Kapitel 3
Aimee sah Katelyn überrascht an und fragte: „Ist die Wheeler Group nicht die Firma deines Mannes? Du hast ihm nicht geholfen? Warum haben sie sich stattdessen an mich gewandt?"
Katelyn presste die Lippen zusammen. Sie hatte von der Krise in der Designabteilung gewusst und ihre Hilfe angeboten, aber Neil hatte ihr gesagt, sie solle gehen und keinen Ärger machen.
Mit einem bitteren Lächeln antwortete sie kalt: „Wir sind geschieden, Aimee."
Ihre Ehe hatte nur drei Jahre gedauert, aber sie hatte ihn zehn Jahre lang geliebt. All diese Liebe war umsonst gewesen. Am Ende hatte sie das Gefühl, dass sie dieses unglückliche Ergebnis verdient hatte.
Aimees Augen weiteten sich, als sie Katelyn von oben bis unten musterte. Sie schnalzte mit der Zunge und bemerkte: „So, das verliebte Mädchen ist also endlich aufgewacht. Ich habe dich davor gewarnt, diesen Idioten zu heiraten, nachdem du herausgefunden hast, dass er eine Ex-Freundin hat, die er nicht vergessen kann. Ich habe mich sehr bemüht, dich umzustimmen, aber du warst fest entschlossen. Ich schätze, du musstest es auf die harte Tour lernen."
Katelyns Gesichtsausdruck blieb ruhig, obwohl ihre einst lebhaften Augen stumpf wirkten. Plötzlich lachte sie auf und sagte: „Du hast recht. Ich habe meine Lektion auf die harte Tour gelernt. Von nun an, Aimee, konzentriere ich mich auf meine Karriere."
„Fantastisch! Genau das wollte ich hören. Vergiss die Liebe! Deine Karriere ist das, was zählt", sagte Aimee mit Begeisterung. Dann fügte sie schnell hinzu: „Was ist dein Plan für die Zusammenarbeit? Wir können auf die 100 Millionen Dollar verzichten und diesen Mistkerlen geben, was sie verdienen."
Katelyn sah sie an und fragte: „Die Antwort, die du ihnen gegeben hast, war so vage wie immer, nicht wahr?"
Aimee nickte zur Bestätigung.
So arbeiteten sie nun einmal. Sie nahmen ein Angebot vorläufig an, wenn alles in Ordnung zu sein schien, aber die Antwort blieb vage. So hatten sie Zeit, den Kunden näher zu untersuchen. Wenn etwas Verdächtiges auftauchte, würden sie die Partnerschaft sofort beenden.
Katelyn lächelte, als sie darüber nachdachte. Sie hatte sich die Akte angesehen und wusste, dass die Wheeler Group ihrem Kunden mehrere Milliarden Dollar schulden würde, wenn sie die Frist versäumte.
Sie lächelte und sagte: „Na gut. Lassen wir sie in der Luft hängen. Sagen Sie ihnen, dass wir heute Abend im Skyline Building sein werden."
Das Skyline Building war ein Ort, an dem ausschließlich die Oberschicht verkehrte.
Die Gäste dort waren nicht nur wohlhabend, sondern hatten auch großen Einfluss.
Lise saß in einem privaten Raum und hielt Neils Arm. Mit einem sanften Lächeln sagte sie: „Neil, ich bin sicher, dass du heute Abend das Geschäft abschließen wirst."
Neil lächelte und schlang einen Arm um Lises Taille. „Das verdanke ich nur dir, Lise. Ich habe Glück, dass ich dich habe."
Lise errötete und stellte sich bereits ihren Erfolg vor.
Wenn das Geschäft zustande kam, würde Neil ihren wahren Wert erkennen und einsehen, dass nur sie ihm wirklich helfen konnte.
Das Treffen war für sieben Uhr abends angesetzt. Die Tür zu ihrem Privatzimmer stand offen und gab den Blick auf den Korridor frei.
Im selben Moment bemerkten beide, wie sich zwei Gestalten näherten.
Lises Lächeln gefror. Sie starrte eine der Gestalten erschrocken an.
Sie fragte sich, ob sie sich etwas einbildete, aber sie sah genauso aus wie Katelyn.
Auch Neil entdeckte Katelyn, und in seinen Augen flackerte Überraschung auf.
Sie trug nicht ihr übliches lässiges Hemd und eine weite Hose. Stattdessen trug sie ein schwarzes, körperbetontes Kleid, das ihre Figur hervorhob. Ihr langes Haar war zu lockeren Locken gestylt, die ihr über die Schultern fielen. Sie wirkte verführerisch und distanziert zugleich.
Ihr Hals war anmutig, und ihre Taille war schlank. Auf Neil wirkte sie wie eine Figur aus einem klassischen Ölgemälde.
Er presste seine schmalen Lippen aufeinander, während seine Augen sie von Kopf bis Fuß abtasteten.
Es war erst ein Tag vergangen, seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten, aber Katelyn schien sich völlig verändert zu haben.
Noch gestern war sie seine langweilige und mittelmäßige Frau gewesen. Jetzt konnte er nicht anders, als sich die Aufmerksamkeit vorzustellen, die sie bei anderen Männern erregen würde, wenn sie in einer Menschenmenge war.
Es schien, als hätte Katelyn sie nicht bemerkt, denn sie ging geradeaus.
Dann geschah etwas Unerwartetes.