Kapitel 3
Kaylee hob achtlos ihren Schleier und enthüllte ihr hässliches Gesicht mit der kompletten Narbe. Alle schnauften schockiert auf.
„Oh mein Gott!“ „Ich hätte nicht erwartet, dass sie so hässlich ist!“
„Kein Wunder, dass Herr Stephens sie nicht heiraten wollte!“
„Ich würde lieber einen stinkenden Bettler heiraten als sie!“
Doch Kaylee schien diese harten Worte nicht zu hören. Sie folgte dem Kellner einfach ruhig zur Tür des Hotelzimmers, in dem Elijah sich befand.
Sie hämmerte nicht hysterisch gegen die Tür, wie alle erwartet hatten. Im Gegenteil, sie wirkte vollkommen ruhig.
Nachdem sie sich umgesehen hatte, ging sie zum Hotelreinigungswagen und griff nach einem frisch gewaschenen weißen Bettlaken.
Als sie zum Kellner zurückkehrte, fragte sie beiläufig: „Haben Sie ein Feuerzeug?“
Der Kellner hatte keine Ahnung, was los war, zog aber schnell ein Feuerzeug aus seiner Tasche und sagte: „Hier.“
Ein Lächeln umspielte Kaylees rosafarbene Lippen, als sie nach dem glänzenden Feuerzeug griff. Ihr Gesicht war nicht mehr ausdruckslos und gleichgültig, und ihre Augen strahlten.
Trotz der Narbe, die ihr Gesicht dominierte, wirkte sie unerklärlich bezaubernd, und ihre klaren Augen waren besonders anziehend.
Ohne ein Wort zu sagen, zündete Kaylee das weiße Bettlaken an und warf den brennenden Stoff zur Tür des Zimmers. Als er dies sah, war der Kellner schockiert.
Dichter Rauch löste den Rauchmelder aus, der wiederum den ohrenbetäubenden Feueralarm auslöste.
Sobald die Sprinkler im Raum losgingen, ertönten ein Schrei und ein heiserer Fluch von drinnen.
Nach ein paar schlurfenden Schritten öffnete sich die Tür und enthüllte einen klatschnassen Elijah.
Als sie sah, dass er ordentlich gekleidet war, hob Kaylee überrascht die Augenbrauen. "Haben Sie mit der Frau noch nicht angefangen? Oder sind Sie schon fertig?"
Elijah hatte nicht erwartet, dass sie so eine Frage stellen würde. Er schaute auf sein nasses Hemd hinunter und sagte: "Gerade erst fertig geworden."
Sobald er dies sagte, bemerkte er Mitleid in Kaylees Augen.
"Oh, okay. Das... ging schnell." Kaylee musterte ihn mit einem kleinen Lächeln.
Der Kellner musste sein Lachen unterdrücken.
Elijah runzelte die Stirn und warf dem Kellner einen eisigen Blick zu. Der Kellner verstummte sofort und wagte es nicht, sich zu rühren.
Seine Unzufriedenheit unterdrückend, fuhr sich Elijah mit den Fingern durch das nasse Haar. "Bist du derjenige, der das Feuer gelegt hat?"
Als hätte sie die lodernde Wut in seinen Augen nicht bemerkt, sah Kaylee ihn ruhig an und nickte.
"Ja. "Bitte geh zuerst in den Festsaal im dritten Stock und heirate mich."
Ihr Ton war äußerst gleichgültig, als würde sie über das heutige Wetter sprechen.
Elijahs Augenbrauen hoben sich überrascht. Er hatte nicht erwartet, dass seine Braut so reagieren würde. War sie nicht wütend, dass er am Tag ihrer Hochzeit Sex mit einer anderen Frau hatte?
"Was, wenn ich nein sage?" fragte er lächelnd und starrte auf ihr vernarbtes Gesicht.
Man musste zugeben, dass Elijah ziemlich gut aussah.
Er hatte markante Züge, und sein nasses Haar verlieh ihm zusätzlichen Charme. Sein attraktives Gesicht musste unzählige Frauen zum Schwärmen gebracht haben.
Kaylees Gesichtsausdruck verdunkelte sich. Sie packte seinen Arm und sagte: "Wir müssen heute heiraten."
Dann wandte sie sich mit einem Lächeln an den Kellner und sagte lieblich: „Mein Ehemann wird das Bettlaken bezahlen. Danke.“
Ihr Lächeln wäre bezaubernd gewesen, aber die schreckliche Narbe in ihrem Gesicht machte sie furchteinflößend.
Kaylee war nicht der Typ Mensch, der sich alles gefallen ließ. Auch wenn sie sich nicht sofort an ihnen rächen konnte, würde sie definitiv einen Weg finden, ihnen Leid zuzufügen. Seit Elijah sie vor dem Altar hatte stehen lassen, war sie fest entschlossen, ihn bloßzustellen.
Kaylees Stimme war sehr angenehm zu hören. Beim Erwähnen des Wortes „Ehemann“ war Elijah ein wenig verdutzt und, absurd wie es klingt, sogar ein wenig erregt.
Aber... Egal wie angenehm ihre Stimme war, der Anblick ihres Gesichts reichte aus, um ihm völlig die Lust zu nehmen.
Elijah wollte ihre Hand abschütteln, doch bevor er es tun konnte, erhaschte er flüchtig einen Blick auf ein kleines, scharlachrotes Muttermal auf ihrem Rücken.
Könnte es sein? Es sah dem rosenförmigen Muttermal auf dem Rücken jenes Mädchens sehr ähnlich...
Elijah erstarrte. Er verengte seine Augen und wollte genauer hinschauen, doch dann rückte Kaylee den Schleier zurecht, um ihren Rücken zu bedecken.
Sie hielt seinen Arm und schritt fest voran, während er ihr wie eine gehorsame Marionette dicht folgte.
Schließlich wandte sich Kaylee ihm zu und sagte: "Danke für Ihre Kooperation, Mr. Stephens."
Kaylees angenehme Stimme holte Elijah zurück zur Besinnung. Er stellte fest, dass sie bereits den Festsaal erreicht hatten, und er war nicht so unbekümmert wie sonst. Im Gegenteil, sein Gesichtsausdruck war ungewöhnlich ernst.
Er konnte nicht anders, als anzufangen zu fragen: "Du..."
Doch bevor er ein weiteres Wort herausbrachte, wurde er von Kaylee unterbrochen. "Lassen Sie uns diese Hochzeit so schnell wie möglich hinter uns bringen. Dann können Sie zurückgehen und tun, was immer Sie möchten."