Kapitel 3
Chloe hatte gerade den Metalldetektor passiert, die Erleichterung, ihren Ausweis wiederzuhaben, überflutete sie wie ein schwaches Schmerzmittel. Es nahm die Spitze, aber der Schmerz war immer noch da. Sie ging auf das Terminal zu, ihr Rollkoffer klickte auf dem Terrazzoboden, als sie es hörte.
„Chloe! Warte!"
Ihr Rücken versteifte sich. Sie musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, wer es war. Sie roch sein Kölnischwasser – dieses billige, moschusartige Spray, in dem er sich gerne ertränkte. Sie ging weiter, schneller.
Eine Hand packte ihren Arm und drehte sie herum. Brennen stand da, sein Haar zerzaust, dunkle Ringe unter den Augen. Er hielt einen Manila-Umschlag.
„Chloe, bitte", sagte er, seine Stimme rau. „Hör mir einfach zu. Was du gestern gesehen hast... es war ein Fehler. Ich war betrunken. Kate hat sich an mich herangemacht, und ich habe einfach... ich habe nicht nachgedacht."
Chloe sah auf seine Hand an ihrem Arm, dann auf sein Gesicht. „Nimm deine Hand von mir."
Er ließ los, trat aber näher und versperrte ihr den Weg. „Ich liebe dich, Chloe. Nicht sie. Es war eine einmalige Sache. Ich schwöre es."
„Du hast eine komische Art, Liebe zu zeigen", sagte Chloe, ihre Stimme emotionslos. „Meine beste Freundin in deinem Auto zu vögeln."
Brennens Gesicht verzog sich, er versuchte, ernsthaft auszusehen. „Ich weiß, dass du wütend bist. Ich weiß, dass ich es vermasselt habe. Aber ich kümmere mich immer noch um dich." Er hielt den Manila-Umschlag hoch. „Ich habe in der Nähe des Check-ins auf dich gewartet und gesehen, wie du mit der Security gestritten hast. Ich dachte, du wärst in Schwierigkeiten, also habe ich ein paar Fäden beim Gewerkschaftsvertreter gezogen. Habe dir einen temporären Pass besorgt, damit du deinen Flug schaffst."
Er hielt es ihr wie ein Friedensangebot hin. Er erwartete, dass sie dankbar sein würde. Er erwartete, dass sie dahinschmelzen würde, ihn als den Ritter in glänzender Rüstung sehen würde, der immer auf sie aufpasste, selbst wenn sie „hysterisch" war.
Chloe starrte auf den temporären Ausweis. Dann griff sie in ihre Tasche und zog ihren echten Ausweis heraus, den Plastikausweis, den der mysteriöse Fremde zurückgegeben hatte. Sie hielt ihn hoch und ließ das Licht das Aura Airlines-Logo einfangen.
„Ich brauche deinen Mitleidspass nicht, Brennen", sagte sie, ihre Stimme kalt. „Ich habe meinen eigenen Weg nach Hause gefunden."
Brennens Lächeln gefror. Er starrte auf den Ausweis, sein Kiefer schlaff. „Wie hast du... wer hat dir das gegeben?"
„Das geht dich nichts an", sagte Chloe. Sie ging um ihn herum, ihre Schulter streifte seine. „Nichts geht dich mehr etwas an."
Sie ging weg, den Kopf hoch erhoben. Sie sah nicht zurück. Sie spürte seine Augen in ihren Rücken brennen, aber es war ihr egal. Die Genugtuung war kurz, ein kleiner Funke in der Dunkelheit. Es reparierte nicht das Loch in ihrer Brust, aber es war ein Anfang.
Sie fand eine ruhige Ecke in der Nähe ihres Gates und sank in einen Plastikstuhl. Das Adrenalin ließ nach und hinterließ sie erschöpft und leer. Sie zog ihr Telefon heraus und wählte Aisling. Es klingelte und klingelte, dann ging es zur Mailbox.
Sie legte auf, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Sie war allein. Die einzige Person, die ihr in den letzten zwölf Stunden geholfen hatte, war ein Fremder, den sie für Sex bezahlt hatte. Es war erbärmlich.
„Achtung, Aura Airlines Personal", knisterte die Sprechanlage. „Flug 104 nach Paris, bitte begeben Sie sich zu Gate B4."
Chloe atmete tief durch. Sie stand auf, glättete ihre Uniform und setzte ihr professionelles Lächeln auf. Die Show musste weitergehen.
Auf der anderen Seite des Terminals sah Brennen ihr nach, wie sie wegging. Sein Gesicht war rot, sein Stolz schmerzte. Er zog sein Telefon heraus und wählte den ersten Kontakt.
„Sie hat ihren Ausweis zurückbekommen", schnauzte er, sobald die Verbindung hergestellt war. „Jemand hat ihn ihr gegeben. Sie hat mich abgewiesen."
Es gab eine Pause am anderen Ende, dann Kates Stimme, sanft und berechnend. „Mach dir keine Sorgen, Bren. Wenn sie schwer zu kriegen spielen will, gut. Wir müssen einfach einen anderen Weg finden, ihr das Leben schwer zu machen."