Kapitel 3

Serafinas Sicht:

Ich starrte auf Dantes Nachricht, die Worte leuchteten mit seiner beiläufigen und erstickenden Autorität.

Ich antwortete nicht.

Seine Drohung zu löschen, war nicht genug. Ich musste ihn auslöschen.

Gerade als mein Finger über der Blockieren-Taste schwebte, erschien eine neue Benachrichtigung. Eine Freundschaftsanfrage.

Von Isabella Falcone.

Ein kaltes, humorloses Lächeln huschte über meine Lippen. Das Timing war zu perfekt, um ein Zufall zu sein. Ich nahm an.

Sofort erschien eine Nachricht. Es war ein Bild von Dante, zusammengesunken in einem Ledersessel, eine halbleere Flasche Whiskey auf dem Tisch neben ihm. Er sah betrunken aus, seine Krawatte gelockert, seine Augen unfokussiert.

Isabellas Bildunterschrift folgte. Er ist untröstlich, dass ich morgen heirate. Der Arme.

Ich schnaubte. Er sah nicht untröstlich aus. Er sah aus wie ein Alkoholiker, der seinen Kummer ertränkt.

Eine Sprachnachricht folgte. Der Hintergrund war laut, gefüllt mit dem Klirren von Gläsern und gedämpfter Musik. Aber über allem konnte ich Dantes lallende Stimme hören, schwer von Alkohol und Selbstmitleid.

„Isabella … heirate ihn nicht … Ich liebe dich … nur dich …“

Die Worte waren eine erbärmliche Parodie auf ein romantisches Geständnis. Dann kam ihre letzte, triumphale Bombe: ein Foto von ihr und Dante, zusammen in den Laken verwickelt, ihr Gesicht selbstgefällig an seine nackte Schulter gedrückt.

Ihre letzte Nachricht war einfach und triefte vor Bosheit. Verliererin.

Eine Welle von etwas, das Mitleid ähnelte, überkam mich. Nicht für mich selbst, sondern für die schiere Verblendung des Ganzen.

Ich hatte sieben Jahre meines Lebens in einen Wahnsinnigen verliebt verbracht – und er hatte eine Freundin, die genauso verrückt war.

Meine Finger bewegten sich langsam über die Tastatur. Ich fand eine App für digitale Geschenkkarten, lud sie mit einem einzigen Euro auf und fügte eine Notiz hinzu.

Gebrauchtware ist vom Umtausch ausgeschlossen. Kauf dir davon etwas Anstand.

Ich drückte auf Senden. Dann, mit einer befriedigenden Endgültigkeit, blockierte und löschte ich Isabella Falcone.

Ich wechselte zurück zu meinem Chat mit Dante. Seine Nachricht stand immer noch da, ein Befehl, der darauf wartete, befolgt zu werden.

„Komm zurück, wenn du mit deiner Szene fertig bist. Zwing mich nicht, dich zu holen.“

Ich blockierte ihn auch.

Zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit war meine Welt endlich, selig, still.

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Er hat mich verraten, nun fleht er

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