Kapitel 3

Serafina POV:

Ich zwang ein Lächeln auf mein Gesicht, die Muskeln in meinen Wangen fühlten sich steif und unnatürlich an. „Herzlichen Glückwunsch“, sagte ich, meine Stimme überraschend fest. Es war die Stimme einer Moretti, loyal zur Familie, selbst als sie von innen heraus zerrissen wurde.

Ein paar von Dantes Capos näherten sich, ihre Gesichter glänzten von kriecherischem Grinsen. „Ah, Serafina“, sagte einer von ihnen und klopfte Dante auf den Rücken. „Wir werden deine charmanten kleinen Entwürfe vermissen. Aber ein Don braucht eine echte Frau an seiner Seite, was?“

Sie lachten alle. Dante stand nur da, ein gezwungenes, unbehagliches Lächeln im Gesicht. Er verteidigte mich nicht. Er sagte kein Wort. Dieses Schweigen war lauter als jede Beleidigung. In seinem Schweigen verstand ich. Er hatte meine Existenz um Lucas willen geduldet, für die Verbindung zwischen unseren Familien. Jetzt, mit Isabella, brauchte er diese Verbindung nicht mehr. Er musste mich loswerden.

Ich schlich mich davon und fand eine ruhige Ecke an einem großen Fenster mit Blick auf die Lichter der Stadt. Ich musste nur atmen.

Isabella fand mich Momente später. „Dein Schmerz tut mir leid“, sagte sie, ihre Stimme eine sanfte Lüge. „Aber du musst verstehen. Dante war der Last deiner Hingabe überdrüssig. Er fühlte sich schuldig. Du warst eine Bürde für ihn.“

Ihre Worte sollten verletzen, aber ich empfand eine seltsame Distanz. Es war, als würde ich ein Theaterstück sehen, und ich war keine der Schauspielerinnen mehr.

Ein plötzliches Keuchen ging durch die Menge. Ich blickte auf. Ein massiver, kunstvoller Metallleuchter an der Decke, ein Symbol der Macht der Schwarz-Familie, schwankte heftig. Die Leute gerieten in Panik und versuchten, aus dem Weg zu kommen.

Meine Augen fanden Dante. Seine Instinkte, seine sogenannte beschützende Natur, flammten auf. Er bewegte sich mit derselben Geschwindigkeit, an die ich mich von der Gala vor Jahren erinnerte. Aber diesmal bewegte er sich nicht auf mich zu.

Er packte Isabella, zog sie in seine Arme und schirmte sie mit seinem Körper ab, während er sie aus der Gefahrenzone zerrte. Er würdigte mich nicht einmal eines Blickes. Ich war unsichtbar. Ein Möbelstück auf dem Weg der Zerstörung.

Der Leuchter krachte mit einem ohrenbetäubenden Dröhnen von sich windendem Metall und zersplitterndem Glas herunter. Ein brennender Schmerz schoss durch mein Bein, und eine weitere, schärfere Qual explodierte in meinem Schlüsselbein.

Dann wurde alles schwarz.

Ich wachte in einem Krankenhauszimmer auf. Die Luft roch nach Desinfektionsmittel. Luca saß an meinem Bett, sein Gesicht aschfahl.

„Er hat dich zurückgelassen, Sera“, Lucas Stimme war rau vor einer Wut, die ich noch nie von ihm gehört hatte. „Er hat dich einfach … dort liegen lassen. Er hat jeden Kodex gebrochen. Er hat seine Pflicht als Beschützer verraten.“

Ich starrte auf die weiße Decke, eine seltsame Ruhe überkam mich. Dante hatte seine Wahl getroffen. Er hatte Isabella gewählt. Er hatte die Macht gewählt. Die Erkenntnis tat nicht mehr weh. Es war nur eine Tatsache. Eine Tatsache, die mich befreite.

Meine Entscheidung war keine Wahl mehr. Es war eine Notwendigkeit. Ich würde nach Florenz gehen. Das war keine Flucht. Es war eine Wiedergeburt.

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Ein Mafia-Erbe brach mir das Herz

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