Kapitel 3

Elias kehrte zwei Wochen lang nicht ins Penthouse zurück.

Als er schließlich wieder auftauchte, war es auf dem Cover jeder Zeitschrift und jedes Klatschblatts der Stadt.

Er und Kimmy wurden überall fotografiert: in der ersten Reihe bei der Fashion Week, im Urlaub auf einer Jacht vor St. Barth, küssend unter dem Eiffelturm.

Sie waren das neue Traumpaar New Yorks.

In Interviews sprach Elias schwärmerisch von Kimmy. Er nannte sie seine Retterin, die Frau, die ihn aus einer dunklen und toxischen Spirale gezogen hatte. Er erwähnte Gloria nie namentlich, aber die Andeutung war klar.

Gloria beobachtete alles von ihrem Penthouse aus, eine stille Beobachterin in ihrer himmelhohen Festung.

„Er wird arrogant“, bemerkte Markus und legte ein Tablet mit den neuesten Schlagzeilen auf ihren Schreibtisch. „Er glaubt, Sie sind geschlagen.“

Gloria sagte nichts.

Nach außen hin wahrte sie ihre mächtige, unerschütterliche Fassade. Sie nahm an Vorstandssitzungen teil, schloss Milliardengeschäfte ab und veranstaltete politische Spendenaktionen.

Niemand wusste, dass sie und Elias verheiratet waren. Es war ein Geheimnis, das sie acht Jahre lang gehütet hatten.

Sie erinnerte sich an die Nacht, als er zu ihr kam, sein Hedgefonds nach einer katastrophalen Wette auf eine Biotech-Firma am Rande des Zusammenbruchs. Er war ruiniert.

Er war vor ihr niedergekniet, genau wie damals in der Gasse vor all den Jahren.

„Hilf mir, Gloria“, hatte er gefleht. „Ich tue alles.“

Sie hatte auf den Mann herabgesehen, den sie erschaffen hatte, den Mann, den sie liebte, und sah ihre Chance, ihn für immer an sich zu binden.

„Heirate mich“, hatte sie gesagt.

Es war keine Bitte. Es war eine Bedingung des Deals. Sie würde ihn aus der Patsche helfen, ihn mächtiger machen als je zuvor, und im Gegenzug würde er ihr gehören. Vollständig.

Er hatte nur einen Moment gezögert.

„Unter einer Bedingung“, hatte er gesagt, sein Stolz selbst in seiner Verzweiflung noch intakt. „Wir halten es geheim. Meine Karriere … mein Ruf … ich kann nicht als Herr Franke gesehen werden.“

Sie hatte damals gewusst, was er war. Er wollte ihre Macht, aber nicht ihren Namen. Er wollte die Vorteile ihres Imperiums ohne die vermeintliche Schande, ihr Gemahl zu sein.

Sie hatte zugestimmt. Es war ein kleiner Preis für den Besitz.

Sie hatten zusammen ein Imperium aufgebaut, eine stille Partnerschaft, die die Finanzwelt dominierte. Er war das charismatische Gesicht; sie war der rücksichtslose Verstand.

Jetzt war diese Partnerschaft ein Krieg.

Die Wohltätigkeitsauktion fand in der Alten Oper statt, eine glitzernde Veranstaltung für die Elite der Stadt.

Gloria saß an ihrem Tisch, gelangweilt von der Parade überteuerter Kunst und Schmuckstücke.

Dann wurde der letzte Gegenstand auf die Bühne gebracht.

Es war ein Collier. Ein zartes Vintage-Stück von Cartier mit einem riesigen kolumbianischen Smaragd.

Es hatte ihrer Mutter gehört. Es war das letzte Stück des Erbes ihrer Familie, verloren, nachdem das Geschäft ihres Vaters vor Jahrzehnten bankrottgegangen war. Sie hatte jahrelang danach gesucht.

Gloria hob ohne zu zögern ihr Bieterschild.

„Fünf Millionen Euro“, verkündete der Auktionator.

„Sechs Millionen“, rief eine Stimme aus der anderen Ecke des Raumes.

Es war Kimmy. Sie saß neben Elias und wedelte mit einem triumphierenden Grinsen mit ihrem Bieterschild.

Elias fing Glorias Blick auf und schenkte ihr ein kleines, herablassendes Lächeln. Er flüsterte Kimmy etwas ins Ohr, und sie kicherte.

Gloria gab Markus ein Zeichen. Er hob das Schild erneut.

„Zehn Millionen.“

„Fünfzehn“, schoss Kimmy sofort zurück.

Der Bieterkrieg eskalierte schnell. Die Menge sah in fassungslosem Schweigen zu, wie die Zahlen in absurde Höhen kletterten.

„Dreißig Millionen“, bot Markus auf Glorias Anweisung.

Elias stand auf.

„Fünfzig Millionen“, verkündete er, seine Stimme dröhnte durch den stillen Saal. „Und wir zahlen bar.“

Ein Raunen ging durch den Raum.

Markus beugte sich zu Gloria. „So viel liquide Mittel hat er nicht“, flüsterte er. „Jedenfalls keine sauberen.“

Gloria lächelte schwach.

„Oh, ich weiß“, sagte sie mit leisem Murmeln. „Es ist vom Balkan-Clan. Er hat deren Geld im letzten Jahr durch seinen Fonds gewaschen.“

Sie wusste es seit Monaten. Sie hatte sogar die anfängliche Verbindung erleichtert, eine versteckte Zeitbombe, die sie im Herzen seiner Operationen platziert hatte.

Sie stand auf, ihre Bewegungen anmutig und ohne Eile.

Sie strich ihr Kleid glatt und verließ das Auktionshaus, ohne sich umzudrehen.

Markus folgte ihr zum wartenden Auto.

„Das Collier, Frau Franke?“, fragte er, als er ihr die Tür aufhielt.

„Gegenstände sind nur Gegenstände, Markus“, sagte sie und ließ sich in den weichen Ledersitz fallen. „Sie können gekauft, verkauft oder verloren werden. Ihr einziger wahrer Wert ist das, was jemand bereit ist, dafür zu bezahlen.“

Sie blickte aus dem Fenster, als der Wagen vom Bordstein wegfuhr.

„Und heute Abend“, fügte sie mit einem kalten Lächeln auf den Lippen hinzu, „hat Elias weit mehr bezahlt, als er sich jemals vorstellen konnte.“

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Sein Hochzeitstag, Ihre perfekte Rache

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