Kapitel 3

Basile zog seine Hose an und schloss den Reißverschluss mit einem scharfen, endgültigen Geräusch.

Mit einem Hemd machte er sich noch keine Mühe.

Er stand da, mit nacktem Oberkörper, und strahlte Autorität aus.

„Woher haben Sie diese Codes?", forderte er.

Celeste lehnte sich an die Schranktür und versuchte, ihre Fassade der Ruhe aufrechtzuerhalten.

„Ich habe Papiere auf dem Schreibtisch meines Vaters gesehen", log sie.

Es war eine schwache Lüge.

Elmore Franco war vorsichtig.

Aber sie konnte ihm nicht sagen, dass sie seinen Konkursprozess drei Jahre in der Zukunft miterlebt hatte.

Basile starrte sie einen langen Moment lang an.

Er glaubte ihr nicht.

Sie konnte die Skepsis in seinem angespannten Kiefer sehen.

Aber er warf einen Blick auf die Rolex auf dem Nachttisch.

„Sie haben eine Stunde, bevor Sie in St. Patrick's zum Altar schreiten sollen", sagte er.

„Ich gehe nicht nach St. Patrick's", sagte Celeste. „Ich gehe zum City Hall."

Sie hielt seinem Blick stand.

„Mit Ihnen."

Basile schwieg.

Die Stille dehnte sich, angespannt und brüchig.

Dann griff er zum Telefon an der Wand.

Er wählte eine einzige Ziffer.

„Alfredo", sagte er in den Hörer. „Bringen Sie die Schachtel hoch."

Er legte auf.

Celeste stieß einen Atemzug aus, von dem sie nicht gewusst hatte, dass sie ihn angehalten hatte.

„Welche Schachtel?", fragte sie.

Basile ignorierte sie.

Er ging an ihr vorbei in den Schrank und wählte ein weißes Hemd aus.

Er zog es an und knöpfte es mit präzisen, effizienten Bewegungen zu.

Es klopfte an der Tür.

„Herein", rief Basile.

Ein älterer Mann mit silbernem Haar und einer makellosen Uniform trat ein.

Er trug eine große, flache weiße Schachtel, die mit einem schwarzen Band verschnürt war.

Er sah Celeste, die in Basiles übergroßem Hemd dastand.

Seine Miene verzog sich nicht.

„Guten Morgen, Sir. Miss", sagte Alfredo mit einem höflichen Nicken.

Er stellte die Schachtel auf das Bett und zog sich zurück, wobei er die Tür leise hinter sich schloss.

Basile deutete mit dem Kinn auf die Schachtel.

„Öffnen Sie sie."

Celeste ging zum Bett.

Ihre Finger fummelten an dem Band herum.

Sie hob den Deckel an.

Darin, eingebettet in Lagen von Seidenpapier, lag ein Kleid.

Es war weiß.

Vintage.

Wadenlang, mit langen Spitzenärmeln und einem hochgeschlossenen Kragen.

Celeste schnappte nach Luft.

Sie streckte die Hand aus und berührte den Stoff.

Es war Seidenkrepp.

„Das …", flüsterte sie.

Sie zog das Kleid heraus.

Es war identisch mit einer Skizze, die sie in ihrem vorletzten Jahr an der Designschule gezeichnet hatte.

Eine Skizze, die sie verloren hatte.

Eine Skizze, die sie nie jemandem gezeigt hatte.

Sie blickte zu Basile auf, ihre Augen weit vor Verwirrung.

„Woher haben Sie das?", fragte sie.

Basile richtete seine Manschettenknöpfe im Spiegel.

Er fing ihren Blick im Spiegelbild auf.

Für eine Sekunde, nur den Bruchteil einer Sekunde, wurde etwas in seinem Gesicht weicher.

Dann fiel die Maske wieder herab.

„Meine Akquisitionsfirma hat letztes Jahr die Muttergesellschaft aufgekauft, die den Designwettbewerb Ihrer Universität gesponsert hat", sagte er gleichgültig. „Das war in deren Anlagenportfolio. Ein interessantes Design. Ich habe es in Auftrag gegeben. Es hat nur Staub angesetzt."

Es war eine Lüge.

Sie wusste, dass es eine Lüge war.

Basile Delgado kaufte keine Unternehmen wegen Studentenportfolios.

Und er ließ ganz sicher keine Kleider danach anfertigen, nur um sie einstauben zu lassen.

„Ziehen Sie es an", sagte er. „Es sei denn, Sie wollen in meinem Hemd heiraten."

Celeste nahm das Kleid mit ins Badezimmer.

Sie schlüpfte hinein.

Es passte perfekt.

Nicht nur gut.

Perfekt.

Es umschmiegte ihre Taille, die Spitzenärmel endeten genau an ihren Handgelenken.

Es war, als hätte er ihre Maße auswendig gelernt.

Sie starrte sich im Spiegel an.

Sie sah aus wie eine Braut.

Aber nicht die Braut, die Bryce in ihr sehen wollte.

Sie sah aus wie sie selbst.

Sie ging zurück ins Schlafzimmer.

Basile zog gerade sein Sakko an.

Er hielt inne, als er sie sah.

Seine Hände erstarrten am Revers.

Sein Kehlkopf bewegte sich, als er schluckte.

Die Luft zwischen ihnen knisterte mit etwas, das nicht nur geschäftlich war.

„Nehmen Sie Ihren Ausweis, Miss Franco", sagte Basile, seine Stimme rauer als zuvor.

Er griff nach seinen Autoschlüsseln auf der Kommode.

„Wenn das eine Falle ist", sagte er, während er zur Tür ging, „werden Sie den Tag Ihrer Geburt bereuen."

„Das tue ich bereits", murmelte Celeste.

Sie folgte ihm hinaus.

Die Fahrt mit dem Aufzug nach unten war still.

Celeste betrachtete ihre Spiegelbilder in den polierten Metalltüren.

Sie sahen aus wie ein Power-Paar.

Gefährlich.

Wunderschön.

Eine Verbindung, die in der Hölle geschmiedet wurde.

Die Türen öffneten sich.

Der Lobby-Manager verbeugte sich.

Basile würdigte ihn keines Blickes.

Er packte Celestes Handgelenk.

Seine Hand war warm, sein Griff fest, aber nicht schmerzhaft.

Er führte sie durch den Seitenausgang zu einem eleganten schwarzen Maybach, der am Straßenrand wartete.

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Die wiedergeborene Erbin: Der Rachepakt des Wolfs

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