Kapitel 3

Ayla stieß die abblätternde Metalltür der Queens-Wohnung auf. Der schwere Gestank von billigem Blumenparfüm und abgestandenem Speiseöl schlug ihr entgegen und ließ ihren Magen rebellieren.

Ihre Schwägerin, Brenda, lag ausgestreckt auf dem engen Wohnzimmersofa und pustete auf ihre frisch lackierten roten Nägel. Brenda blickte auf, ihr Gesicht verzog sich sofort zu einem finsteren Blick.

„Du bist zu spät", schnauzte Brenda. „Vinnie hat einen Tisch in einem schicken Steakhouse reserviert. Zieh dieses enge schwarze Kleid an. Du musst gut aussehen."

Ayla sagte kein Wort. Ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen, aber ihre Hände waren ruhig. Sie ging direkt zum zerkratzten Couchtisch. Sie öffnete ihre Tasche, zog eine gestochen scharfe Fotokopie der Heiratsurkunde heraus und knallte sie auf das Holz.

Das scharfe Geräusch hallte in dem kleinen Raum wider.

Brenda hörte auf, auf ihre Nägel zu pusten. Sie runzelte die Stirn und hob das Papier auf. Ihre Augen überflogen den Text. Plötzlich weiteten sich ihre Pupillen vor Entsetzen.

Brenda fuhr vom Sofa hoch. „Was zum Teufel ist das? Ist das ein Witz?", kreischte ihre Stimme und durchbohrte Aylas Trommelfelle.

Ayla begegnete ihrem Blick, ohne mit der Wimper zu zucken. „Ich bin verheiratet. Das Date mit Vinnie ist abgesagt."

Brendas Gesicht verlor seine Farbe, ersetzt durch ein fleckiges, hässliches Rot. Die Vermittlungsgebühr, die sie von Vinnie bekommen sollte, war dahin. Ihr Zahltag war ruiniert.

Brenda stürzte vorwärts. Ihre scharfen Nägel gruben sich bösartig in Aylas Handgelenk.

„Wer ist dieser Drake?", schrie Brenda und schüttelte Aylas Arm. „Was macht er? Wie viel hat er für dich bezahlt?"

Ayla riss ihren Arm gewaltsam zurück. Sie rieb ihre brennende Haut.

„Er fährt Uber", sagte Ayla kalt. „Es gibt kein Geld. Es gibt keine Mitgift. Er konnte sich nicht einmal einen echten Ring leisten."

Die Worte wirkten wie ein Streichholz auf Benzin. Brenda stieß ein atemloses, hysterisches Lachen aus.

„Du dumme Schlampe!", spuckte Brenda und zeigte mit zitterndem Finger auf Aylas Gesicht. „Du hast einen reichen Mann für einen bankrotten Verlierer weggeworfen? Wir haben dich ernährt! Wir haben dich beherbergt! Du undankbarer Parasit!"

Das Geschrei weckte Leo. Aylas Bruder stolperte im zerknitterten Schlafanzug aus dem Schlafzimmer. Er sah panisch aus, als er zwischen die beiden Frauen trat.

„Brenda, hör auf!", flehte Leo. Er wandte sich Ayla zu, seine Augen voller Trauer und Angst. „Ayla... hast du das nur getan, um vor Vinnie wegzulaufen?"

Ayla sah ihren Bruder an. Ihre Brust schmerzte mit einem dumpfen, schweren Schmerz.

„Ich habe es getan, weil ich mein eigenes Leben will, Leo", sagte Ayla, ihre Stimme brach leicht. „Ich will ein Zuhause."

Brenda höhnte. „Ein Zuhause? Mit einem Fahrer? Schmeiß deinen Müll aus meinem Haus! Wenn du verheiratet bist, schläfst du heute Nacht nicht hier. Raus!"

Aylas Rücken wurde steif. „Ich packe gerade. Ich würde keine Sekunde länger bleiben."

Brenda trat den Plastikmülleimer in einem Wutanfall durch den Raum. Sie stürmte zurück in ihr Schlafzimmer und knallte die Tür so fest zu, dass die Wände zitterten.

Das Wohnzimmer wurde mucksmäuschenstill. Die Luft war dick und erstickend. Leo blickte auf den Boden, seine Schultern vor Scham gesunken. Seine Augen waren rot.

Er ging zu einem staubigen Regal und holte eine alte Blechdose für Kekse herunter. Er wühlte durch einen Stapel Quittungen und zog ein zerknittertes Stück Papier heraus. Er ging zurück zu Ayla und schob es ihr in die Hand.

Ayla blickte hinunter. Es war ein Scheck über eintausend Dollar.

Tränen verschleierten sofort ihre Sicht. Ihr Hals schnürte sich zu. „Leo, nein. Du brauchst das für die Kinder. Ich kann nicht."

Leo legte seine Hände um ihre und zwang ihre Finger, sich um das Papier zu schließen. Seine Stimme war ein dickes, feuchtes Flüstern. „Nimm es. Es ist das einzige Hochzeitsgeschenk, das ich dir machen kann. Bitte, Ayla."

Ayla konnte nicht gegen ihn ankämpfen. Sie schlang die Arme um seinen Hals und umarmte ihn fest. Eine heiße Träne lief ihr über die Wange. Sie war endlich frei, aber der Schnitt saß tief.

Sie wischte sich das Gesicht ab und ging in den winzigen, fensterlosen Abstellraum, den sie Schlafzimmer nannte. Sie riss die Laken vom schmalen Bett. Sie schnappte sich zwei alte Pappkartons und stopfte ihre Kleidung hinein. Sie packte ihre Zeichenkohle und Skizzenblöcke sorgfältig obenauf und verklebte die Kartons.

Im leeren Raum stehend, atmete Ayla tief durch, um ihr rasendes Herz zu beruhigen. Sie zog ihr Telefon heraus und wählte Drakes Nummer.

Es klingelte viermal, bevor er abhob.

Das Hintergrundgeräusch in der Leitung war bizarr. Es war mucksmäuschenstill. Eine hohle, widerhallende Stille, die wie ein riesiger, leerer Raum klang. Es gab keinen Straßenlärm, kein Motorengeräusch.

„Drake?", fragte Ayla leise. „Bist du beschäftigt? Ich muss meine Kartons umziehen. Wenn du arbeitest, kann ich einfach ein Taxi rufen."

Es gab eine zweisekündige Pause in der Leitung.

„Ich bin in dreißig Minuten da", dröhnte Drakes tiefe Stimme aus dem Lautsprecher.

Ayla legte auf. Sie setzte sich auf einen der verklebten Kartons. Sie starrte auf die leere Wand, ihr Magen verkrampfte sich vor einer beängstigenden Mischung aus Angst und Hoffnung für die kommende Nacht.

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Verheiratet mit meinem Boss, dem Undercover-Milliardär

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