Kapitel 1

ELENA Peters

„Glaubst du mir jetzt?"

Die Nachricht unter diesen skandalösen Fotos setzte mein Herz in Flammen.

Ich nahm noch einen Schluck Whiskey, und das Brennen in meiner Kehle trieb mir weitere Tränen in die Augen.

War es der Whiskey oder mein blutendes Herz?

„Schenk mir nach", lallte ich und schob mein leeres Glas über den Tresen.

„Ja, Ma'am." Der Barkeeper verneigte sich.

Wieder starrte ich auf die Fotos. Fotos von meinem Gefährten in Unterwäsche mit meiner Halbschwester in Dessous, wie sie es sich in einem der Fünf-Sterne-Hotels hier in unserem Rudel gut gehen ließen.

Vor ein paar Monaten hatte ich eine anonyme Nachricht erhalten, dass mein Gefährte mich betrog. Es war der lächerlichste Schwachsinn, den ich je gehört hatte. Und ich hatte ihn sofort als völlig absurden Betrugsversuch abgetan.

Warum auch nicht? Trent liebte mich über alles. Er war seit drei Jahren mein Gefährte und der romantischste, vollkommenste Gentleman, den man sich vorstellen konnte.

Warum also sollte er fremdgehen? Und selbst wenn er fremdginge, würde ich es doch spüren, oder? Wegen des Gefährtenbandes. Aber ich spürte nichts.

Ich war so wütend geworden, dass ich den anonymen Absender zusammenstauchte und denjenigen warnte, mich nie wieder zu kontaktieren.

Und dann heute … heute … heute war unser dritter Jahrestag. Es sollte der glücklichste Tag meines Lebens sein. Wir hatten gerade mit meiner Familie und seiner Familie zu Abend gegessen.

Wir wollten die Nacht mit leidenschaftlichem Sex krönen. Doch dann sagte er, er müsse dringend noch irgendwohin. Und bei der Göttin, ich vertraute ihm so sehr, dass ich nicht daran zweifelte, dass dieser Ort verdammt wichtig sein musste, wenn er mich in unserer Jubiläumsnacht so charmant versetzte.

Aber dann kam eine weitere Nachricht von Herrn Anonym. Und mit der Nachricht kamen Fotos. Ein roher, herzzerreißender Beweis für die grausame Untreue meines Gefährten. Und mit meiner Halbschwester!!!

Von allen Mädchen im Rudel, warum musste es ausgerechnet Tracy sein, meine einzige Schwester? Die eine Person, die ich am meisten liebte, gleich nach Trent.

Warum sie, und warum er? Warum musste ich so erbärmlich von den Menschen hintergangen werden, die ich am meisten liebte? Was hatte ich getan, um das zu verdienen?

Wieder las ich die Nachricht. Mit einem Blick, der kläglich in Tränen verschwamm. Jedes Wort ließ mein Herz weiter in sich zusammenfallen.

„Glaubst du mir jetzt?"

Ich hasste diesen selbstgefälligen Ton der Nachricht. Aber ja, natürlich glaubte ich ihm. Mir blieb gar nichts anderes übrig. Vielen herzlichen Dank dafür, mir das Herz so gründlich zu zertrümmern!

„Elena." Eine tiefe, raue Stimme ließ mich von hinten zusammenfahren. Sehnige Hände rissen mir das Whiskyglas aus der Hand. Ein betörend süßer Duft strömte in meine Nase und trieb meinen Herzschlag in den Wahnsinn.

Ich wagte es, ihn anzusehen, und war auf der Stelle wieder hin und weg. Wie hätte es auch anders sein können, wo er heute Nacht noch besser aussah als sonst? Und er war vierzig. War es normal, mit vierzig so verdammt gut auszusehen?

Es fiel mir schwer, es zuzugeben, aber ich hatte ihn beim Abendessen vorhin ständig angestarrt. Kein Mensch hatte in einem schwarzen Smoking je so viel Anziehungskraft verströmt wie er. Sein welliges schwarzes Haar, geschmeidig nach hinten gekämmt, unterstrich sein markant-attraktives Gesicht und das kantige Kinn. Seine vollen Brauen waren ein Blickfang für sich, und seine Lippen waren nie einladender gewesen.

Und dann diese verwegene Selbstsicherheit, die ihn umgab. Er war lässig, doch gleichzeitig ging eine einschüchternde Aura von ihm aus, die Millionen Frauenherzen flattern ließ und ihm sämtliche Blicke stahl, sobald er einen Raum betrat.

Es war schamlos, aber ich hatte schon seit einer Weile ein Auge auf ihn geworfen. Ich ertappte mich ständig dabei, ihn anzustarren. Sogar wenn er mit Trent und dessen Mutter zusammen war. Und jedes Mal hasste ich mich dafür, dass ich meinen verheirateten Schwiegervater so unverhohlen musterte.

Aber das war doch kein Fremdgehen, oder? Ich hatte nie Annäherungsversuche bei ihm unternommen. Also nein, ich hatte nicht betrogen. Wenn hier jemand betrogen hatte, dann Trent. Dieser kaltblütige Mistkerl!

„Was zum Teufel machst du allein in einem Nachtclub, Elena? Konntest du nicht zu Hause trinken?"

„Gib mir das", lallte ich und griff nach meinem Glas, doch er stieß es vom Tresen, und es zerschellte auf dem Boden.

Ich schnappte nach Luft bei dem Scherbenhaufen. Aber er zuckte nicht einmal mit der Wimper. In seinen Augen lag eine eisige Schärfe. Wie gesagt, er war die Gelassenheit in Person. Kaum etwas brachte ihn je aus der Ruhe.

„Trent hat angerufen. Er sagt, er versucht die ganze Zeit, dich zu erreichen, aber du gehst nicht ran." Er sprach weiter, seine waldgrünen Augen fest auf mich gerichtet, und mir fiel das Atmen immer schwerer.

Ich wandte den Blick abrupt ab und versuchte, wieder zu Atem zu kommen. „Ja, natürlich. Mein perfekter Gefährte. Er macht sich bestimmt Sorgen, nicht wahr? Deswegen hat er seinen herrischen Vater losgeschickt, um mich zu suchen."

Sein Kiefer zuckte. Irgendetwas an meiner frechen Bemerkung behagte ihm nicht. Und ich wollte nicht so unhöflich sein. Aber gerade war mein Kopf vom Whiskey vernebelt. Mein Herz war in Scherben und einsam.

Er war der Letzte, den ich in meinem verletzlichen Zustand um mich brauchte. Ich könnte etwas Verrücktes tun …

„Steh auf. Du gehst nach Hause."

„Nein, ich gehe nicht ...", doch er hatte mich bereits am Arm hochgezogen. „Lass mich los."

„Ich lass dich nicht los, Elena. Du bist betrunken. Was soll das? Willst du Ärger bekommen? Sieh dich um. Hier laufen Schürzenjäger herum. Jeder Einzelne von denen könnte dir etwas antun."

„Der Einzige, vor dem ich Angst habe, ist der, der mich gerade festhält", stöhnte ich vor Schmerz, so fest war sein Griff um meinen Arm.

Sein Kiefer zuckte erneut. War das das erste Mal, oder hatte ich diese unterschwellig bedrohliche Seite an ihm nur nie bemerkt?

Aber andererseits war er mir gegenüber schon immer übertrieben beschützend gewesen. Schalt mich jedes Mal, wenn ich etwas falsch machte. War stets um meine Sicherheit besorgt. Schenkte mir immer … immer ein Maß an Aufmerksamkeit, das mich auf verrückte Gedanken brachte!

Er sagte mir ständig, ich solle dies oder jenes tun, während Trent mich einfach machen ließ, was ich wollte. Und während manche Frauen ihre Freiheit bevorzugten, hatte ich es schon immer geliebt, wenn mein Mann mich auf eine ganz positive Weise dominierte. Und ich hasste es, dass nicht mein Mann es tat, sondern sein unverschämt attraktiver Vater!

Ich hasste! … hasste!! … hasste!!! Es!!!!. Heute Nacht mehr denn je. Denn während er sich um mich kümmerte und mich behandelte wie jeder gute Schwiegervater es tun würde, barst mein Kopf vor erotischen Gedanken an ihn, und es war verdammt einseitig und nicht fair!

„Nun, dann bringe ich dich nach Hause. Komm." Er versuchte, mich mitzuziehen, doch ich sträubte mich und blieb, wo ich war.

Er zischte und brachte sein Gesicht gefährlich nah an meines. „Wir sind in der Öffentlichkeit, Luna. Versuch, keine Szene zu machen."

Ja, er musste mich an meinen Titel erinnern.

Luna.

Eine Luna mit gebrochenem Herzen.

Kapitel 2

ELENA Peters

Die Fahrt verlief schweigend. Wir hatten kein einziges Wort miteinander gewechselt, seit wir die Bar verlassen hatten. Mein Herz hämmerte so laut, dass ich inständig betete, er möge das ganze Chaos in meiner Brust nicht hören.

Ein Blick zu ihm hinüber war ein Fehler, denn jetzt starrte ich auf seinen Adamsapfel, der sich auf und ab bewegte.

Oh, Göttin. Heilige Göttin. Lass mich das nicht tun.

Stattdessen sah ich aus dem Fenster und versuchte, mein rasendes Herz zu beruhigen. Doch dann wurde mir klar, dass das nicht der Weg zu meinem Haus war.

„Wo fährst du mit mir hin?", fragte ich halb in Panik.

„Zu mir nach Hause." Seine Stimme war aufgeregt und tief zugleich. „Trent hat angerufen. Er meinte, er kommt heute Nacht nicht heim. Irgendein Meeting, das die ganze Nacht dauert. Also dachte ich, du solltest bei mir übernachten."

Tränen verschleierten meinen Blick bei dieser weiteren schmerzhaften Erinnerung an Trents Untreue. Ich hielt den Blick aus dem Fenster gerichtet und weigerte mich, ihn meine Tränen sehen zu lassen.

„Warum hast du getrunken, Elena? Ist etwas passiert?"

„Nichts", erwiderte ich tonlos. Ich konnte ihm unmöglich sagen, dass sein angeblich so perfekter Sohn mich betrog. Und das auch noch mit meiner Schwester.

„Schon klar, aber es ist in Ordnung, wenn du nicht darüber reden willst", sagte er nüchtern.

Wir schwiegen, bis wir auf sein Grundstück fuhren. Er stellte den Motor ab, und ich stieg hastig aus, um mir rasch die Augen zu trocknen.

Er stieg ebenfalls aus und kam, um meine Hand zu ergreifen. Ich zuckte vor ihm zurück.

„Du musst mich nicht festhalten. Ich kann ganz wunderbar alleine laufen."

„Ja, das würde ich dir auch glauben, wenn du dich nicht in Gläsern voller Whiskey ertränkt hättest", entgegnete er und packte entschlossen meine Hand.

Wieder war er bestimmend. Nahm niemals ein Nein als Antwort hin.

Warum nur musste er mein Schwiegervater sein?! Es war einfach so ungerecht.

Wir betraten sein Haus, und es war eigenartig still.

„Wo ist Tante?", fragte ich und sah ihn an. Tante, so nannte ich Trents Mutter, meine Schwiegermutter, seine Gefährtin.

Es gab Geschichten darüber, dass er vor ihr schon eine Gefährtin gehabt hatte. Sie war also nicht seine vorbestimmte Gefährtin, sondern seine erwählte. Nun, ich wusste nicht, wie viel davon stimmte.

„Sie ist eine Freundin besuchen gegangen. Sie übernachtet dort."

Mein Herz machte einen Satz. Moment. Also … nur er und ich hier, ganz allein? Hastig riss ich meine Hand aus seinem Griff, als wir zur Treppe kamen. Ich nahm zwei Stufen auf einmal, begierig darauf, Abstand zwischen uns zu bringen.

Doch dann knickte ich mit dem Knöchel um und wäre beinahe mit einem Aufschrei gestürzt.

Feste Hände fingen mich von hinten auf, und dieser Duft ließ mich beinahe den Verstand verlieren.

„Siehst du, was passiert, wenn man eine angetrunkene Frau alleine laufen lässt? Am Ende bricht sie sich noch sämtliche Knochen."

In seiner Stimme schwang ein Brodeln aus Zorn und etwas Dunklerem. Und ganz unvermittelt hob er mich hoch, trug mich wie eine Braut die Treppe hinauf.

Meine Arme lagen um seinen Nacken, und ich bemühte mich so sehr, ihm nicht ins Gesicht zu sehen. Zum Glück erreichten wir das Gästezimmer, und er ließ mich endlich auf das Bett sinken. Fort von all der Hitze, die sein Körper ausstrahlte. Oder kam sie von meinem?

Ich sah mich rasch um, und mein Herz stockte. Das war nicht das Gästezimmer.

„Warum hast du mich in dein Schlafzimmer gebracht?"

„Weil ich deinen Knöchel versorgen muss. Bin gleich wieder da." Er verschwand. Sekunden später war er zurück, mit einem Kühlpack.

Er setzte sich auf das Bett und legte behutsam mein Bein auf seinen Oberschenkel. Gütiger Himmel, aber mein Höschen durchnässte sich allein von der Berührung seiner Hände auf meiner Haut.

Und dass mein Bein so nah an seinem Schwanz lag, machte mich nur noch gefährlicher erregt. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätte ich gedacht, er verführte mich auf subtile Weise.

Und mein einsames Herz und mein angetrunkener Verstand fielen darauf herein.

„Warum hast du geweint?" Die Frage war so leise gestellt, dass ich sie beinahe überhört hätte. „Hast du dich mit meinem Sohn gestritten?" Er sah mich an.

Ich rang um eine passende Antwort. „Es ist nichts, was wir nicht wieder hinbiegen könnten."

Aber konnten wir das wirklich? Konnte ich wirklich darüber hinwegsehen und ihm verzeihen, was er mit meiner Schwester trieb? Ich wusste es nicht. Ich glaubte nicht, dass ich es konnte. Es war ein zu großer Verrat.

„Wenn er dich zum Weinen bringt, lohnt es sich dann überhaupt, es zu reparieren?" Seine Frage brachte meinen Kopf zum Schwirren, während ich versuchte, die Bedeutung dahinter zu erfassen.

Er stand auf und verließ das Zimmer. Ich seufzte erleichtert, doch die Tür öffnete sich erneut, und er war zurück.

Diesmal verschwand er wortlos im Badezimmer. Ich war ein zappelndes Wrack auf dem Bett und konnte unmöglich ruhig bleiben in dem Wissen, dass er dort drinnen nackt war.

Minuten später kam er heraus, trug nur noch Boxershorts und rieb sich mit einem Handtuch das Haar trocken. Sein durchtrainierter Körper war nass und zum Anbeißen.

Meine Augen weiteten sich beim Anblick der prallen Beule zwischen seinen Beinen. Ich ließ meinen Blick auch über seine Bauchmuskeln wandern, dann über das verführerische Tattoo auf seiner Brust.

Ein ganzer atemberaubender Zug schmutziger Gedanken überrollte mich und zwang mich, mich aufzusetzen.

Liebe Göttin, ich glaube nicht, dass ich mich noch länger zurückhalten konnte.

Langsam setzte ich die Füße auf den Boden und holte tief, tief Luft für das, was ich als Nächstes vorhatte.

Scheiß drauf! Das hier sollte meine schmutzige kleine Rache an Trent sein. Er sollte erfahren, wie es sich anfühlte, von den eigenen Liebsten hintergangen zu werden.

Ich stand vom Bett auf und ging langsam auf ihn zu. Er hielt die Hand inne, die das Handtuch hielt.

„Was ist los?", fragte er mit strenger Stimme, seine grünen Augen forschend in meinen.

Meine Hand griff nach der Beule, und er zuckte zusammen. Doch er wich nicht zurück. Sein Kiefer mahlte wieder, und seine Augen verfinsterten sich.

„Ich könnte dir helfen, die Erektion loszuwerden. Wenn du mich lässt." Ich war gerade eine komplette Schlampe. Eine dreiste dazu. Denn wie zum Teufel rannte ich nicht davon, obwohl er mich mit einem brennenden Blick durchbohrte?

Er presste die Zähne zusammen, und seine Wimpern flatterten. „Du bist wahnsinnig, Elena." Aber er wich nicht zurück.

„Ja, ja, bin ich." Besorgt mir morgen früh einen Therapeuten. Aber gerade jetzt will ich unbedingt kosten.

Ohne weitere Worte ging ich auf die Knie und zog langsam seine Boxershorts herunter.

Wieder wich er nicht zurück. Er hielt mich nicht auf. Und so nahm ich seinen harten Schwanz und leckte über die rosa Spitze, schmeckte seinen Lusttropfen.

Ein scharfes Stöhnen entwich seinen Lippen, und seine Beine gaben kurz nach. Irgendetwas daran trieb mich an, und ich begann ihn zu saugen, nahm die halbe Länge in mich auf.

Göttin, er schmeckte verdammt fantastisch. Ich würgte mich an seinem Schwanz, und er stöhnte erneut, die Faust in meinem Haar vergraben.

Ich spielte mit seinen Eiern, während ich schneller auf und ab glitt.

„Fuck!“ Er wich von mir zurück, schwer atmend. Ohne Vorwarnung hob er mich vom Boden und warf mich aufs Bett.

Meine Augen weiteten sich angesichts der Geschwindigkeit, mit der er seine Boxershorts ablegte. Dann widmete er sich meinen Kleidern und streifte sie in einem einzigen Schwung ab.

Seine Finger spielten mit meiner Perle und trieben mich mit Stöhnen in den Wahnsinn. Er massierte seinen Schwanz, und Sekunden später glitt er in mich hinein.

„Owww …", stöhnte ich bei seinem Eindringen. Er verschränkte unsere Finger und presste meine Hände über meinem Kopf in die Matratze. Sein Gewicht hielt mich gefangen, während er in mich hämmerte.

Mein sanfter, zurückhaltender Schwiegervater war ein Monster im Bett. Das bemerkte ich ein wenig zu spät. Nichts an seinen Stößen war zärtlich. Er schickte mich mit seinen brutalen Stößen in die erotische Hölle.

Ich war ein quietschendes, stöhnendes Wrack. Und er war ein stöhnendes Wrack, das uns beide ungezügelt einem atemberaubenden Orgasmus entgegentrieb.

„Du hast darum gebeten, Elena. Vergiss das nicht." Er hauchte mir ins Ohr und drang tiefer ein, als wollte er, dass meine Wände jeden Zentimeter seines Schwanzes spürten. Als wollte er einen bleibenden Abdruck in mir hinterlassen.

„Ja …“ Meine Stimme war von leisen Stöhnen durchzogen. „Ja, hab ich …" Wir bewegten uns in seinem rasenden Rhythmus.

„Also wirst du es nie bereuen. Und du wirst nie so tun, als wäre es nicht passiert." Er kreiste jetzt in mir, entlockte meinen Lippen leise Seufzer.

„Ja …"

„Du gehörst mir. Verdammt nochmal, mir." Er küsste mich und verschluckte mein Aufstöhnen, während er das Tempo seiner Stöße verdoppelte, bis mich ein zerschmetternder Orgasmus durchfuhr und mir den Atem raubte.

Er stöhnte und ergoss sich tief in mir. Wir waren beide atemlos, und nach ein paar Sekunden rollte er von mir herunter.

Ich war erschöpft und glühte am ganzen Körper. Meine Augen fielen matt zu, und mir wurde schrecklich schwindelig. Irgendwo zwischen Wirklichkeit und Traumland glaubte ich, ihn etwas sagen zu hören …

Es klang fast wie eine Entschuldigung und noch ein paar Worte, die keinen Sinn ergaben. Er sagte:

„Verzeih mir …"

„… Es war die einzige Möglichkeit, dich in meine Arme zu locken."

Kapitel 3

ELENA Peters

Als mein Handy summte, erstarrte ich auf der Stelle. Doch mein Herz sackte in sich zusammen, als ich auf das Display schaute und es nicht der Mann war, von dem ich es mir erhofft hatte.

Eine Woche war seit jener Nacht vergangen, die wir miteinander geteilt hatten. Es war zweifellos der Alkohol gewesen, der aus mir sprach, als ich ihm sagte, ich würde nicht bereuen, was zwischen uns geschehen war.

Denn als ich am nächsten Tag nach Hause kam, heulte ich mir die Seele aus dem Leib. Nie hätte ich gedacht, dass ich etwas so Schmutziges tun würde, wie mit einem anderen Mann als meinem Gefährten zu schlafen. Und schlimmer noch, mit seinem Vater. Allein die Tatsache, dass ich es getan hatte, erfüllte mich mit abgrundtiefem Ekel vor mir selbst.

Ich hasste ihn augenblicklich und wollte nie wieder mit ihm sprechen. Doch dieser Hass verwandelte sich wenige Tage später in ein brennendes Sehnen und Verlangen.

Unablässig verspürte ich den Drang, ihn anzurufen, doch sobald ich das Handy in der Hand hielt, verließ mich der Mut. Und er hatte mich nicht angerufen. Gesehen hatten wir uns auch nicht. Gerade das beunruhigte mich am meisten.

Es brachte mich auf den Gedanken, dass er mich entweder ignorierte oder dass das, was zwischen uns gewesen war, ihm nicht genug bedeutete, um den Kontakt zu mir zu suchen.

Vielleicht war es für ihn nur eine einmalige Sache gewesen. Einfach irgendein bedeutungsloser Sex. Nichts weiter. Und obwohl ich eigentlich erleichtert darüber hätte sein sollen, tat ein Teil von mir entsetzlich weh.

Man korrigiere mich, falls ich falschliege, aber hatte er mir nicht das Versprechen abgenommen, dass ich nicht so tun würde, als wäre es nie passiert? Warum also tat er genau das?

Hatte er diese Worte nicht ernst gemeint, als er sie aussprach? Waren sie nur dazu da gewesen, den Moment aufzuheizen? Bereute er es genauso wie ich?

Vielleicht bedeutete es ihm einfach nichts. Und mir sollte es ebenfalls nichts bedeuten. Doch mein einsames Herz schien sich auf eine Weise nach ihm zu verzehren, gegen die ich machtlos war.

Ich starrte erneut auf seine Nummer, schüttelte dann den Kopf und entschied mich dagegen, ihn anzurufen. Ich wischte mir die Tränen aus den Augen und ging zum Frühstück hinunter.

Trent saß bereits am Tisch und war in sein Handy vertieft. Doch er legte es hastig weg, als er mich bemerkte.

Warum? Sprach er mit Tracy? Es fiel mir schwer, ihn darauf anzusprechen. Also konnte ich es nicht. Erst recht nicht, da ich wusste, dass ich genauso schmutzig war wie er, nachdem ich mich mit seinem Vater eingelassen hatte.

„Hey, Schatz", sagte er und beugte sich vor, um mich auf den Mund zu küssen. Ich wich dem Kuss unauffällig aus, sodass er auf meiner Wange landete.

Seit ich es herausgefunden hatte, ließ ich ihn mich weder küssen noch ficken. Seine Berührung widerte mich an. Und das Wissen, dass er seinen Schwanz in Tracy steckte, machte ihn für mich ganz gewiss nicht begehrenswerter.

Vielleicht würde ich ihn nie damit konfrontieren, aber ich würde mir mit Sicherheit keinen Schwanz mit meiner Schwester teilen. Das hätte den letzten Rest meines Stolzes zerstört.

Er zog mir einen Stuhl heraus, und ich ließ mich hineingleiten. Stets der Gentleman. Genau deshalb konnte ich einfach nicht begreifen, wie er mich betrügen konnte. Wie nur?

„Die Dinnerparty deines Vaters ist heute Abend“, erinnerte er mich.

Ja, Vater war der Alpha des Mondflocken-Rudels. Trents Vater war der Alpha des Purpurhügel-Rudels. Bis er sich vorzeitig zurückgezogen und die Position an Trent übergeben hatte.

Vater und Trents Vater Vince waren Jugendfreunde, und diese Freundschaft war mit ihnen gewachsen. Deshalb waren beide so überglücklich gewesen, als ich Trents Gefährtin wurde.

„Ja", erwiderte ich lustlos und versuchte zu essen, obwohl ich keinen Appetit hatte.

„Ich habe heute Abend noch zu tun. Ich setze dich dort nur ab und fahre dann los, um mich darum zu kümmern. Aber morgen bin ich auf jeden Fall bei der Party dabei."

Ich nickte erneut. Ich hatte nichts zu sagen. Er log. Eine Lüge, die keine Antwort verdiente. Wenn überhaupt, dann trieb sie mir nur wieder die Tränen in die Augen.

„Ich habe keinen Hunger", sagte ich und eilte zurück in mein Schlafzimmer. Ich blieb eingeschlossen, bis es Abend wurde.

Trent fuhr mich zu Vaters Rudel. Wir fuhren auf das Gelände, und Vater wartete bereits auf der Veranda.

Ich stieg aus dem Auto und stürzte mich in seine Arme.

„Sachte, Kleines", lachte er und strich mir über den Rücken.

„Entschuldigung." Aber ich brauchte eine Umarmung. Verzweifelt.

Trent fuhr davon, nachdem er Vater begrüßt hatte. Ihm nachzusehen, wie er wegfuhr, drückte meine Stimmung noch tiefer.

Vater und ich gingen hinein, und dort waren Tracy und ihre Mutter, meine Stiefmutter.

„Hallo, Mutter." Ich umarmte sie. Sie würde wohl nie die Leere füllen können, die meine Mutter in meinem Herzen hinterlassen hatte, als ich vier war. Aber sie war gewiss sehr gütig zu mir, und das bedeutete mir viel.

„Hey, große Schwester", begrüßte Tracy mich mit ihrem üblichen, frechen Grinsen. Ein strahlendes Lächeln, das selbst das trübseligste Gemüt aufhellte.

Wie konnte jemand mit solch einem Lächeln so hinterhältig sein? Und ich liebte sie so sehr, dass ich auch nicht wusste, wie ich sie zur Rede stellen sollte.

Also war ich gezwungen, all meine Gefühle in mich hineinzufressen, und es schnürte mir so verdammt erbarmungslos die Luft ab. Und in diesem Moment musste ich nett zu ihr sein. Obwohl es mich innerlich zerriss.

„Hey, Tracy." Mein Lächeln währte nur eine Sekunde, dann erlosch es. Zum Glück bemerkte es niemand, und Vater führte uns zum Esstisch.

Es waren nur wir, sonst niemand. Keine weiteren Gäste. Nicht einmal … Vince. Auf dem Weg hierher hatte mir das Herz bis zum Hals geschlagen bei dem Gedanken, ihn hier anzutreffen. Doch dass er nicht da war, erfüllte mich zugleich mit Enttäuschung und Erleichterung.

„Hast du niemand anderen eingeladen?", fragte ich Vater, als ich mich neben ihn setzte. Tracy saß neben ihrer Mutter.

„Ich habe nur Vince eingeladen", erwiderte er und griff nach seinem Besteck.

Ich erstarrte, fing mich jedoch sofort wieder. „Warum …" Meine Stimme war rau, also räusperte ich mich. „… warum ist er nicht gekommen?"

„Ich weiß es nicht. Er sagte, es sei etwas dazwischengekommen. Etwas, das er nicht unbeaufsichtigt lassen konnte." Vater klang irgendwie enttäuscht.

Ich aß schweigend, während mich eine Welle der Schuld zu zerreißen drohte. Was, wenn Vince abgesagt hatte, weil er wusste, dass ich hier sein würde?

Was, wenn er sich wegen dem, was passiert war, elend fühlte? Etwas, das nur geschehen war, weil ich angetrunken und waghalsig und rachsüchtig gewesen war.

Vielleicht plagte Vince sich mit Schuldgefühlen. Denn schließlich war ich die Tochter seines besten Freundes. Und die Gefährtin seines Sohnes. Er musste sich gerade selbst hassen.

Und ich durfte nicht vergessen, dass ich diejenige war, die das Ganze angefangen hatte. Ich war es gewesen.

„Schon gut, Liebling. Er wird morgen bestimmt zur Party kommen." Mutter versuchte ihn zu trösten. Doch Vater konnte seine Traurigkeit nicht verbergen.

Ich fühlte mich so elend, dass ich kaum etwas hinunterbekam.

Endlich war ich in meinem Zimmer und starrte wieder auf mein Handy.

Mein Verhalten in jener Nacht könnte seine Freundschaft mit meinem Vater ruinieren und meine Beziehung zu Trent erst recht zerstören, wenn ich es nicht in Ordnung brachte. Ich musste Verantwortung für mein Handeln übernehmen. Ich musste mich entschuldigen und ihm seine Schuldgefühle nehmen.

Es war alles mEs war alles meine Schuld. Ich hätte mich ihm nicht an den Hals werfen dürfen. Und dafür sollte ich mich entschuldigen.eine Schuld.

Mit einem tiefen Atemzug wählte ich seine Nummer. Was mich erschütterte, war, dass er bereits beim ersten Klingeln abnahm.

„Ganz schön lang gebraucht", brummte er rau.

„Es tut mir leid", sagte ich ruhig und versuchte, mein rasendes Herz unter Kontrolle zu bringen.

„Es ist …"

„Ich hätte mich dir nicht so an den Hals werfen dürfen." Ich sprach weiter und fiel ihm ins Wort. „Es tut mir leid, falls du dich schuldig fühlst. Aber das musst du nicht. Es war nur eine bedeutungslose einmalige Sache. Lass uns … lass uns einfach so tun, als wäre es nie passiert. Bitte."

Eisiges Schweigen lag zwischen uns. Und ich war versucht zu glauben, er hätte aufgelegt.

„Das ist es, was du mir sagen wolltest?" In seiner Stimme lag eine Schärfe. Eine beängstigende Schärfe. Sie jagte mir Schauer über den Rücken.

„J-ja …" Ich stammelte und umklammerte mein Handy fester. „Ist … ist es nicht das, was du hören willst?"

„Du hast keine verdammte Ahnung." Er zischte, und die Leitung war tot.

Ich war eine geschlagene Minute lang kreidebleich. Mein Gesicht glühte von der Intensität des dreiminütigen Telefonats mit einem Mann, der eigentlich der anständigste und gelassenste sein sollte.

Am Telefon hatte er nicht im Geringsten so geklungen. Wenn überhaupt, dann hatte er etwas Animalisches, Entfesseltes an sich gehabt, ganz wie in jener Nacht, als er mich durchgenommen hatte.

Was ging hier vor? Warum hatte ich das Gefühl, dass an ihm weit mehr war, als man auf den ersten Blick sah? Was … was ging hier wirklich vor? Denn ich hatte das Gefühl, mit diesem Anruf in ein Wespennest gestochen zu haben, obwohl ich ihn doch nur hatte beruhigen wollen.

„Ist etwas nicht in Ordnung?" Vaters Stimme ließ mich zusammenfahren. Ich wirbelte herum und ersetzte meinen blassen Ausdruck hastig durch ein Lächeln.

„Nichts, Vater." Wenn ich ihn doch nur fragen könnte, was für ein Mensch sein bester Freund wirklich war. Denn mir lief es eiskalt den Rücken hinunter. War er nicht der warmherzige, freundliche Vince, den alle kannten?

Wer war dieser Vince, mit dem ich geschlafen hatte und den ich gerade noch am Telefon gehabt hatte? Er schien ein völlig anderer zu sein als der Vince, den wir alle über die Jahre kennengelernt hatten.

„Ich wollte dir gute Nacht sagen." Vater kam näher und umarmte mich kurz. „Danke, dass du gekommen bist, um den Abend vor meinem Geburtstag mit mir zu verbringen."

„Das ist mir eine Freude, Vater." Ich hielt mein Lächeln aufrecht, doch bei der Göttin, mein Herz glühte vor Schuld. Wie enttäuscht er sein würde, sollte er jemals davon erfahren.

„Ruh dich aus. Es tut mir leid, dass du heute Abend keinen Spaß mit deiner Schwester haben wirst."

Spaß haben … nun, normalerweise blieben Tracy und ich an Abenden wie diesen, wenn ich hier übernachtete, lange auf, schauten Horrorfilme und kreischten aus vollem Halse.

Aber heute würde ich das ganz bestimmt nicht mit ihr tun. Ich konnte sie keine volle Minute lang ansehen, wie sollte ich also ein Zimmer mit ihr teilen oder mit ihr lachen?

„Nein, Vater. Ich bin erschöpft. Ich muss mich ausruhen."

„Ach, ist nicht schlimm. Tracy ist sowieso nicht da. Sie ist gegangen. Sagte, sie müsse sich mit einer Freundin treffen."

„Was?" Doch alles, was mir als Antwort blieb, war das leise Geräusch der sich schließenden Tür. Vater war bereits fort.

Tracy … war nicht hier? Ich wollte mir nichts ausmalen. Ich sollte mich nicht so quälen. Vielleicht war es nicht das, was ich dachte.

Vielleicht …

Mein Handy piepte. Hastig öffnete ich die Nachricht. Wieder Fotos von Herrn Anonym.

Trent war splitternackt, und Tracy saß auf ihm und genoss offensichtlich jede Sekunde.

Und darunter stand:

„Dein liebenswerter Gefährte, Trent.“

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Der Vater meines Gefährten will mich

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