

Der Vater meines Gefährten will mich
Zusammenfassung von Der Vater meines Gefährten will mich
Kapitel 1 von Der Vater meines Gefährten will mich
ELENA Peters
„Glaubst du mir jetzt?"
Die Nachricht unter diesen skandalösen Fotos setzte mein Herz in Flammen.
Ich nahm noch einen Schluck Whiskey, und das Brennen in meiner Kehle trieb mir weitere Tränen in die Augen.
War es der Whiskey oder mein blutendes Herz?
„Schenk mir nach", lallte ich und schob mein leeres Glas über den Tresen.
„Ja, Ma'am." Der Barkeeper verneigte sich.
Wieder starrte ich auf die Fotos. Fotos von meinem Gefährten in Unterwäsche mit meiner Halbschwester in Dessous, wie sie es sich in einem der Fünf-Sterne-Hotels hier in unserem Rudel gut gehen ließen.
Vor ein paar Monaten hatte ich eine anonyme Nachricht erhalten, dass mein Gefährte mich betrog. Es war der lächerlichste Schwachsinn, den ich je gehört hatte. Und ich hatte ihn sofort als völlig absurden Betrugsversuch abgetan.
Warum auch nicht? Trent liebte mich über alles. Er war seit drei Jahren mein Gefährte und der romantischste, vollkommenste Gentleman, den man sich vorstellen konnte.
Warum also sollte er fremdgehen? Und selbst wenn er fremdginge, würde ich es doch spüren, oder? Wegen des Gefährtenbandes. Aber ich spürte nichts.
Ich war so wütend geworden, dass ich den anonymen Absender zusammenstauchte und denjenigen warnte, mich nie wieder zu kontaktieren.
Und dann heute … heute … heute war unser dritter Jahrestag. Es sollte der glücklichste Tag meines Lebens sein. Wir hatten gerade mit meiner Familie und seiner Familie zu Abend gegessen.
Wir wollten die Nacht mit leidenschaftlichem Sex krönen. Doch dann sagte er, er müsse dringend noch irgendwohin. Und bei der Göttin, ich vertraute ihm so sehr, dass ich nicht daran zweifelte, dass dieser Ort verdammt wichtig sein musste, wenn er mich in unserer Jubiläumsnacht so charmant versetzte.
Aber dann kam eine weitere Nachricht von Herrn Anonym. Und mit der Nachricht kamen Fotos. Ein roher, herzzerreißender Beweis für die grausame Untreue meines Gefährten. Und mit meiner Halbschwester!!!
Von allen Mädchen im Rudel, warum musste es ausgerechnet Tracy sein, meine einzige Schwester? Die eine Person, die ich am meisten liebte, gleich nach Trent.
Warum sie, und warum er? Warum musste ich so erbärmlich von den Menschen hintergangen werden, die ich am meisten liebte? Was hatte ich getan, um das zu verdienen?
Wieder las ich die Nachricht. Mit einem Blick, der kläglich in Tränen verschwamm. Jedes Wort ließ mein Herz weiter in sich zusammenfallen.
„Glaubst du mir jetzt?"
Ich hasste diesen selbstgefälligen Ton der Nachricht. Aber ja, natürlich glaubte ich ihm. Mir blieb gar nichts anderes übrig. Vielen herzlichen Dank dafür, mir das Herz so gründlich zu zertrümmern!
„Elena." Eine tiefe, raue Stimme ließ mich von hinten zusammenfahren. Sehnige Hände rissen mir das Whiskyglas aus der Hand. Ein betörend süßer Duft strömte in meine Nase und trieb meinen Herzschlag in den Wahnsinn.
Ich wagte es, ihn anzusehen, und war auf der Stelle wieder hin und weg. Wie hätte es auch anders sein können, wo er heute Nacht noch besser aussah als sonst? Und er war vierzig. War es normal, mit vierzig so verdammt gut auszusehen?
Es fiel mir schwer, es zuzugeben, aber ich hatte ihn beim Abendessen vorhin ständig angestarrt. Kein Mensch hatte in einem schwarzen Smoking je so viel Anziehungskraft verströmt wie er. Sein welliges schwarzes Haar, geschmeidig nach hinten gekämmt, unterstrich sein markant-attraktives Gesicht und das kantige Kinn. Seine vollen Brauen waren ein Blickfang für sich, und seine Lippen waren nie einladender gewesen.
Und dann diese verwegene Selbstsicherheit, die ihn umgab. Er war lässig, doch gleichzeitig ging eine einschüchternde Aura von ihm aus, die Millionen Frauenherzen flattern ließ und ihm sämtliche Blicke stahl, sobald er einen Raum betrat.
Es war schamlos, aber ich hatte schon seit einer Weile ein Auge auf ihn geworfen. Ich ertappte mich ständig dabei, ihn anzustarren. Sogar wenn er mit Trent und dessen Mutter zusammen war. Und jedes Mal hasste ich mich dafür, dass ich meinen verheirateten Schwiegervater so unverhohlen musterte.
Aber das war doch kein Fremdgehen, oder? Ich hatte nie Annäherungsversuche bei ihm unternommen. Also nein, ich hatte nicht betrogen. Wenn hier jemand betrogen hatte, dann Trent. Dieser kaltblütige Mistkerl!
„Was zum Teufel machst du allein in einem Nachtclub, Elena? Konntest du nicht zu Hause trinken?"
„Gib mir das", lallte ich und griff nach meinem Glas, doch er stieß es vom Tresen, und es zerschellte auf dem Boden.
Ich schnappte nach Luft bei dem Scherbenhaufen. Aber er zuckte nicht einmal mit der Wimper. In seinen Augen lag eine eisige Schärfe. Wie gesagt, er war die Gelassenheit in Person. Kaum etwas brachte ihn je aus der Ruhe.
„Trent hat angerufen. Er sagt, er versucht die ganze Zeit, dich zu erreichen, aber du gehst nicht ran." Er sprach weiter, seine waldgrünen Augen fest auf mich gerichtet, und mir fiel das Atmen immer schwerer.
Ich wandte den Blick abrupt ab und versuchte, wieder zu Atem zu kommen. „Ja, natürlich. Mein perfekter Gefährte. Er macht sich bestimmt Sorgen, nicht wahr? Deswegen hat er seinen herrischen Vater losgeschickt, um mich zu suchen."
Sein Kiefer zuckte. Irgendetwas an meiner frechen Bemerkung behagte ihm nicht. Und ich wollte nicht so unhöflich sein. Aber gerade war mein Kopf vom Whiskey vernebelt. Mein Herz war in Scherben und einsam.
Er war der Letzte, den ich in meinem verletzlichen Zustand um mich brauchte. Ich könnte etwas Verrücktes tun …
„Steh auf. Du gehst nach Hause."
„Nein, ich gehe nicht ...", doch er hatte mich bereits am Arm hochgezogen. „Lass mich los."
„Ich lass dich nicht los, Elena. Du bist betrunken. Was soll das? Willst du Ärger bekommen? Sieh dich um. Hier laufen Schürzenjäger herum. Jeder Einzelne von denen könnte dir etwas antun."
„Der Einzige, vor dem ich Angst habe, ist der, der mich gerade festhält", stöhnte ich vor Schmerz, so fest war sein Griff um meinen Arm.
Sein Kiefer zuckte erneut. War das das erste Mal, oder hatte ich diese unterschwellig bedrohliche Seite an ihm nur nie bemerkt?
Aber andererseits war er mir gegenüber schon immer übertrieben beschützend gewesen. Schalt mich jedes Mal, wenn ich etwas falsch machte. War stets um meine Sicherheit besorgt. Schenkte mir immer … immer ein Maß an Aufmerksamkeit, das mich auf verrückte Gedanken brachte!
Er sagte mir ständig, ich solle dies oder jenes tun, während Trent mich einfach machen ließ, was ich wollte. Und während manche Frauen ihre Freiheit bevorzugten, hatte ich es schon immer geliebt, wenn mein Mann mich auf eine ganz positive Weise dominierte. Und ich hasste es, dass nicht mein Mann es tat, sondern sein unverschämt attraktiver Vater!
Ich hasste! … hasste!! … hasste!!! Es!!!!. Heute Nacht mehr denn je. Denn während er sich um mich kümmerte und mich behandelte wie jeder gute Schwiegervater es tun würde, barst mein Kopf vor erotischen Gedanken an ihn, und es war verdammt einseitig und nicht fair!
„Nun, dann bringe ich dich nach Hause. Komm." Er versuchte, mich mitzuziehen, doch ich sträubte mich und blieb, wo ich war.
Er zischte und brachte sein Gesicht gefährlich nah an meines. „Wir sind in der Öffentlichkeit, Luna. Versuch, keine Szene zu machen."
Ja, er musste mich an meinen Titel erinnern.
Luna.
Eine Luna mit gebrochenem Herzen.
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