Kapitel 1
Der Regen peitschte gegen die Fensterscheibe des Sanatoriums, ein rhythmisches Trommeln, das wie Nägel auf einem Sarg klang.
Celeste Franco lag gelähmt auf den steifen, weißen Laken.
Ihr Körper fühlte sich schwer an, als wäre er mit Blei statt mit Blut gefüllt.
Sie versuchte, einen Finger zu heben.
Nichts geschah.
Ihre Muskeln waren vor Monaten verkümmert und machten sie zu einer Gefangenen in ihrer eigenen Haut.
Die Tür zu ihrem Privatzimmer knarrte auf.
Ihr Vater, Elmore Franco, trat ein.
Er sah nicht in ihr Gesicht.
Er sah auf das Klemmbrett in seiner Hand.
Er sah auf den Herzmonitor, der einen gleichmäßigen, monotonen Rhythmus piepte.
Das Geräusch war der einzige Beweis dafür, dass sie noch am Leben war.
„Es ist Zeit", sagte Elmore in den Raum hinein.
Er zog einen Stift aus seiner Brusttasche.
Das Klicken des Stiftes hallte in dem stillen Raum wider.
Er unterschrieb das Papier auf dem Klemmbrett.
Nicht wiederbeleben.
Celeste wollte schreien.
Sie wollte um sich schlagen, flehen, fragen, warum.
Aber ihre Kehle war eine trockene Höhle, ihre Stimmbänder unbrauchbar.
Ophelia, ihre Stiefmutter, trat hinter Elmore hervor.
Sie trug Celestes Lieblingsperlenkette.
Ophelia beugte sich über das Bett, ihr Parfüm aufdringlich und süß, den Geruch von Antiseptikum überdeckend.
„Armes kleines reiches Mädchen", flüsterte Ophelia.
Sie strich das Haar von Celestes feuchtkalter Stirn zurück.
„Du dachtest wirklich, es war der Autounfall, nicht wahr?"
Celestes Augen weiteten sich, der einzige Teil von ihr, der sich noch bewegen konnte.
„Es war der Tee, Liebling", murmelte Ophelia, während ihre Lippen Celestes Ohr streiften. „Genau wie bei deiner Mutter. Ein langsames, geschmackloses Gift. Es ahmt Herzversagen wunderbar nach."
Celestes Herz hämmerte gegen ihre Rippen.
Der Monitor begann, schneller zu piepen.
Hochfrequent.
Hektisch.
Ophelia kicherte, ein leises, grausames Geräusch. „Und du warst so blind. So besorgt um deine Hochzeit mit Bryce. Dachtest du wirklich, er würde treu bleiben? Danielas Junge ist schon sieben Jahre alt. Und dieses Offshore-Konto, das Bryce mit der Hilfe deines Vaters eingerichtet hat ... dein Erbe hat für ihr kleines Liebesnest auf den Caymans bezahlt. Du hast für alles bezahlt, du dummes, dummes Mädchen."
Die Worte waren wie Säure, die ihre letzten Illusionen auflöste. Ein Sohn. Ein zweijähriger Sohn. Die Geldwäsche. Alles brach auf einmal über sie herein.
„Hör auf mit dem Lärm", schnauzte Elmore.
Er streckte die Hand aus und riss das Kabel aus der Wand.
Das Piepen verstummte.
Stille strömte herein, schwer und erstickend.
Celestes Sicht begann an den Rändern zu verschwimmen.
Schwarze Flecken tanzten vor ihren Augen.
Ihre Lungen brannten nach Luft, die nicht kam.
Panik, kalt und scharf, schnitt durch ihr schwindendes Bewusstsein.
Sie haben ihre Mutter getötet.
Sie töteten sie.
Die Dunkelheit verschlang sie vollständig.
Und dann keuchte sie.
Luft schoss in ihre Lungen, heftig und plötzlich.
Celeste fuhr im Bett hoch, ihre Brust hob und senkte sich schwer.
Sie krallte sich an ihre Kehle, erwartete, den Phantomschlauch zu spüren, die Trockenheit des Todes.
Ihre Haut war warm.
Ihre Kehle war glatt.
Sie war nicht in dem sterilen weißen Zimmer.
Sie war von Seidenlaken umgeben.
Über ihr hing ein Kristallleuchter, der das Morgenlicht in tausend Prismen brach.
Das war ein Hotelzimmer.
Ein sehr teures Hotelzimmer.
Ihr Herz schlug so heftig, dass sie es in ihren Ohren hören konnte.
Sie sah auf ihre Hände.
Sie waren nicht abgemagert und dünn.
Sie waren manikürt, die Haut prall vor Leben.
Ein Telefon summte auf dem Nachttisch.
Sie griff danach, ihre Finger zitterten so sehr, dass sie es beinahe fallen ließ.
Der Bildschirm leuchtete auf.
12. September.
Vor fünf Jahren.
Der Tag ihrer Hochzeit.
Celeste starrte auf das Datum, ihr Atem stockte.
Sie war nicht tot.
Sie war zurück.
Ein leises Stöhnen kam von der anderen Seite des riesigen Bettes.
Celeste erstarrte.
Ihr Blut gefror in den Adern.
Sie drehte langsam den Kopf, die Wirbel in ihrem Nacken knackten.
Ein Mann lag neben ihr.
Er lag bäuchlings da, das Laken um seine Taille gerafft.
Sein Rücken war eine Landschaft aus Muskeln und Tinte, eine große Tätowierung eines Wolfs spannte sich über sein Schulterblatt.
Er bewegte sich und rollte sich auf den Rücken.
Basile Delgado.
Der Feind der Familie Franco.
Der Mann, der die Firma ihres Vaters in drei Jahren zerstören würde.
Der Mann, den alle den Wolf of Wall Street nannten.
Erinnerungen aus ihrem früheren Leben – ihrem ersten Leben – stürzten auf sie ein.
Die Nacht vor ihrer Hochzeit.
Sie war auf ihrem Junggesellinnenabschied unter Drogen gesetzt worden.
Sie war hier aufgewacht.
Sie hatte geschrien.
Sie war, in ein Laken gehüllt, auf den Flur gerannt, direkt in eine Wand aus Paparazzi.
Der Skandal hatte sie ihres Erbes beraubt.
Es war der erste Dominostein in der Reihe, die zu ihrem Tod in jenem Sanatorium führte.
Basile öffnete seine Augen.
Sie waren sturmwolkengrau, scharf und sofort wach.
In seinem Blick lag keine Schläfrigkeit, nur eine kalte, raubtierhafte Einschätzung.
Er sah sie an, als wäre sie eine Eindringlingin.
„Raus hier", sagte er.
Seine Stimme war ein tiefes Grollen, rau vom Schlaf.
„Raus hier, Miss Franco."
Celeste biss sich auf die Lippe.
Sie biss fest zu, bis sie den metallischen Geschmack von Blut schmeckte.
Der Schmerz erdete sie.
Er war real.
Diesmal würde sie nicht weglaufen.
Sie dachte daran, wie Elmore den Stecker zog.
Sie dachte an Ophelias Flüstern.
Angst war ein Luxus, den sie sich nicht länger leisten konnte.
Sie zog das Seidenlaken bis zu ihrem Schlüsselbein hoch und bedeckte ihre Nacktheit.
Sie erwiderte Basiles Blick.
Sie zuckte nicht zurück.
„Nein", sagte Celeste.
Ihre Stimme war rau, aber sie zitterte nicht.
„Ich gehe nicht, Basile."
Kapitel 2
Basile kniff die Augen zusammen.
Er sah sie an, als wäre sie ein Rätsel, das er nicht ganz lösen konnte, oder vielleicht ein Insekt, bei dem er noch nicht entschieden hatte, ob er es zerquetschen sollte.
„Wie du meinst", murmelte er.
Er warf die Decke weg und stand auf.
Er war vollkommen nackt.
Celeste spürte, wie ihr die Hitze in die Wangen schoss, aber sie zwang sich, nicht wegzusehen.
Sie sah, wie sein Blick über die Seidenlaken glitt, auf denen sie lag, ein Anflug von Ekel in seinen Augen. Er ging absichtlich um das Bett herum und machte einen weiten Bogen darum, als wäre es verseucht.
Sie sah ihm nach, wie er zum Badezimmer ging, seine Bewegungen fließend und schamlos.
An der Tür hielt er inne und blickte über seine Schulter zurück.
„Du hast fünf Minuten, um zu verschwinden, bevor ich den Sicherheitsdienst rufe", sagte er. „Und fass nichts an. Ich habe eine Phobie vor Keimen."
Die Badezimmertür klickte ins Schloss.
Einen Moment später war das Rauschen der Dusche zu hören.
Celeste kletterte hastig aus dem Bett.
Ihre Beine fühlten sich schwach an, aber sie trugen sie.
Verzweifelt suchte sie den Raum ab.
Ihr Kleid vom Vorabend – ein silbernes Cocktailkleid – lag als Haufen auf dem Teppich.
Es war zerfetzt.
Der Reißverschluss war herausgerissen.
Daniela.
Es musste ihre Schwester gewesen sein.
Sie konnte nicht in einem zerrissenen Kleid aus dem Plaza Hotel gehen.
Nicht mit der Presse, die unten wartete.
Sie brauchte eine Rüstung.
Celeste ging in den begehbaren Kleiderschrank.
Reihen von makellos geschneiderten Anzügen hingen in farblich abgestimmter Präzision.
Sie schnappte sich ein frisches weißes Hemd von einem Bügel.
Sie zog es über.
Es verschluckte ihre Gestalt, der Saum reichte ihr bis zur Mitte des Oberschenkels.
Sie knöpfte es bis zum Hals zu und krempelte die Ärmel hoch.
Es roch nach ihm.
Sandelholz und teurer Tabak.
Sie griff in die Tasche einer anthrazitgrauen Jacke, die in der Nähe hing.
Ihre Finger streiften eine Schachtel Zigaretten und ein Feuerzeug.
Sie zog sie heraus.
Sie rauchte nicht.
Sie hasste den Geruch.
Aber ihre Hände zitterten wieder.
Sie musste etwas mit ihnen tun.
Sie zündete sich eine Zigarette an, nahm einen flachen Zug und hustete leicht, als der Rauch ihre Lunge traf.
Der Nikotinschub ließ ihren Kopf schwirren, aber er beruhigte ihre Nerven.
Die Badezimmertür öffnete sich.
Basile kam heraus, ein weißes Handtuch tief um seine Hüften geschlungen.
Wassertropfen hingen in seinen Brusthaaren und rannen seinen Bauch hinab.
Er erstarrte, als er sie sah.
Celeste saß in dem Samtsessel, ein Bein über das andere geschlagen.
Rauch kräuselte sich von ihren Fingern auf.
Sie sah aus wie eine Katastrophe, aber eine gefasste.
Basile lehnte sich gegen den Türrahmen und verschränkte die Arme.
„Ist das Cosplay vorbei?", fragte er mit einer Stimme, die vor Spott troff. „Dein Verlobter wartet am Altar."
Celeste drückte die Zigarette im Kristall-Aschenbecher aus.
Sie stand auf.
„Bryce Colon ist ein Stück Abschaum", sagte sie.
Basile zog eine Augenbraue hoch.
Das war neu.
Die Celeste Franco, die er kannte – oder zu kennen glaubte – war eine Marionette, ein reiches Töchterchen, das den Boden anbetete, auf dem Bryce ging.
„Ich weiß, dass du die verstreuten Aktien der Franco Group aufkaufst", sagte Celeste.
Der Spott verschwand aus Basiles Gesicht.
Seine Miene versteinerte.
Er stieß sich vom Türrahmen ab und machte einen Schritt auf sie zu.
Die Luft im Raum fühlte sich plötzlich schwerer an.
„Wer hat dir das gesagt?", fragte er leise.
Zu leise.
„Das ist egal", sagte Celeste. „Ich besitze fünfzehn Prozent des Unternehmens. Meine Großmutter hat sie mir in einem Treuhandfonds hinterlassen, der heute freigegeben wird."
Sie machte einen Schritt auf ihn zu.
Sie waren jetzt nur noch Zentimeter voneinander entfernt.
Sie musste den Kopf in den Nacken legen, um ihm in die Augen zu sehen.
„Ich kann sie dir geben", sagte sie.
Basile streckte die Hand aus.
Seine Hand war groß, seine Finger schwielig.
Er packte ihr Kinn und neigte ihr Gesicht weiter nach oben.
Sein Daumen strich über ihre Unterlippe.
„Und der Preis?", fragte er.
Celeste blinzelte nicht.
„Heirate mich", sagte sie. „Sofort. Heute."
Basiles Griff verstärkte sich leicht.
Er musterte ihr Gesicht, suchte nach der Lüge, nach der Falle.
„Du bist high", sagte er. „Oder du bist immer noch betrunken von dem, was sie dir gestern Abend untergemischt haben."
Er ließ ihr Kinn los und wandte sich ab, nach einer Hose greifend, die über einem Stuhl drapiert war.
„Verschwinde, Celeste. Bevor ich die Geduld verliere."
Celeste bewegte sich.
Sie stellte sich zwischen ihn und die Hose.
Sie sah aus wie ein in die Enge getriebenes Tier, verzweifelt und gefährlich.
„Kontonummer 744-Bravo-X-Ray", sagte sie. „Cayman Islands. Die Briefkastenfirma heißt ‚Orion Holdings‘."
Basile erstarrte.
Seine Hand schwebte über dem Stoff seiner Hose.
Langsam, sehr langsam, drehte er sich wieder zu ihr um.
Dieses Konto war ein Geheimnis.
Ein Geheimnis, das ihn ins Bundesgefängnis bringen könnte, wenn es falsch gehandhabt würde.
Ein Geheimnis, das nur drei Menschen auf der Welt kannten.
Und sie war keine von ihnen.
Bis jetzt.
Er sah sie an, sah sie zum ersten Mal wirklich an.
Die Angst war aus ihren Augen verschwunden.
An ihrer Stelle war etwas Kaltes.
Etwas Brennendes.
„Fang an zu reden", sagte Basile.
Kapitel 3
Basile zog seine Hose an und schloss den Reißverschluss mit einem scharfen, endgültigen Geräusch.
Mit einem Hemd machte er sich noch keine Mühe.
Er stand da, mit nacktem Oberkörper, und strahlte Autorität aus.
„Woher haben Sie diese Codes?", forderte er.
Celeste lehnte sich an die Schranktür und versuchte, ihre Fassade der Ruhe aufrechtzuerhalten.
„Ich habe Papiere auf dem Schreibtisch meines Vaters gesehen", log sie.
Es war eine schwache Lüge.
Elmore Franco war vorsichtig.
Aber sie konnte ihm nicht sagen, dass sie seinen Konkursprozess drei Jahre in der Zukunft miterlebt hatte.
Basile starrte sie einen langen Moment lang an.
Er glaubte ihr nicht.
Sie konnte die Skepsis in seinem angespannten Kiefer sehen.
Aber er warf einen Blick auf die Rolex auf dem Nachttisch.
„Sie haben eine Stunde, bevor Sie in St. Patrick's zum Altar schreiten sollen", sagte er.
„Ich gehe nicht nach St. Patrick's", sagte Celeste. „Ich gehe zum City Hall."
Sie hielt seinem Blick stand.
„Mit Ihnen."
Basile schwieg.
Die Stille dehnte sich, angespannt und brüchig.
Dann griff er zum Telefon an der Wand.
Er wählte eine einzige Ziffer.
„Alfredo", sagte er in den Hörer. „Bringen Sie die Schachtel hoch."
Er legte auf.
Celeste stieß einen Atemzug aus, von dem sie nicht gewusst hatte, dass sie ihn angehalten hatte.
„Welche Schachtel?", fragte sie.
Basile ignorierte sie.
Er ging an ihr vorbei in den Schrank und wählte ein weißes Hemd aus.
Er zog es an und knöpfte es mit präzisen, effizienten Bewegungen zu.
Es klopfte an der Tür.
„Herein", rief Basile.
Ein älterer Mann mit silbernem Haar und einer makellosen Uniform trat ein.
Er trug eine große, flache weiße Schachtel, die mit einem schwarzen Band verschnürt war.
Er sah Celeste, die in Basiles übergroßem Hemd dastand.
Seine Miene verzog sich nicht.
„Guten Morgen, Sir. Miss", sagte Alfredo mit einem höflichen Nicken.
Er stellte die Schachtel auf das Bett und zog sich zurück, wobei er die Tür leise hinter sich schloss.
Basile deutete mit dem Kinn auf die Schachtel.
„Öffnen Sie sie."
Celeste ging zum Bett.
Ihre Finger fummelten an dem Band herum.
Sie hob den Deckel an.
Darin, eingebettet in Lagen von Seidenpapier, lag ein Kleid.
Es war weiß.
Vintage.
Wadenlang, mit langen Spitzenärmeln und einem hochgeschlossenen Kragen.
Celeste schnappte nach Luft.
Sie streckte die Hand aus und berührte den Stoff.
Es war Seidenkrepp.
„Das …", flüsterte sie.
Sie zog das Kleid heraus.
Es war identisch mit einer Skizze, die sie in ihrem vorletzten Jahr an der Designschule gezeichnet hatte.
Eine Skizze, die sie verloren hatte.
Eine Skizze, die sie nie jemandem gezeigt hatte.
Sie blickte zu Basile auf, ihre Augen weit vor Verwirrung.
„Woher haben Sie das?", fragte sie.
Basile richtete seine Manschettenknöpfe im Spiegel.
Er fing ihren Blick im Spiegelbild auf.
Für eine Sekunde, nur den Bruchteil einer Sekunde, wurde etwas in seinem Gesicht weicher.
Dann fiel die Maske wieder herab.
„Meine Akquisitionsfirma hat letztes Jahr die Muttergesellschaft aufgekauft, die den Designwettbewerb Ihrer Universität gesponsert hat", sagte er gleichgültig. „Das war in deren Anlagenportfolio. Ein interessantes Design. Ich habe es in Auftrag gegeben. Es hat nur Staub angesetzt."
Es war eine Lüge.
Sie wusste, dass es eine Lüge war.
Basile Delgado kaufte keine Unternehmen wegen Studentenportfolios.
Und er ließ ganz sicher keine Kleider danach anfertigen, nur um sie einstauben zu lassen.
„Ziehen Sie es an", sagte er. „Es sei denn, Sie wollen in meinem Hemd heiraten."
Celeste nahm das Kleid mit ins Badezimmer.
Sie schlüpfte hinein.
Es passte perfekt.
Nicht nur gut.
Perfekt.
Es umschmiegte ihre Taille, die Spitzenärmel endeten genau an ihren Handgelenken.
Es war, als hätte er ihre Maße auswendig gelernt.
Sie starrte sich im Spiegel an.
Sie sah aus wie eine Braut.
Aber nicht die Braut, die Bryce in ihr sehen wollte.
Sie sah aus wie sie selbst.
Sie ging zurück ins Schlafzimmer.
Basile zog gerade sein Sakko an.
Er hielt inne, als er sie sah.
Seine Hände erstarrten am Revers.
Sein Kehlkopf bewegte sich, als er schluckte.
Die Luft zwischen ihnen knisterte mit etwas, das nicht nur geschäftlich war.
„Nehmen Sie Ihren Ausweis, Miss Franco", sagte Basile, seine Stimme rauer als zuvor.
Er griff nach seinen Autoschlüsseln auf der Kommode.
„Wenn das eine Falle ist", sagte er, während er zur Tür ging, „werden Sie den Tag Ihrer Geburt bereuen."
„Das tue ich bereits", murmelte Celeste.
Sie folgte ihm hinaus.
Die Fahrt mit dem Aufzug nach unten war still.
Celeste betrachtete ihre Spiegelbilder in den polierten Metalltüren.
Sie sahen aus wie ein Power-Paar.
Gefährlich.
Wunderschön.
Eine Verbindung, die in der Hölle geschmiedet wurde.
Die Türen öffneten sich.
Der Lobby-Manager verbeugte sich.
Basile würdigte ihn keines Blickes.
Er packte Celestes Handgelenk.
Seine Hand war warm, sein Griff fest, aber nicht schmerzhaft.
Er führte sie durch den Seitenausgang zu einem eleganten schwarzen Maybach, der am Straßenrand wartete.