Kapitel 3
Kylee wurde schnell in den Garten gezerrt, und ihre Knie gaben nach einem kräftigen Tritt nach. Sie wurde gezwungen, sich hinzunehmen.
Der gewaltige Regen prasselte herab und ließ ihr die Augen nicht öffnen. Es durchtränkte ihr dünnes Kleid.
Sie zitterte vor Kälte, und ihre Lippen verfärbten sich blass. Ihr Gesicht wurde aschfahl vor Verzweiflung.
Im Zustand der Ohnmacht bemerkte sie das Licht in Kennys Zimmer im ersten Stock.
Der Sturm tobte draußen, während innen die Leidenschaft hochschoss.
Zwei verschlungene Figuren bewegten sich zum Fenster. Sie taten es hinter dem Vorhang.
Ruths Hand drückte sogar gegen das Fenster. Sie schien Kylee zu verhöhnen.
Bei diesem Anblick war Kylee völlig deprimiert.
Sie konnte fast ihr schweres Atmen hören.
Er tat so, als ob seine Beine nicht geheilt wären, und Kylee suchte für ihn Spezialisten. Damals muss er dasselbe in seinem Zimmer mit Ruth getan haben.
Ironischerweise wechselte Kylee oft in Nachtwäsche und hoffte während dieser Zeit, Kenneys sexuelle Fähigkeiten wiederherzustellen. Sie wurde jedes Mal kalt abgewiesen.
Sie senkte den Kopf, und Tränen mischten sich still mit dem Regen.
Es stellte sich heraus, dass er Verlangen hatte, nur nicht nach Kylee.
Nach langer Zeit hörte Kenney und Ruth auf, und das Licht ging aus.
„Hast du gesehen, wie sehr Kenney mich liebt?“ Ruth ging im Nachthemd die Treppe hinunter. Ihr Hals war mit Kussmarken geschmückt.
Sie lehnte sich an der Türrahmen und lächelte strahlend.
Plötzlich verengten sich Kylees Pupillen stark.
Ruth trug das Seiden-Nachthemd, das Kylees Eltern für Kylee gekauft hatten.
Der kalte Regen fühlte sich an, als würde er Kylees Brust durchdringen. Als die Erstickung sie überkam, drückte Ruth Kylee nieder.
„Kylee, hör auf zu heucheln. Ich habe dich vorhin am Türrahmen Medikamente bringen sehen.“ Donner krachte und erleuchtete Ruths verdrehtes Gesicht wie das eines Geistes. „Da du alles gesehen hast, kann ich dir auch die Wahrheit sagen. Begreifst du nicht deine Situation? Du bist für Kenney nichts als ein Witz.“ Kenney und ich sind uns seit unserer Kindheit nahe. Wir sind im Familienleben aufeinander angewiesen. Er kann nur in meinen Armen friedlich schlafen. Er hat sogar für mich Rennen gelernt, weil er glaubt, mich so schnell wie möglich retten zu können. Selbst als er hohes Fieber hatte, rief er meinen Namen. Glaubst du, du könntest mit mir mithalten?“
Kylee senkte ihre Augen und fühlte sich völlig lächerlich.
Sie hatte sich um Kenney gekümmert, als er bewusstlos war.
In diesen Tagen, als er mit Fieber schwitzte, murmelte er etwas.
Kylee hatte dumm geglaubt, er rufe sie, und war tagelang glücklich. Wie dumm sie doch war!
Als sie Ruths enttäuschten Blick sah, legte diese die Arme überkreuzt und schaute sie höhnisch an. „Kylee, du bist eine dreiste Frau. Kenney hat mir immer von einer anhänglichen Verehrerin erzählt, die ihn unerbittlich verfolgt. Also wollte ich dir nur eine Lektion erteilen. Du musst dich in Schach halten. Was heute passiert ist, ist nur ein Vorgeschmack dessen, was noch kommt.“
Kylees Stirn bedeckte kalte Schweißperlen. Sie war schon immer zerbrechlich gewesen.
Als sie Ruths Worte hörte, war ihr das Herz gebrochen.
Sie knirschte mit den Fingern am Saum ihres Kleides und kämpfte gegen Übelkeit, als sie aufstand.
Als Ruth das sah, eilte sie emotional herbei und schlug Kylee. „Du Schlampe, wie kannst du es wagen, zu gehen?“
Kylee runzelte die Stirn über Ruth, aber in ihrem Zustand war Ruths Gestalt undeutlich.
Kylees Ohren summten, und Schwindel überkam sie.
„Tut mir vor, oder? Du musst ja auf den Knien sein!“ Ruth drückte auf Kyles Schultern, und das Gesicht der letzteren verzog sich. „Setz dich hin, du freche Frau!“
Plötzlich kam eine Stimme aus der Tür. „Was machst du da?“
Es war Kenney. Kylee erinnerte sich immer an seine Stimme.
Sie konnte nicht mehr durchhalten und brach zusammen, ohnmächtig.
Vor dem Bewusstseinstrüberen sah sie vage, wie Kenney in Panik herbeilief.
Er sah nervös aus.
Er vergaß sogar, seine Beine weiterhin als verletzt vorzutäuschen.