Kapitel 3

„Von Natur aus gütig? Nennst du sie gutherzig?“

Ein kurzes und scharfes Lachen entfuhr Ashley, voller Unglauben.

Ohne eine Sekunde zu zögern, trat sie vor und riss Caroline mit einer schnellen Bewegung die Decke weg.

Darunter kamen nicht nur ein komplettes Schminkset zum Vorschein, sondern auch eine offene Schachtel mit Gebäck, von dem bereits die Hälfte gegessen war.

„Nicolas, sieh doch einmal genau hin.“

Ihre Hand schoss vor und zeigte direkt auf das Gebäck, während ihre Stimme lauter wurde: „Das ist also die Person, die angeblich im Sterben liegt? Dieselbe, für die du bereit warst, mir meine Niere zu entnehmen? Ihr Leben ist alles wert, aber meines zählt nicht einmal, ja? Meins kannst du einfach wegwerfen, wann immer es dir passt?“

Nicolas' Blick fiel auf das Gebäck, und sein Gesichtsausdruck veränderte sich mehrmals; Verlegenheit und Ärger zuckten über seine Züge.

Caroline spürte, wie ihr die Situation entglitt, packte ihn am Ärmel und begann zu weinen. „Nicolas, ich wusste es nicht. Ich habe wirklich nicht verstanden, warum der Arzt alles so ernst dargestellt hat. Vielleicht waren die Testergebnisse gefälscht. Oder vielleicht hat jemand den Arzt bezahlt, um mir eine Falle zu stellen, nur damit du mich als Lügnerin dastehen lässt.“

Jeder mit einem Funken Verstand konnte sehen, wie aufgesetzt ihr Schauspiel war.

Trotzdem hielt Nicolas nur kurz inne, bevor er sich entschied, ihr zu glauben.

Er sah Ashley mit zusammengezogenen Augenbrauen an. „Wenn es nur ein Missverständnis war, dann ist die Operation aus. Belassen wir es dabei.“

„Dabei belassen?“ Ashley lachte ungläubig auf. „Nicolas, wenn ich nicht rechtzeitig entkommen wäre, hätten sie mir meine Niere bereits genommen. Und du meinst, das können wir einfach so vergessen?“

„Aber es ist dir doch nichts passiert, oder? Es war nur ein Missverständnis. Warum machst du immer noch so einen Ärger daraus?“

Sein Gesichtsausdruck verhärtete sich weiter, und der Zorn in seinen Augen wurde deutlicher.

„Du ziehst das doch nur in die Länge, weil du eine Entschädigung willst, nicht wahr? Na gut. Ich überschreibe dir die Villa am Stadtrand und gebe dir noch fünfzig Millionen dazu. Das sollte reichen.“

Ein leises, kaltes Lachen glitt Ashley über die Lippen. „Du glaubst, damit ist alles erledigt?“

In dem Moment, als sie das sagte, spürte Nicolas, wie eine Welle des Ärgers in sich aufstieg. In seinen Augen verlangte sie eindeutig nach mehr.

„Dann sag es. Was willst du eigentlich?“

Ihre Stimme hallte ohne Zögern durch den Raum: „Was ich will, ist einfach. Ich will die Scheidung. Sofort.“

„Die Scheidung?“

Nicolas starrte sie an, als hätte sie etwas Absurdes gesagt.

Während ihrer dreijährigen Ehe wusste jeder in seinem Umfeld eines: Ashley hatte immer sehr an ihm gehangen.

Deshalb glaubte er auch, dass ihre Feindseligkeit gegenüber Caroline aus Eifersucht herrührte, seit diese zurückgekehrt war.

Wie konnte sie ihn also plötzlich verlassen wollen?

Dann kam ihm ein Gedanke in den Sinn, und sein Blick wurde spöttisch.

„Ashley, was für ein armseliger Versuch, meine Aufmerksamkeit zu erregen, was? Bist du das nicht langsam leid? Seit Caroline zurück ist, machst du ständig Ärger. Jetzt kommst du auch noch mit der Scheidung? Das ist lächerlich. Ich gebe dir eine letzte Chance. Nimm diese Worte zurück, und ich lasse die Sache auf sich beruhen.“

Ashley sah ihm direkt in die Augen und erhaschte die Zuversicht darin, dass sie ihn niemals verlassen würde, und spürte eine Welle des Ekels.

„Nicolas, verstehst du wirklich nicht, was ich sage?“

Sie richtete sich auf und erwiderte seinen Blick direkt.

Jedes Wort kam scharf und deutlich: „Ich will die Scheidung.“

Ihre Antwort ließ seine Miene nur noch finsterer werden. „Und was ist dein Grund dafür?“

„Der Grund?“ Ashleys Tonfall wurde noch eisiger. „Weil du dich weigerst, die Wahrheit zu sehen. Weil du lieber deine eigene Ehefrau opferst, nur um eine Geliebte ohne jeden Anstand zu schützen. Ein Mann wie du hat kein Recht, mein Ehemann zu sein. Ich kann dich nicht ertragen.“

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Mein zweites Leben mit dem richtigen Mann

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