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Die verschmähte Erbin: Heirat mit dem unnahbaren Magnaten
Die verschmähte Erbin: Heirat mit dem unnahbaren Magnaten

Die verschmähte Erbin: Heirat mit dem unnahbaren Magnaten

49 Kapitel
Abgeschlossen
Nach dem Verrat verliert sie ihr Erbe an ihre Schwester. Für ihre Rache macht sie dem Milliardär Adam einen Heiratsantrag. "Die verschmähte Erbin: Heirat mit dem unnahbaren Magnaten" ist eine Web Novel für Fans der billionaire romance novels.
Kapitel 1 von Die verschmähte Erbin: Heirat mit dem unnahbaren Magnaten

Allison Montgomery saß auf dem Fahrersitz ihres Audi, der Motor lief leise im JFK Airport Cell Phone Lot. Ihr Zeigefinger tippte in einem langsamen, ungeduldigen Rhythmus gegen das Lenkrad – derselbe Rhythmus wie das Ticken der Rolex an ihrem Handgelenk. Die Uhr war ein Geschenk von Finn Kensington, ihrem Verlobten seit drei Jahren. Sie überprüfte erneut die Zeit. Der Flug aus London hatte Verspätung. Schon wieder. Ein schwerer Seufzer beschlug die kalte Scheibe des Fahrerfensters.

Sie wartete seit fünfundvierzig Minuten darauf, ihre älteste Freundin vom Internat abzuholen. Fünfundvierzig Minuten ihres Lebens, die sie niemals zurückbekommen würde.

Ihr Handybildschirm, der in der Getränkehalterung lag, leuchtete plötzlich auf.

Eine Warnung zur Audioerkennung im Innenraum blitzte auf dem Display auf. Es war die synchronisierte Dashcam-App, die mit ihrem Range Rover verbunden war – dem, den sie im VIP-Bereich ihres Lieblingsrestaurants in Manhattan geparkt hatte. Demselben Restaurant, in dem Finn behauptet hatte, er hätte ein „spätes Geschäftsessen".

Allison runzelte die Stirn. Ihre Finger schwebten über dem Bildschirm. Ein Garageneinbruch? Der VIP-Parkplatz sollte sicher sein, aber Manhattan war unberechenbar. Ihr Herzschlag beschleunigte sich leicht, ein dumpfes Pochen gegen ihre Rippen, als sie auf die Benachrichtigung tippte.

Der Live-Video-Feed wurde eine Sekunde lang gepuffert. Dann zeigte der Bildschirm das dunkle, lederausgekleidete Interieur ihres Range Rover.

Sie kniff die Augen zusammen. Straßenlaternen draußen warfen harte gelbe Schatten über das Armaturenbrett. Eine vertraute Designerhandtasche lag achtlos über den Lüftungsschlitzen.

Sie starrte auf die Tasche. Ihr wurde schlecht.

Es war eine Birkin in limitierter Auflage. Smaragdgrünes Leder. Sie hatte genau diese Tasche letzten Monat für ihre jüngere Schwester, Cheyanne, gekauft.

Bevor ihr Gehirn verarbeiten konnte, warum Cheyannes Tasche in ihrem Auto war, setzte der Ton ein.

Das unverkennbare Geräusch von schwerem, feuchtem Atmen erfüllte die ruhige Kabine des Audi. Stoff raschelte heftig. Dann ein scharfes, atemloses Stöhnen.

Allison erstarrte. Das Blut wich so schnell aus ihrem Gesicht, dass ihr schwindelig wurde. Ihre Finger umklammerten das Lederlenkrad so fest, dass ihre Knöchel knochenweiß wurden.

Eine Männerstimme stöhnte durch den Lautsprecher des Telefons. Er stöhnte einen Namen. Es war nicht Allisons Name.

Es war Cheyannes.

Der Kamerawinkel fing die Reflexion im Rückspiegel ein. Die Straßenlaternen beleuchteten das Gesicht des Mannes auf dem Rücksitz.

Finn Kensington. Ihr Verlobter. Der Mann, der ihr heute Morgen in die Augen gesehen und gesagt hatte: „Ich liebe dich, Allie. Bis heute Abend."

Sein Gesicht war von roher, ungezügelter Leidenschaft verzerrt – ein Ausdruck, den sie noch nie an ihm gesehen hatte. Sein Hemd war aufgeknöpft, sein Gürtel geöffnet.

Dann kam Cheyannes Gesicht ins Blickfeld. Die Hände ihrer Schwester verfingen sich in Finns perfekt gestyltem Haar. Cheyanne lehnte sich hoch, ihre Lippen streiften Finns Kiefer, ihr Mund war offen, atemlos.

„Sag mir, dass ich besser bin als sie", flüsterte Cheyanne, laut und deutlich ins Mikrofon. „Sag mir, dass ich besser bin als Allison."

Finn keuchte, seine Stimme brach. „Das bist du. Gott, das bist du. Sie ist nie – sie ist so kalt im Vergleich zu dir. Du bist alles, was sie nicht ist."

Cheyanne lachte – ein tiefes, triumphierendes Geräusch. „Warum bist du dann noch mit ihr verlobt?"

„Wegen der Familien", sagte Finn, seine Hände umklammerten ihre Hüften. „Aber dich will ich. Du warst es schon immer."

Eine Welle intensiver Übelkeit überrollte Allison. Die Magensäure stieg ihr die Kehle hoch. Sie schlug ihre Hand gegen die Fensterheber, kurbelte das Audi-Fenster herunter, um nach eiskalter, nach Kerosin riechender Luft zu schnappen. Ihre Lungen brannten. Ihr Blick verschwamm an den Rändern.

Sie hatte diesem Mann drei Jahre gegeben. Drei Jahre ihres Lebens. Sie hatte Jobangebote in Europa für ihn abgelehnt. Sie hatte ihn vor ihren Freunden, ihrer Familie, vor jedem verteidigt, der sagte, er sei zu glatt, zu ehrgeizig, zu gut, um wahr zu sein.

Und so zahlte er es ihr heim.

In ihrem Auto. Mit ihrer Schwester.

Der anfängliche Schock dauerte genau zehn Sekunden. Dann übernahm die kalte, brennende Wut. Sie breitete sich wie Eiswasser in ihren Adern aus und fror ihre Tränen ein, bevor sie sich überhaupt bilden konnten.

Allison streckte eine vollkommen ruhige Hand aus. Sie drückte den Aufnahme-Knopf in der App. Ein roter Punkt blinkte auf dem Bildschirm und stellte sicher, dass das Filmmaterial direkt in ihrem sicheren Cloud-Speicher gespeichert wurde. Sie würde dieses Beweismittel nicht verlieren.

Sie weinte nicht. Sie schrie nicht.

Sie rief ihre Kontaktliste auf und fand die Nummer des Sicherheitschefs des Restaurants. Sie drückte auf Anruf.

„Hier spricht Allison Montgomery", sagte sie, ihre Stimme flach, metallisch, selbst für sie selbst unkenntlich. „Mein Range Rover steht auf Ihrem VIP-Parkplatz. Ich möchte, dass Sie ihn sofort abschleppen lassen."

„Frau Montgomery?", fragte der Sicherheitschef, dessen Stimme von Verwirrung durchzogen war. „Gibt es ein Problem mit dem Fahrzeug?"

„Es befindet sich eine Biogefahr im Inneren", wies Allison ruhig an. „Lassen Sie es zu einem Schrottplatz abschleppen. Ich will es nicht zurück. Ich schicke Ihnen einen Bonus für Ihre Diskretion."

Sie legte auf, bevor er antworten konnte.

Ihre Hände zitterten leicht, Adrenalin durchflutete ihr System und verlangte nach körperlicher Handlung. Sie griff hinunter und stellte den Motor des Audi ab.

Sie musste gehen. Wenn sie noch eine Minute in diesem Auto sitzen würde, würde sie das Lenkrad vom Armaturenbrett reißen.

Sie nahm ihren beigefarbenen Trenchcoat vom Beifahrersitz, schob ihre Arme in die Ärmel und trat in den beißenden Wind hinaus. Die kalte Luft schlug ihr ins Gesicht und holte sie auf den Boden der Tatsachen zurück.

Sie ging in Richtung Terminal 4. Die automatischen Türen glitten auf und trafen sie mit einer Wand aus Hitze und Lärm.

Das Terminal wimmelte von Tausenden von Reisenden. Das Rollen von Koffern, die sich überlappenden Durchsagen, die rufenden Familien – der Lärm rieb an ihrem hochkonzentrierten, zerbrechlichen Geisteszustand. Jedes Geräusch fühlte sich wie ein physisches Kratzen an ihren Trommelfellen an.

Eine einzelne, verirrte Träne entwich ihrem linken Auge.

Allison wischte sie aggressiv mit dem Handrücken weg, ihre Nägel gruben sich in ihre Wange. Sie schwor sich, den Stich ihrer eigenen Nägel spürend, dass sie in der Öffentlichkeit nicht zusammenbrechen würde. Sie würde Finn oder Cheyanne nicht die Genugtuung geben, sie weinen zu sehen.

Ihr Handy summte in ihrer Tasche.

Sie zog es heraus. Eine neue Nachricht von Finn.

Stecke in einer langweiligen Vorstandssitzung fest. Vermisse dich. Kann es kaum erwarten, dich heute Abend zu sehen.

Die schiere Dreistigkeit der Lüge blendete sie. Sie starrte auf die Nachricht, ihr Blick verengte sich vollständig auf den leuchtenden Bildschirm. Er log sie immer noch ins Gesicht. Selbst nachdem sie ihn gerade dabei beobachtet hatte, wie er ihr Auto mit ihrer Schwester entweihte.

Sie ging weiter, ihre Stilettos klickten scharf auf dem polierten Marmorboden, völlig unbewusst ihrer Umgebung. Ihr Verstand war ein Sturm aus Wut, Verrat und kalter Berechnung.

Sie bog um eine Ecke in der Nähe der VIP-Lounge. Sie sah nicht auf.

Sie prallte hart gegen eine feste, unnachgiebige Brust.

Der Aufprall fühlte sich an, als würde man gegen eine Betonsäule laufen. Die Kollision raubte ihr den Atem und ließ ihr Handy über den Marmorboden gleiten.

Allison stolperte rückwärts. Ihre Knöchel wackelten auf ihren vier Zoll hohen Stilettos. Die Schwerkraft zog sie nach unten. Sie stemmte die Arme, erwartete den schmerzhaften, demütigenden Aufprall auf dem harten Boden.

Aber es kam nie dazu.

Eine große, warme Hand schoss hervor. Lange Finger umklammerten ihre Taille mit drückender Kraft. Die Hand zog sie in einer fließenden, kraftvollen Bewegung aufrecht, stoppte ihren Fall sofort.

Allison keuchte. Ihre Hände pressten sich instinktiv flach gegen ein maßgeschneidertes anthrazitfarbenes Sakko. Der Stoff war unglaublich weich, aber der Muskel darunter war steinhart. Ein scharfer Duft umhüllte sie – Zedernholz, teurer Tabak und etwas Kälteres, Gefährlicheres.

Sie blickte auf, ihr Atem stockte in ihrer Kehle.

Sie traf auf ein Paar dunkler, raubtierhafter Augen.

Der Mann, der auf sie herabblickte, war umwerfend gutaussehend – scharfes Kinn, hohe Wangenknochen, Lippen zu einer dünnen, unleserlichen Linie gepresst. Sein Gesicht war eine perfekte Maske wohlhabender Gleichgültigkeit, aber seine Augen… seine Augen brannten.

Ein paar Meter hinter ihm stand ein anderer Mann, der zwei Tassen Kaffee hielt. Sein Mund stand leicht offen.

„Adam, geht es dir gut?", fragte der Mann und eilte vorwärts.

Adam. Der Name blieb ihr im Gedächtnis haften.

Der Fremde – Adam – antwortete nicht. Sein Blick blieb auf Allison fixiert. Sein Daumen, der schwer auf ihrer Taille ruhte, streichelte subtil den Stoff ihres Trenchcoats. Die Wärme seiner Berührung drang durch die Schichten ihrer Kleidung und brannte auf ihrer Haut.

Allisons Herz pochte. Sie sollte sich losreißen. Sie sollte ihm danken und gehen.

Aber sie konnte sich nicht bewegen.

Der Mann hinter ihm – Kip, wie sie später erfahren sollte – starrte auf Adams Hand an Allisons Taille. Seine Augen weiteten sich. Er hatte Adam noch nie körperlichen Kontakt mit einer Frau initiieren sehen. Niemals.

Allison fand endlich ihre Stimme. Sie trat zurück und löste die Verbindung. Der plötzliche Verlust seiner Körperwärme ließ die Terminalluft eiskalt erscheinen.

„Entschuldigen Sie", sagte sie kalt und zwang ihren Rücken gerade. „Sie sollten darauf achten, wo Sie stehen."

Sie strich die Vorderseite ihres Mantels glatt und weigerte sich, die Röte anzuerkennen, die ihren Hals hinaufkroch. Sie ging hinüber, hob ihr Handy vom Boden auf und setzte ihren Weg durch die Halle fort, ohne zurückzublicken.

Aber sie spürte seinen Blick auf sich. Schwer. Unerbittlich.

Der Mann – Adam Kensington, obwohl sie es noch nicht wusste – stand vollkommen still. Er sah ihr nach, wie sie wegging, seine dunklen Augen verfolgten das Schwingen ihres Mantels, das selbstbewusste Klicken ihrer Absätze.

Seine Augen verengten sich leicht. Erkennung flackerte in ihren dunklen Tiefen.

Er hatte diese Frau schon einmal gesehen. In unzähligen Finanzberichten. Auf Gesellschaftsseiten. Im Hintergrund von Fotos seines Neffen, Finn.

Allison Montgomery.

Finns Verlobte.

Die Frau, die sein Neffe betrog.

Ein langsames, kalkuliertes Grinsen bildete sich auf Adams Lippen.

Er hob die Hand, richtete seinen Manschettenknopf mit tödlicher Präzision und gab seinem im Schatten stehenden Sicherheitsteam ein subtiles, stummes Nicken.

„Folgen Sie ihr. Ich will alles wissen."

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