Kapitel 3

Analia ging nicht sofort. Sie saß auf dem samtenen Hocker im Foyer, ihr Koffer neben ihr wie ein treuer Hund. Sie musste die Sache richtig angehen.

Als Clive zehn Minuten später die Treppe herunterkam, war er bereits vollständig für das Büro gekleidet, die Krawatte ungebunden um den Hals. Er sah sie dort sitzen und stieß einen Seufzer der Erleichterung aus, der jedoch eher wie Herablassung klang.

„Gut", sagte er und kam auf sie zu. „Du bist zur Vernunft gekommen. Nun, binde mir diese Krawatte. Der Knoten wird nie richtig, wenn ich ihn mache."

Er reckte das Kinn vor, entblößte seinen Hals und wartete auf ihre vertrauten Finger. Es war ein Ritual. Jeden Morgen, seit vier Jahren.

Analia rührte sich nicht. „Du hast Hände, Clive."

Clive erstarrte. Er drehte langsam den Kopf und sah sie an, als hätte der Hocker zu sprechen begonnen. „Wie bitte?"

Analia griff in ihre Handtasche und zog ein gefaltetes Dokument hervor. Es war eine handgeschriebene Liste auf der Rückseite einer Entlassungsbroschüre des Krankenhauses, die sie im Wartezimmer bekritzelt hatte.

Sie legte es auf den Konsolentisch aus Marmor.

„Wir müssen über die Trennung sprechen", sagte sie.

Clives Augen verengten sich. Die Erleichterung verschwand und wurde durch kalten, harten Zorn ersetzt. „Du forderst dein Glück heraus, Analia. Ich habe dir gesagt, ich habe keine Zeit für Spielchen."

„Das ist kein Spiel." Sie stand auf. „Ich will die Scheidung."

Das Wort hing in der Luft und schien den Sauerstoff aufzusaugen.

Clive starrte sie an, dann warf er den Kopf in den Nacken und lachte. Es war ein raues, bellendes Geräusch. „Scheidung? Du? Analia, sei nicht lächerlich. Du wärst innerhalb einer Woche auf der Straße. Du hast keinen Job. Du hast keine Fähigkeiten. Du hast nichts ohne mich."

„Ich habe meine Würde", sagte sie, obwohl ihre Stimme leicht zitterte. „Und ich schlafe lieber auf der Straße als in einem Bett, das nach ihr riecht."

„Oh, werd erwachsen", fuhr Clive sie an. Er trat näher und überragte sie. Er nutzte seine Größe als Waffe. „Angelena ist ein Star. Sie steht unter enormem Druck. Sie ist zerbrechlich. Du … du bist nur eine Dekoration. Eine sehr teure Dekoration, die mein Vater gekauft hat, damit ich stabil wirke."

Die Worte trafen sie wie körperliche Schläge. Dekoration. Gekauft.

„Die Dekoration ist kaputt, Clive", sagte sie und erwiderte seinen Blick. „Ich habe es satt, deine Requisite zu sein. Und ich habe es satt, die Bösewichtin in Angelenas Seifenoper zu sein."

„Wage es nicht, ihren Namen auszusprechen", warnte Clive und zeigte mit dem Finger auf sie. „Sie ist rein. Sie ist durch die Hölle gegangen."

„Rein?", stieß Analia ein ungläubiges Lachen aus. „Sie hat einem verheirateten Mann ein Ultraschallbild in die Tasche gesteckt. Das ist keine Reinheit, Clive. Das ist ein Revierkampf."

Clives Gesicht lief dunkelrot an. Seine Hand zuckte, bewegte sich instinktiv in Richtung seiner Brusttasche und hielt dann inne. Er wusste es. Tief im Inneren wusste er es.

„Verschwinde", flüsterte er.

„Was?"

„Ich habe gesagt, verschwinde!", brüllte er, griff nach einer Kristallvase vom Tisch und schleuderte sie gegen die Wand. Sie zerbarst, und Scherben regneten auf den makellosen Boden. „Du willst gehen? Dann geh! Verschwinde aus meinem Haus!"

Er griff in sein Jackett, zog ein Scheckbuch hervor und kritzelte wütend darauf los. Er riss den Scheck heraus und warf ihn ihr entgegen. Er flatterte zu Boden und landete in der Nähe ihrer Füße.

„Da", spuckte er. „Abfindung. Nimm sie und verschwinde."

Analia sah auf den Scheck. Er war blanko. Er hatte nicht einmal einen Betrag eingetragen. Er sagte ihr damit, dass sie ihren Preis nennen konnte, um zu verschwinden.

Sie sah ihn an, sah die zitternde Wut in seinen Händen, die Angst hinter seinen Augen, die er sich nicht eingestehen wollte.

Sie stieg über den Scheck.

„Ich will dein Geld nicht, Clive", sagte sie leise. „Ich will nur meinen Namen zurück."

Sie ergriff den Griff ihres Koffers.

„Wenn du aus dieser Tür gehst", schrie Clive mit überschlagender Stimme, „werde ich alles sperren. Die Karten, die Konten, die Clubmitgliedschaften. Du wirst ein Geist in dieser Stadt sein."

Analia öffnete die schwere Haustür. Die Luft im Flur war kühl.

„Ich war hier bereits ein Geist, Clive", sagte sie.

Sie warf ihre Schlüsselkarte auf den Konsolentisch. Sie landete mit einem scharfen Klacken neben der nicht unterschriebenen Scheidungsliste.

Sie ging hinaus.

Die Tür schlug nicht zu. Sie fiel mit einer erschreckenden Endgültigkeit ins Schloss.

Clive stand allein im Foyer. Die Stille war ohrenbetäubend. Er blickte auf den Blankoscheck am Boden. Er blickte auf die zerbrochene Vase.

Panik stieg in seiner Brust auf, das plötzliche, irrationale Gefühl, gerade einen katastrophalen Fehler gemacht zu haben.

Er griff nach seinem Telefon. Seine Finger zitterten, als er die Nummer seines Anwalts wählte.

„Gillespie", bellte er, als die Verbindung stand. „Sperren Sie ihre Konten. Alle. Sofort. Ich will, dass sie bis Mittag keinerlei Zugriff mehr auf Gelder hat."

Er legte auf und starrte auf die Tür, wartete. Wartete darauf, dass die Erkenntnis sie traf. Wartete darauf, dass sie umkehrte und klopfte.

Sie tat es nicht.

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Aus den Trümmern empor: Starfalls epische Rückkehr

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