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Die verratene Erbin und ihr geniales Comeback
Die verratene Erbin und ihr geniales Comeback

Die verratene Erbin und ihr geniales Comeback

99 Kapitel
Abgeschlossen
In der Web Novel "Die verratene Erbin und ihr geniales Comeback" entlarvt Bridget den Verrat ihres Mannes. Sie legt ihre Rolle als naives Partygirl ab und nutzt ihr geheimes Genie, um sein Imperium zu zerstören. Ein fesselnder modern novel für Fans der fiction books.
Kapitel 1 von Die verratene Erbin und ihr geniales Comeback

Der schwarze Maybach rollte durch die Dunkelheit der Hamptons, die Reifen zermahlten den Kies mit einem schweren, teuren Geräusch.

Bridget lehnte ihren Kopf gegen den kühlen Ledersitz. Sie drückte zwei Finger an ihre Schläfen und rieb in langsamen, festen Kreisen, um den Jetlag zu bekämpfen. Ein vierzehnstündiger Flug von Genf war brutal, aber der Kalender auf ihrem Handy zeigte ihren vierten Hochzeitstag an.

"Ma'am, soll ich Mr. Cline anrufen, um ihm mitzuteilen, dass wir uns nähern?", fragte der Fahrer, während sich ihre Blicke im Rückspiegel trafen.

"Nein." Bridget ließ ihre Hand sinken. "Ich will ihn überraschen."

Jayson hatte ihr erzählt, dass er heute Abend in Boston in einem wichtigen M&A-Meeting festsaß. Aber Bridget wusste, wie sehr er es hasste, an ihrem Hochzeitstag allein zu sein. Sie hatte ihre letzte Laborbesprechung geschwänzt, nur um hier zu sein.

Der Wagen glitt in der Nähe der versteckten Einfahrt ihres privaten Strandgrundstücks zum Stehen. Die Meereswellen schlugen gegen das Ufer, ein rhythmisches, isolierendes Geräusch.

Bridget trat in die salzige Nachtluft hinaus. Sie umklammerte den Griff ihrer limitierten Himalayan Birkin Tasche. Ihre Stilettoabsätze klickten leise auf dem vertrauten Kopfsteinpflasterweg, der zur hinteren Terrasse führte.

Sie hielt inne.

Warmes, gelbes Licht ergoss sich aus den bodentiefen Fenstern im Erdgeschoss auf den gepflegten Rasen.

Bridget runzelte die Stirn. Jayson sollte doch in Boston sein. Die Alarmanlage hatte sie nicht über Gäste informiert.

Sie verlangsamte ihren Schritt. Sie trat von den Steinen auf das feuchte Gras, um ihre Schritte zu dämpfen. Sie schlich auf die halb zugezogenen Jalousien zu, während sich ihre Brust mit einer plötzlichen, unerklärlichen Furcht zusammenzog.

Sie drückte ihre Schulter gegen das kalte Glas und blickte durch den schmalen Spalt.

Ein riesiger Erdbeerkuchen stand in der Mitte des Mahagoni-Esstisches.

Jayson stand mitten im Raum. Er trug einen lässigen Kaschmirpullover. Er hielt ein kleines Mädchen, nicht älter als fünf, in seiner Armbeuge. Pippa.

Pippa kicherte, ein hoher, durchdringender Laut, der durch das Glas drang. Sie streckte einen klebrigen Finger aus und schmierte weißen Zuckerguss direkt auf Jaysons Nasenrücken.

Jayson zuckte nicht zusammen. Er runzelte nicht die Stirn, so wie er es tat, wenn jemand im Konferenzraum Kaffee verschüttete. Seine Augen bekamen Fältchen. Er blickte das Kind mit einer rohen, ungefilterten Verehrung an, die Bridget noch nie auf sich gerichtet gesehen hatte.

Eine Frau kam aus der offenen Küche.

Golda.

Sie trug ein schlichtes Seiden-Slipkleid. Sie trug ein Glas mit frischem Saft. Sie ging direkt auf Jayson zu, ihre Bewegungen fließend und allzu selbstverständlich. Sie nahm eine Serviette und wischte ihm sanft den Zuckerguss von der Nase.

Jayson senkte den Kopf. Seine Lippen streiften Goldas Stirn. Der Kuss war lang. Er war geübt. Es war die beiläufige Intimität eines Mannes, der seine Frau in ihrem eigenen Zuhause küsst.

Bridgets Lunge setzte aus.

Der Sauerstoff in ihrem Blut wurde zu Blei. Ein heftiger Krampf durchzuckte ihren Magen.

Ihre Finger wurden taub.

Die Himalayan Birkin entglitt ihrem Griff. Sie schlug mit einem schweren, hohlen Geräusch auf der Holzterrasse auf.

Im Haus erstarb das Lachen augenblicklich.

Jaysons Kopf schnellte zum Fenster herum. Seine Augen verengten sich und blickten in die Dunkelheit. Er setzte Pippa mit hastigen, angespannten Bewegungen auf den Boden und ging in Richtung der Eingangshalle.

Bridgets Gehirn schaltete ab. Reine, animalische Panik übernahm ihr Nervensystem.

Sie wirbelte herum und rannte los.

Ihr Absatz verfing sich in der Lücke zwischen zwei Pflastersteinen. Sie riss ihren Fuß nach oben, zerriss dabei den Lederriemen und rannte weiter, blindlings auf die entfernte Einfahrt zutaumelnd.

Die schwere Eichentür schwang hinter ihr auf.

"Wer ist da?", durchdrang Jaysons Stimme das Rauschen des Ozeans.

Bridget warf sich hinter das verrostete Fahrgestell eines verlassenen Wohnmobils, das in der Nähe der Baumgrenze geparkt war. Sie presste beide Hände auf ihren Mund und biss sich auf die eigenen Knöchel, um das Schluchzen zu unterdrücken, das ihr die Kehle hochriss.

Sie spähte um die Metallkante herum.

Jayson stand auf der Veranda und ließ den Lichtkegel einer schweren Taschenlampe über den Rasen schweifen. Der Strahl verfehlte sie um Zentimeter. Golda trat hinter ihn, ihre Hand umklammerte die Rückseite seines Pullovers.

Jayson griff nach hinten. Er tätschelte Goldas Hand, sein Daumen strich in einer Geste absoluter Beruhigung über ihre Knöchel. Sie wechselten einen knappen, beschützenden Blick, bevor sie wieder hineingingen und die Tür abschlossen.

Bridget rutschte an der Seite des Wohnmobils hinunter. Das kalte Metall schnitt ihr in den Rücken.

Tränen quollen über ihre Wimpern, heiß und schnell, und brannten auf ihren kalten Wangen. Vier Jahre. Vier Jahre Ehe. Vier Jahre, in denen sie die Lüge über Golda geglaubt hatte – die tragische Witwe, die angeblich Jaysons Retterin war.

Sie stemmte sich vom Boden hoch. Sie schleifte ihren kaputten Absatz über den Kies, bis sie den Maybach erreichte. Sie riss die Tür auf und brach auf dem Rücksitz zusammen.

"Fahren Sie", würgte Bridget hervor, während ihr ganzer Körper heftig zitterte. "Manhattan. Jetzt."

Der Maybach raste die Küstenstraße entlang. Bridget schlang die Arme um ihre Rippen und versuchte, ihre zerberstende Brust zusammenzuhalten. Ihre Zähne klapperten.

Scheinwerfer blitzten in der Windschutzscheibe auf.

Ein schwerer Lastwagen scherte über die doppelte gelbe Linie aus. Das Fernlicht flutete die Kabine und blendete sie.

Der Fahrer schrie auf. Er riss das Lenkrad scharf nach rechts.

Die Reifen quietschten auf dem Asphalt. Der Geruch von brennendem Gummi erfüllte die Luft.

Der Maybach krachte in die metallene Leitplanke. Der Aufprall schleuderte Bridget seitwärts. Ihr Schädel schlug gegen das verstärkte Fensterglas.

Alles wurde schwarz.

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