Kapitel 3

Das Penthouse war erstickend still.

Francesca saß am Schminktisch im Hauptschlafzimmer, ihre Schultern waren vor Erschöpfung gesunken. Sie hob die Hände, ihre Finger zitterten leicht, als sie die schweren Diamantohrringe abnahm und sie auf die Glasoberfläche fallen ließ.

Die Schlafzimmertür klickte auf.

Emery trat ein. Er hatte seine Seidenkrawatte gelockert, und die oberen beiden Knöpfe seines Hemdes waren offen. Der schwache, maskuline Duft von teuren Zigarren und gealtertem Bourbon zog in den Raum.

Er ging nicht ins Badezimmer. Stattdessen überquerten seine schweren Schritte den dicken Teppich und hielten direkt hinter ihrem Stuhl an.

Seine großen Hände senkten sich und ruhten schwer auf ihren nackten Schultern.

Selbst durch die dünne Seide ihres Nachthemds spürte Francesca die sengende Hitze, die von seinen Handflächen ausging. Es verbrannte ihre Haut.

Emery beugte sich vor. Sein heißer, schwerer Atem streifte ihre Ohrmuschel. Seine Lippen streiften ihre Haut, eine federleichte Berührung, die einen heftigen Schauer über ihren Rücken jagte.

Normalerweise hätte sie die Augen geschlossen. Sie hätte sich an seine Brust gelehnt und jeden Funken Zuneigung angenommen, den er bereit war zu geben.

Nicht heute Nacht.

Das Bild seiner sanften, zärtlichen Augen, die Catalina ansahen, blitzte hinter ihren Augenlidern auf.

Francesca zuckte nach vorne, ihr Stuhl kratzte hart über den Boden. Sie wich seinem Kuss vollständig aus.

Emerys Hände hingen in der leeren Luft.

Im Spiegel des Schminktisches sah Francesca, wie sich seine dunklen Augen verengten. Ein Blitz echten Schocks huschte über seine Züge, schnell ersetzt durch einen dunklen, aufziehenden Sturm des Missfallens.

Sein Kiefer spannte sich fest an. Er richtete seine rechte Manschette, ein verräterisches Zeichen seiner aufsteigenden Erregung.

„Was ist los mit dir?", verlangte er, seine Stimme sank in jenes tiefe, autoritäre Register, das er benutzte, um Vorstandssitzungen zu leiten.

Francesca stand auf. Sie drehte sich um und zwang sich, seinem wütenden Blick zu begegnen.

„Ich bin müde, Emery", sagte sie, ihre Stimme war flach und hart. „Ich möchte schlafen."

Emery trat einen Schritt vor und überbrückte die Distanz zwischen ihnen. Er streckte die Hand aus und packte ihr Handgelenk, seine Finger umschlossen die zarten Knochen.

„Eine Dusche wird dich aufwecken", lockte er und zog sie an seine Brust. Sein Ton ließ keinen Raum für Verhandlungen. Es war eine Forderung.

Francesca stemmte die Füße auf den Boden. Sie riss ihren Arm mit aller Kraft zurück.

Ihr Handgelenk riss sich los, die Reibung hinterließ einen hellroten Abdruck auf ihrer blassen Haut.

Sie machte einen großen Schritt zurück und stellte den Schminkhocker zwischen sie. „Ich habe Nein gesagt. Ich will das heute Nacht nicht."

Die Temperatur im Schlafzimmer sank rapide.

Emerys Kiefer war so fest zusammengepresst, dass ein Muskel in seiner Wange zuckte. Er starrte auf sie herab, seine Brust hob und senkte sich schnell. Unter dem Zorn lag eine hektische, chaotische Energie in seinen Augen – die blanke Panik eines Mannes, der etwas Wertvolles durch seine Finger gleiten sah.

Er stieß ein hartes, spöttisches Lachen aus.

„Hast du so viel Zeit in diesem verdammten Labor verbracht, dass du deine grundlegenden Pflichten als Ehefrau vergessen hast?", höhnte er.

Die Worte trafen sie wie ein körperlicher Schlag in den Magen.

Sie hatte ein Stipendium bei einem Nobelpreisträger für diese Ehe aufgegeben. Sie hatte ihre besten Forschungsjahre geopfert, um die perfekte Kirkland-Ehefrau zu spielen, und er wagte es, sie auf eine Pflicht zu reduzieren.

Francescas Zähne rieben sich aufeinander. „Wenn du nur eine Maschine brauchst, um eine Pflicht zu erfüllen, dann such dir jemand anderen."

Sie hörte nicht auf damit. Der Schmerz trieb sie über die Grenze.

„Geh und such die Frau, von der du heute Nacht die Augen nicht lassen konntest. Diejenige, die du wie zerbrechliches Glas behandelst, während du mich wie Müll behandelst."

Emerys Pupillen weiteten sich sofort. Die Farbe wich aus seinem Gesicht und ließ ihn unter den Schlafzimmerlichtern fast kränklich aussehen.

Er stürzte vorwärts.

Francesca stolperte rückwärts, bis ihre Hüften die harte Kante des Schminktisches trafen. Es gab keinen Ausweg mehr.

Emery schlug beide Hände auf den Tisch und fing sie zwischen seinen Armen ein. Sein Gesicht war Zentimeter von ihrem entfernt, sein Atem heiß und keuchend auf ihrer Haut.

„Zieh Catalina da nicht mit rein", zischte er, seine Stimme zitterte vor einer so intensiven Wut, dass es sich anfühlte wie ein physisches Gewicht, das auf sie drückte. „Sie ist Hudsons Verlobte. Hör auf, dich wie ein paranoides, eifersüchtiges Kind zu benehmen."

Francesca starrte in seine wütenden Augen. Er war so verzweifelt, sie zu verteidigen. Er hatte solche Angst, dass sein Geheimnis enthüllt werden würde.

Der Kampfgeist wich aus Francesca, nur eine hohle, widerhallende Leere blieb zurück.

Sie wandte den Kopf ab und weigerte sich, ihn noch länger anzusehen.

„Geh raus", flüsterte sie. Ihre Stimme war nicht wütend. Sie war völlig, erschreckend tot. „Bitte, geh einfach raus."

Emery starrte auf ihr starres Profil. Seine Brust hob sich, als er einen keuchenden Atemzug tat.

Er stieß sich gewaltsam vom Tisch ab.

Er wirbelte herum und trat mit seinem Leder-Anzugschuh gegen den samtbezogenen Schminkhocker. Der schwere Hocker flog durch den Raum und krachte gegen die Wand.

Emery stürmte aus dem Schlafzimmer.

Die schwere Eichentür schlug mit einem ohrenbetäubenden Knall zu, der die Bilderrahmen erzittern ließ.

Francesca stand allein in der Totenstille des Zimmers, ihre Hände umklammerten die Tischkante, als sie die Tränen endlich fallen ließ.

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Seine vernachlässigte Frau ist ein Quantengenie

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