Kapitel 3
Damals, als Alan mich auf der Hochzeit küssen sollte, stand Fiona in einem weißen Kleid jämmerlich unter der Bühne.
Sie weinte und sah erbärmlich aus.
„Alan, willst du mich auch noch im Stich lassen?“
Alans Hände, die mein Gesicht hielten, zogen sich sofort zurück, als ob sie einen elektrischen Schlag bekommen hätten.
Alans Freund, Philip Ward, eilte herbei und nahm Fiona mit.
Obwohl Alan erleichtert aufatmete und mich liebevoll ansah, ließ mich sein flüchtiger Kuss unsicher werden.
Später verstand ich allmählich die Macht der Wiedervereinigung von Jugendlieben nach einer langen Trennung.
In unserer Hochzeitsnacht stand Alan lange auf dem Balkon und telefonierte.
Er verbarg damals nichts vor mir.
Egal, was er sagte, Fiona weinte nur.
Alan sah mich mit Hilflosigkeit und Schuldgefühlen an.
Er sagte, Fiona sei unschuldig und sie sei wie ein Kind.
Anfangs tat mir Fiona leid.
Wann immer Alan Fiona besuchte, nahm er mich mit, und ich kaufte ihr sogar Dinge, wenn ich etwas Passendes sah.
Aber bald spürte ich ihre Feindseligkeit.
Einmal, als Alan auf Geschäftsreise war, schickte er mir eine Nachricht, dass ich Fiona besuchen sollte.
„Sie hat hohes Fieber und weigert sich, ins Krankenhaus zu gehen. Ich bin zu beschäftigt, um mich um sie zu kümmern.“
Ich eilte in strömendem Regen zu ihrem Haus, und ihr Gesicht war voller Enttäuschung, als sie mich sah.
Der Tisch war mit verstreuten Takeaway-Verpackungen und unordentlichen Weinflaschen übersät.
Als ich ihre durchschimmernde weiße Nachtwäsche sah, wurde mir alles klar.
Sie hatte kein Fieber, sondern wollte meinen Mann verführen.