrieren durchbrach die Stille. Ihr Telefon wurde aktiv. Wahrscheinlich ihr Arbeitgeber, der sie an ihren Dienst im Restaurant des Rudels am nächsten Tag erinnerte. Sie musste nicht einmal nachsehen, um es zu wissen.

Sie ignorierte den Anruf und schleppte sich ins kleine Badezimmer.

Im Spiegel sah sie ihr Spiegelbild. Grüne, müde Augen, gezeichnet von zu kurzen Nächten und zu langen Tagen. Dunkelbraune, wellige und unordentliche Haare, die ungeordnet auf ihre Schultern fielen.

Sie war weder hässlich noch schön. Einfach durchschnittlich. Und in einem Rudel, das Stärke, Schönheit und Macht verehrte, bedeutete Durchschnittlichkeit das Auslöschen.

„Noch ein spannendes Jahr als Außenseiterin", murmelte sie, während sie kaltes Wasser über ihr Gesicht laufen ließ.

Ihr Magen knurrte sofort und erinnerte sie an die einfachste Realität. Der Cupcake war ihre einzige richtige Mahlzeit an diesem Geburtstag. Und das Abendessen hatte sie noch nicht einmal gehabt.

Im kleinen Kühlschrank ihrer Küche blieb nur ein halbes Sandwich und etwas Saft. Nichts, um irgendetwas zu feiern, aber sie hatte längst gelernt, nicht mehr zu erwarten.

Sie aß schweigend, in Gedanken verloren.

Morgen. Morgen würde sie zurück nach Blackwood High gehen, wo sie ein Schatten unter Schatten sein würde, von der Mehrheit ignoriert und von einigen wenigen ins Visier genommen. Vor allem von Céleste Rivers.

Bei diesem Gedanken verschwand ihr Appetit fast sofort.

Céleste. Die Tochter des Betas. Alles, was Elara nicht war: Reichtum, Schönheit, Autorität, Selbstsicherheit. Und vor allem die Gewissheit, eines Tages Luna zu werden, indem sie sich mit einem der Söhne des Alpha Marcus Blackwood verband.

Jeder wusste bereits, dass sie ihr Ziel gewählt hatte: Kael, der Älteste der Drillinge.

Die Blackwood-Drillinge. Kael, Ronan und Darian. Drei Namen, gesprochen mit einer Mischung aus Respekt und Furcht. Drei mächtige, fast mythische Figuren im Rudel. Drei unzugängliche Wölfe, besonders für jemanden wie sie.

Für ein Omega waren sie wie Sterne: sichtbar, aber unerreichbar.

Ein heftiger Schlag traf plötzlich ihre Tür und ließ sie zusammenzucken.

„Mach auf, Omega!"

Ihr Atem blieb sofort stehen. Sie erkannte diese Stimme ohne nachzudenken.

Céleste.

Und sie war nicht allein. Gedämpftes Lachen war hinter der Tür zu hören.

Elara zögerte eine Sekunde. So zu tun, als wäre sie nicht da, ging ihr durch den Kopf. Aber das Licht ihrer Lampe verriet ihre Anwesenheit bereits.

Und Céleste zu ignorieren ließ Céleste niemals verschwinden. Es machte alles nur schlimmer.

Mit zitterndem Atem öffnete sie die Tür.

Céleste stand dort aufrecht, begleitet von zwei Freundinnen. Alle drei trugen luxuriöse, makellose Kleidung, die brutal mit Elara's abgenutzter Hose und verblasstem T-Shirt kontrastierte.

Ein Lächeln legte sich auf Célestes Lippen.

„Alles Gute zum Geburtstag, Versagerin."

Ihre Stimme war sanft, fast charmant. Aber ihre blauen Augen waren eisig.

Sie hielt ihr eine kleine, sorgfältig verpackte Box entgegen.

Elara bewegte sich nicht.

Im letzten Jahr war das „Geschenk" eine tote Maus gewesen.

„Nimm es", befahl Céleste, während sie die Box etwas näher hielt.

Widerwillig nahm Elara sie. Das Paket war schwerer, als sie erwartet hatte.

„Mach auf", flüsterte eine der Freundinnen und unterdrückte ein Lachen.

Elara öffnete langsam die Verpackung. Darin erschien eine polierte Holzbox, bedeckt mit seltsamen eingravierten Symbolen. Trotz sich selbst überkam sie Neugier.

Sie hob den Deckel.

Ein Schrei entfuhr ihr sofort.

Eine riesige Spinne sprang ihr ins Gesicht.

Sie wich abrupt zurück und ließ die Box fallen, während die drei Mädchen in Lachen ausbrachen.

„Du hättest dein Gesicht sehen sollen!" rief Céleste lachend.

Elara, vor Scham brennend, ballte die Fäuste.

„Lasst mich in Ruhe, Céleste..."

Ihr Ton war schwach, aber sie versuchte standzuhalten.

Célestes Lächeln verschwand leicht. Sie trat näher, und eine unsichtbare Druckwelle erfüllte die Luft. Elaras Omega-Instinkt wollte zurückweichen, verschwinden, sich auflösen.

„Hör mir gut zu", flüsterte Céleste mit schneidender Stimme.

„Du bist nichts. Und du wirst niemals etwas sein. Morgen in der Schule wirst du den Ostflur in der Mittagspause meiden."

Elara blinzelte.

„Warum?"

Sie bereute ihre Frage sofort.

Céleste lächelte.

„Weil ich die Söhne des Alphas treffen muss, um das Mondfest zu organisieren. Und ich weigere mich, dass dein Geruch die Atmosphäre ruiniert."

Sie drehte eine Haarsträhne ihres perfekt gestylten Haares.

„Die zukünftige Luna muss makellos sein."

„Du bist noch nicht Luna", murmelte Elara, ohne nachzudenken.

Im nächsten Moment schloss sich Célestes Hand um ihre Kehle.

Der Druck war sofort da, erstickend. Ihre Augen leuchteten golden auf.

„Was hast du gesagt?"

„Nichts... ich habe nichts gesagt..." keuchte Elara.

Nach einigen Sekunden ließ Céleste sie abrupt los.

„Das dachte ich mir. Alles Gute zum Geburtstag, Omega."

Dann ging sie, begleitet von ihrem Lachen.

Elara schloss die Tür mit zitternder Hand und sank dagegen zusammen. Ihre Augen brannten, aber sie weigerte sich zu weinen.

Weinen änderte nichts.

In dieser Welt hatten Tränen keine Macht.

„Ich hasse das..." murmelte sie.

Ihre Kehle brannte noch.

„Ich hasse es, ein Omega zu sein."

Ein Omega zu sein bedeutete, die Schwächste zu sein, am wenigsten mit der Magie des Rudels verbunden, verurteilt zu einem Leben ohne Zukunft. Kein Ruhm. Keine heilige Verbindung. Kein Platz unter den Mächtigen. Nichts.

Sie ließ sich auf ihr Bett fallen, ohne sich umzuziehen.

Doch bald erschien ein seltsames Gefühl in ihrer Brust.

Ein Kribbeln, wie ein innerer Ruf.

Sie runzelte die Stirn, verwirrt.

Dann verstärkte sich das Gefühl.

Sie wälzte sich im Bett, unfähig zu schlafen. Eine diffuse Wärme wuchs, wurde fast schmerzhaft.

Um Mitternacht richtete sie sich abrupt auf.

Eine brennende Welle durchlief sie. Der Raum schien für einen Moment von silbernem, unwirklichem Licht erfüllt zu sein.

Dann verschwand alles.

Atemlos flüsterte sie:

„Was war das...?"

Draußen rief eine Eule.

Sie ging zum Fenster.

Der Garten lag im kalten Licht des Vollmonds. Alles wirkte erstarrt, silbern, unwirklich.

Dann trat eine Silhouette aus den Bäumen.

Ein Mann.

Groß. Imposant. Die Ausstrahlung eines Raubtiers.

Er blieb stehen, als hätte er ihren Blick gespürt. Langsam drehte er sich zu ihrem Fenster.

Elara erstarrte.

Ihr Herz schlug zu stark.

Das Gefühl in ihrer Brust wurde zu einem Strom.

Er hob leicht die Hand.

Und ohne zu wissen warum, trat Elara zurück und verließ ihre Hütte.

Etwas rief sie.

Etwas Unmögliches zu ignorieren.

Die Nacht war kalt auf ihrer Haut.

Die Luft roch nach Kiefern, Rauch und einer wilden Kraft, die in ihr widerhallte.

Sie machte einen Schritt.

Dann noch einen.

Die Silhouette wartete.

Als sie den Rand des Gartens erreichte, erschien das Gesicht des Fremden kurz im Mondlicht.

Und Elaras Welt brach zusammen.

Kael Blackwood.

Der zukünftige Alpha.

Ihre Augen trafen seine.

Und in der Stille der Nacht erhob sich eine unmögliche Wahrheit, brennend wie der Mond selbst.

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