Kapitel 3

Bethany schloss die Augen und holte ein paar Mal tief Luft. Die Erschöpfung durchdrang jeden Muskel und machte mich sowohl geistig als auch körperlich erschöpft.

Sie verdrängte die Müdigkeit, duschte hastig und ließ sich aufs Bett fallen, ohne sich die Haare zu trocknen. Der Schlaf stellte sich fast augenblicklich ein.

Doch ihre Ruhe war alles andere als friedlich. Albträume verfolgten sie im Schlaf und ließen sie sich hin und her wälzen.

Als das Telefon klingelte, schreckte sie desorientiert hoch.

Es war bereits Abend und der Raum war in ein schwaches, schwindendes Licht gehüllt. Eine kalte Brise drang durch das leicht geöffnete Fenster und ließ die Vorhänge rascheln.

Ihr Kopf pochte schmerzhaft. Sie berührte ihre Stirn und spürte die beunruhigende Hitze, die von ihrer Haut ausging.

„So ein Pech“, dachte sie bitter und seufzte, während sie versuchte, die Benommenheit abzuschütteln.

Das Telefon klingelte unentwegt, beharrlich und schrill. Sie tastete danach, ihre Stimme war kratzig und heiser. "Hallo…"

„Bethanien! Willst du diesen Job überhaupt oder nicht?" Die wütende Stimme des Ladenbesitzers klang in ihrem Ohr. „Wenn nicht, dann hören Sie einfach auf!“

Bethanys Blick wanderte zur Uhr an der Wand. Es war nach sechs. Ihr Herz sank. Diesen Teilzeitjob hatte sie erst vor ein paar Tagen bekommen und arbeitete in der Nachtschicht in einem kleinen Supermarkt.

„Ich bin auf dem Weg!“

Sie konnte es sich nicht leisten, diesen Job zu verlieren – nicht bei Julians ständigen Einmischungen und Drohungen. Ohne sie hätte sie überhaupt kein Einkommen.

Sie durchwühlte eine Schublade, warf zwei Tabletten gegen Erkältung ein und machte sich hastig fertig. Ihr Körper protestierte gegen jede Bewegung, aber sie biss die Zähne zusammen und setzte sich durch.

Egal wie chaotisch ihr Leben war, sie musste weitermachen.

Sie musste immer noch an ihren Bruder und ihre Großmutter denken. Sie wäre verdammt, wenn sie zulassen würde, dass Julian ihren Geist bricht.

Als sie im Laden ankam, wimmelte es auf der Straße von Menschen. Es war spät und im Supermarkt gegenüber der beliebten Bar Whales war mehr los als sonst.

Gerüchten zufolge würde heute Abend ein halbwegs berühmter Sänger in der Bar auftreten, was den Zustrom an Kunden erklärte.

Nachdem sie einen Ansturm von Gästen bedient hatte, lehnte sich Bethany mit schweren Augenlidern an die Theke. Sie holte ihr Telefon heraus und schickte Shawn eine kurze Nachricht. „Mach dir keine Sorgen um das Geld. Ich kümmere mich darum. Konzentriere dich einfach auf dein Studium."

Die Nachricht blieb unbeantwortet. Sie vermutete, dass er wahrscheinlich immer noch verärgert war.

Bethany seufzte, legte ihren Kopf auf ihre verschränkten Arme und wollte nur für eine Minute die Augen schließen. Doch die Müdigkeit ließ sie noch tiefer schlafen.

Das schrille Klingeln am Eingang riss sie aus dem Schlaf.

Ohne die Augen ganz zu öffnen, richtete sie sich reflexartig auf. "Willkommen-"

„Hallo, Hübsche. Gib mir eine Packung Zigaretten." Die Stimme eines jungen Mannes ertönte, leichtfertig und allzu vertraut.

Bethany blinzelte und sah auf. Der Typ mit den blondierten blauen Haaren hob den Kopf von seinem Telefon und seine Augen weiteten sich. „Whoa! Bethanien?"

Bethany versteifte sich. Alec Simpson. Lelands Schatten, sein treuer kleiner Kumpel. Wohin Leland auch ging, Alec folgte ihm, ohne Fragen zu stellen.

Bethany warf instinktiv einen Blick aus dem Schaufenster des Ladens. Und da war er.

Leland stand am Straßenrand, umgeben von seiner üblichen Clique. Eine üppige Frau klammerte sich an seine Seite.

Doch trotz der ganzen Aufmerksamkeit, die auf ihn gerichtet war, blieb sein Gesichtsausdruck gleichgültig. Seine Hände waren tief in seinen Taschen vergraben, sein Blick war distanziert und abwesend.

Alec kam nie mit Julian aus und sah deshalb auch auf Bethany herab. Alecs Mund verzog sich zu einem Grinsen, als er zu Bethany zurückblickte.

„Na, na … Leland! Sie werden nicht glauben, wen ich gerade getroffen habe!" rief er der Gruppe draußen zu, seine Stimme hatte einen spöttischen Unterton. „Es ist Julians Prinzessin!“

Der Begriff war kein Kompliment. Es war ein spöttisches Grinsen, ein Seitenhieb darauf, wie fehl am Platz sie in Julians Kreis immer gewirkt hatte, der sie verspottet hatte, weil sie zu „anständig“ für sie war.

Lelands Augen, die unter dunklen Wimpern verborgen waren, wanderten träge zu Bethany. In dem Moment, als sich ihre Blicke trafen, lief ihr ein Schauer über den Rücken.

Sein Gesichtsausdruck änderte sich nicht. Er starrte sie nur emotionslos an, als wäre sie eine völlig Fremde. Dann hob er leicht die Augenbraue, drehte sich um und sah Alec an. „Hol die Zigaretten.“

Alecs Grinsen verschwand, als er sich schnell eine Packung schnappte und bezahlte. Wie der treue Schoßhund, der er war, joggte er zurück an den Straßenrand und bot Leland das Paket an. Er ging sogar so weit, ihm eine anzuzünden.

Leland machte keine Anstalten, es anzunehmen, seine Hände waren noch immer fest in seinen Taschen vergraben.

Dann ist er umgezogen. Ein kleines Gefolge folgte ihm, als er die Straße überquerte.

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Rücksichtsloses Verlangen: Der Milliardär-Freund meines Ex

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