Kapitel 3
Kenneths Blick war gleichgültig und bar jeder Wärme.
Für ihn schien ihre Interaktion eine Verpflichtung zu sein, die er ablehnte.
Selena erinnerte sich an sein kaltes Verhalten während ihres früheren Telefongesprächs, als sie ihn regelrecht um Hilfe angefleht hatte, und versuchte, sich loszureißen.
Kenneth hielt jedoch schnell ihre Handgelenke fest und drückte sie über ihren Kopf. Seine Stimme war kalt und fest. „Selena, stell meine Geduld nicht auf die Probe“, sagte er.
In der Sekunde, in der er zu Ende gesprochen hatte, kam er näher auf sie zu.
Selena hatte so starke Schmerzen, dass sie fast in Tränen ausbrach. Um keinen Laut von sich zu geben, biss sie sich auf die Lippe, wodurch ihr Körper angespannt wurde.
Als Kenneth sah, wie sie reagierte, wurden seine Augen noch dunkler. Dann packte er sie an der Taille, drückte sie nach unten und machte mit ihrem Körper, was er wollte.
Sobald sie mit dem Sex fertig waren, dachte Selena, dass er sofort gehen würde, so wie er es immer tat. Doch heute Abend schien etwas an ihm anders zu sein. Er drückte ihren Kopf gegen das Kissen und begann erneut, sie zu ficken.
Während er mitten in seiner Arbeit war, flüsterte er ihr zu: „Wenn du mir noch einmal Ärger machst, werde ich dafür sorgen, dass du aus meinem Haushalt verbannt wirst, Selena!“
Im Laufe der Minuten wurde Selena ohnmächtig, weil sie nicht länger ertragen konnte, was er ihr antat.
Den Rest der Nacht konnte sie nicht schlafen.
In ihrem Albtraum träumte sie, dass die Entführer sie fragten, warum es Kenneth egal sei, ob sie lebe oder sterbe. Und sie sagte ihnen, dass ihm ihr Leben egal sei, einfach weil er sie nicht liebe.
Anschließend stieß der Entführer sie von einer Klippe.
Selena schreckte hoch, setzte sich auf und brach in kalten Schweiß aus.
Als sie das Kissen und das Bettlaken betrachtete, stellte sie fest, dass sie schweißgebadet waren. Sie saß dort und starrte einige Minuten lang ins Leere, bevor sie trotz ihrer Verletzungen duschte.
Nach dem Frühstück fuhr Selena zur Firma.
In der Sekunde, in der sie aus dem Aufzug stieg, hörte sie einen ihrer Kollegen. „Miss Adams, ich bin mit dem Aufräumen Ihres Büros fertig!“
Selena blieb wie angewurzelt stehen und blickte nach vorne, um zu sehen, was los war.
Da stand eine Frau in einiger Entfernung, deren elegante Kleidung ihr langes, wallendes schwarzes Haar betonte.
Selena hatte Giselle oft von hinten gesehen, abgeschirmt von Kenneth, aber nie ihr Gesicht.
Sie war neugierig auf die Gesichtszüge der Frau, die Kenneths ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich zog.
Als sie Selenas Blick spürte, drehte sich die Frau anmutig zu ihr um.
Als sich ihre Blicke trafen, dämmerte Selena eine Erkenntnis. Der Kontrast zwischen ihr und Giselle war stark.
Während Selena eine Helligkeit ausstrahlte, die der Sonne ähnelte, strahlte Giselle den heiteren Glanz des Mondlichts aus. Sie lagen tatsächlich Welten auseinander.
„Miss Adams, das ist Miss Owen“, stellte sich ein Kollege herzlich vor. „Und Miss Owen, das ist Giselle Adams.“
Giselles Augen hatten einen flüchtigen, wissenden Blick, aber sie begrüßte Selena mit einem sanften Lächeln. „Es ist mir eine Freude, Sie kennenzulernen, Miss Owen.“
Selena antwortete kühl: „Es ist noch ziemlich früh für einen Besuch, Miss Adams.“
Giselles Fassung geriet leicht ins Wanken, als sie Selenas Sarkasmus spürte.
Obwohl ihr der bloße Gedanke daran zuwider war, behielt sie ihr freundliches Verhalten bei.
„Ken hat mich heute früh hierher gebracht. Entschuldigen Sie."
Obwohl sie sich entschuldigte, klang sie so eingebildet.
Die vertraute Art, wie sie Kenneth bezog, entging Selena nicht.
Die Kollegin spürte die Spannung und beschloss, die Stimmung zwischen den beiden aufzulockern.
„Miss Owen, Miss Adams wird als neue Leiterin der Marketingabteilung einsteigen. Sie wird eine Position innehaben, die Ihrer gleichwertig ist. Allerdings hat Herr Powell erwähnt, dass Miss Adams ihm direkt unterstellt sein wird“, sagte sie zu Selena.