Kapitel 3
Henrik nahm ein Taschentuch von seinem vertrauten Adjutanten Rhett Foster entgegen und wischte sich mit bedächtiger, fast königlicher Präzision das Blut von den Händen.
Dann nahm er langsam seine Maske ab und enthüllte ein Gesicht, das jedem den Atem stocken lassen könnte.
Seine Augen waren dunkel, wie eine Tiefe Abgründe, die einen unwiderstehlich in sich versinken ließen.
Und über seinen perfekt geformten Lippen befand sich eine markante, gemeißelte Nase.
Seine markanten Gesichtszüge verrieten sowohl Kraft als auch Schönheit, fast zu makellos, um einem gewöhnlichen Mann zu gehören.
Es war die Art von Gesicht, die selbst die hellsten Sterne im Showbusiness in den Schatten stellen konnte.
Aber mehr noch als sein Aussehen war es seine Aura – gebieterisch, unbezwingbar –, die Schauer über den Rücken laufen ließ. Dies war ein Mann, der über unzählige Leben herrschte.
Henrik lächelte, ein gefährlicher Glanz blitzte in seinen Augen auf. „Na und, wenn schon?"
Chloes Augen wurden so groß wie Untertassen.
Henrik Watson – dieser Name hatte den Klang einer Legende.
Henrik war einst ein Mitglied der Familie Watson gewesen, bevor er zehn lange Jahre in der Versenkung verschwand.
Als er wieder auftauchte, übernahm er im Alleingang die Kontrolle über die Unterwelt des Landes und wurde so zu einem König ohne Rivalen.
Tatsächlich war er so mächtig, dass selbst der Präsident ihm gegenüber vorsichtig agierte.
Khloes Ex-Verlobter Eric war ein Mitglied der Familie Watson, die allein dank Henrik aus der Bedeutungslosigkeit zur Vormacht aufgestiegen war.
Blutsverwandt war Eric Henriks Neffe.
Wenn also ihre Ehe mit Eric zustande käme, wäre Henrik der Onkel ihres Mannes.
Khloes Stiefschwester Sloane hatte sie dazu gebracht, sich Karl Russell anzubieten.
Obwohl Karl in der Stadt das Sagen hatte, war er nichts gegen Henriks Macht in der Unterwelt. Es war, als würde man einen Löwen mit einer Maus vergleichen.
Als ihr dieser Gedanke kam, keimte Hoffnung in Khloe auf.
Wenn sie Henriks Unterstützung gewinnen könnte, könnte sie vielleicht ihrer erzwungenen Opferung entgehen und ihre Mutter könnte gerettet werden.
Sie hielt den Atem an und fragte zögerlich: „Da ich dir gerade geholfen habe, könnte ich dich um einen Gefallen bitten?"
Henriks Blick wurde schärfer, seine Augen glänzten vor Intrige.
Es war das erste Mal, dass eine Frau ihm mit solcher Gelassenheit gegenüberstand, insbesondere nachdem sie miterlebt hatte, wie er so viele Menschen getötet hatte.
Das Interesse war geweckt, und Henrik schritt mit fast träge wirkender Selbstsicherheit auf Khloe zu, jeden Schritt gemessen und ohne Eile.
Seine muskulösen Finger umfassten ihr Kinn und hoben es an, sodass sie ihn direkt ansah.
Er hielt ihrem Blick stand, während er sie mit einem Anflug von Belustigung in den Augen musterte.
Seine tiefe, sonore Stimme ließ einen Schauer durch die Luft fahren.
„Hast du eine Ahnung, mit wem du sprichst? Hast du keine Angst, dass ich dich töte?"
Ein Schauer durchlief Khloes Herz.
Seine Gegenwart war überwältigend, wie eine herannahende Gewitterwolke, die in ihrer Intensität erstickend wirkte.
Er war gefährlich – nur mit ihm zu sprechen war wie mit dem Feuer zu spielen.
Aber sie konnte sich an niemanden sonst wenden; Henrik war ihre einzige Chance.
„Ich habe einen PhD. in Chemie und Medizin, zusammen mit Patenten – hochprofitable. Wenn du mir hilfst, kann ich dir zu Geld verhelfen", sagte sie mit fester Stimme, aber mit einem Anflug von Verzweiflung.
Henrik schüttelte den Kopf, ein leises Grinsen umspielte seine Lippen. „Geld?" murmelte er und seine Finger streiften ihre Wange. „Sehe ich aus, als hätte ich Geldsorgen?"
Der Geruch von Blut haftete schwach an seiner Haut und ließ sie erschauern, obwohl er äußerlich sanft blieb. Instinktiv ging Chloe in die Abwehrhaltung, ihr Körper spannte sich unter seiner Berührung an.
„Was willst du?", wagte sie vorsichtig zu fragen. „Wenn es in meiner Macht steht, bin ich bereit, alles zu tauschen."
Ein Funke flackerte in Henrikes dunklen Augen, etwas Rätselhaftes und Unlesbares.
Er ließ seinen Blick über sie schweifen, als würde er über ihr Angebot nachdenken. „Alles, sagst du?" Plötzlich stieß er ein eisiges Lachen aus. „Dann will ich das hier."
Mit einer schnellen Bewegung schlang er seinen Arm um ihre Taille und zog sie an sich.
Und dort, vor all seinen Männern, küsste er sie.