Kapitel 3
Isabella „Bella“ Douglas POV:
Ich erwachte im sterilen Weiß eines Klinikzimmers, meine Hand verbunden und pochend, mein Körper von Fieber durch das Gift geschüttelt.
Maria, die Haushälterin der Familie Douglas, saß an meinem Bett, ihr Gesicht eine Maske der Sorge, ihre Augen rot vom Weinen.
„Ich habe den Hausarzt gerufen“, flüsterte sie und tupfte meine Stirn mit einem kühlen Tuch ab. „Sie haben dich auf dem Boden liegen lassen, Kind. Sie haben dich einfach liegen lassen.“
Sie erzählte mir, wie Jameson und meine Brüder an Haleighs Seite geeilt waren und meinen krampfenden Körper auf dem Marmorboden ignoriert hatten.
Sie hatten Maria verflucht, weil sie sich um das kümmerte, was sie „einen kleinen Spinnenbiss“ nannten.
Maria zählte meine Jahre stiller Opfer auf – das Geld, das ich leise in ihr scheiterndes Familienunternehmen gesteckt hatte, die Pflege, die ich ihnen gab, wenn sie krank waren, die unerschütterliche Loyalität, die ich ohne Fragen anbot.
„Sie haben dich nie gesehen, Kind“, sagte sie mit erstickter Stimme. „Sie haben immer nur sie gesehen.“
Ihre Worte, die trösten sollten, trafen stattdessen einen tieferen Nerv. Der Schmerz zerbrach mich nicht. Er schmiedete mich. Was in mir rissig und gebrochen war, verhärtete sich zu etwas Neuem, etwas Unzerbrechlichem.
Die Freiheit war zwei Tage entfernt. Das war jetzt mehr als ein Trost; es war ein Versprechen.
Ich kehrte mit einem kalten Gefühl der Entschlossenheit ins Penthouse zurück, nur um eine rauschende Geburtstagsfeier in vollem Gange vorzufinden. Für Haleigh.
Es war auch mein Geburtstag. Niemand hatte sich daran erinnert.
Ich beobachtete von der Tür aus, wie Jameson und meine Brüder Haleigh ihre Geschenke überreichten: eine Diamantkette, die wie Eis glitzerte, die Schlüssel zu einem Oldtimer-Sportwagen, die Urkunde für ein Weingut an der Mosel.
Meine Brüder grinsten höhnisch, als sie mich sahen.
„Deinen kleinen Urlaub genossen?“, fragte Blake. „Ein Spinnenbiss ist keine Ausrede, um zu verschwinden, wenn deine Schwester dich braucht.“
Jameson trat näher, seine Stimme eine Verhöhnung von Besorgnis. „Haleigh ist zerbrechlich. Sie ist jetzt meine Frau. Das musst du akzeptieren.“
Anstelle der üblichen Wut legte sich eine eiskalte Ruhe über mich.
„Du hast recht“, sagte ich, mein Lächeln beunruhigte ihn. „Das ist sie.“
Haleigh verkündete, es sei Zeit für eine Geburtstags-Diashow.
Aber anstelle von süßen Kinderfotos blitzten auf der Leinwand Bilder von Haleigh aus ihren fünf Jahren Abwesenheit auf – betrunkene Nächte in billigen Motels, fremde Männer, deren Hände überall auf ihr waren.
Die Worte „Alles Gute zum Geburtstag für Hamburgs liebste Hure“ brannten über dem letzten Bild.
Die Musik verstummte. Das Lachen erstickte. Der Raum erstarrte.
Meine Brüder eilten, um die Projektion abzuschalten, ihre Gesichter mörderisch.
Haleigh, immer die Schauspielerin, zeigte mit zitterndem Finger auf mich und brach in Jamesons Armen zusammen.
„Sie hat das getan!“, wimmerte sie, ihre Schluchzer hallten in der fassungslosen Stille wider.
Jameson wiegte sie in seinen Armen, sein Blick traf meinen. Es waren kalte, harte Eissplitter, die Vergeltung versprachen.
„Dafür wirst du bezahlen“, knurrte er.