Kapitel 3

Lara POV:

Ich wurde in ein kleineres Gästezimmer im hinteren Teil des Hauses umquartiert. Es war feucht und roch modrig. Thiemo stand in der Tür, die Hände in den Hosentaschen vergraben.

„Es ist nur vorübergehend, Lara ", sagte er. Ich hörte die Müdigkeit in seiner Stimme. „Sobald Melania ihr Baby hat und die Fusion durch ist, finden wir etwas Schöneres für dich. Ein eigenes Zuhause. "

Ich zuckte die Achseln. Mir war es egal. Meine Gedanken kreisten um Flucht. Ich musste hier raus. Mein Baby musste hier raus.

Ich überlegte, Melania um Hilfe zu bitten. Aber ich wusste, das war sinnlos. Sie war Thiemo gegenüber loyal, solange es ihr nützte. Sie war nicht meine Freundin. Sie war meine Feindin.

Thiemo liebte seinen Status mehr als alles. Melania war nur ein Mittel zum Zweck, ein Werkzeug, um das zu bekommen, was er wollte. Ich spürte das. Ich wusste es.

Jeden Abend hörte ich Thiemo, wie er Melanias Bauch gute Nacht Geschichten erzählte. Er war der fürsorgliche Vater, der sich liebevoll um sein ungeborenes Kind kümmerte. Dann, tief in der Nacht, kam er zu mir.

Ich tat immer so, als würde ich schlafen. Ich konnte seine Berührung nicht ertragen.

Er setzte sich sanft auf den Bettrand. „Lara? Bist du wach? "

Ich schwieg. Er wusste, dass ich wach war.

Ich drehte mich weg, den Rücken zu ihm. „Was willst du? ", fragte ich kühl.

Er seufzte schwer. „Hasst du mich, Lara? Glaubst du nicht mehr, dass ich dich liebe? "

Mein Herz zog sich für einen Moment zusammen. Ein flüchtiger Schmerz. Aber ich unterdrückte ihn sofort. Er verdiente mein Mitleid nicht. Er hatte mich in dieses Gefängnis gesteckt. Er hatte unser Baby zum „Fehltritt " erklärt.

Erwartest du wirklich, dass ich dir glaube? Die Worte blieben in meinem Kopf hängen. Ich ließ sie nicht über meine Lippen kommen. Ich weinte still, niemand sollte es sehen.

„Ich werde dieses Baby zur Welt bringen ", sagte ich leise. „Und ich werde es nicht in diesem feuchten, dunklen Zimmer aufziehen. Ich brauche frische Luft. Ich brauche mein Handy. Ich muss mit meiner Mutter sprechen. "

Thiemo legte seine Arme um mich. „Ich verstehe, Lara. Du hast Recht. " Seine Stimme klang erleichtert. „Du sollst spazieren gehen können, mit Begleitung natürlich. Und dein Handy bekommst du zurück. Aber… du darfst niemandem erzählen, was hier passiert ist. "

Ich erinnerte mich an meine Kindheit. An meinen Vater, den ich nie gekannt hatte. Nur meine Mutter war immer für mich da gewesen. Ich hatte keine Freunde, nur sie.

Thiemos Eltern hatten mich nie akzeptiert. Eine Architekturstudentin aus einfachen Verhältnissen. Nicht gut genug für ihren Sohn, den Erben der Hendricks AG. Doch Thiemo hatte zu mir gestanden. Er hatte sich für mich entschieden. Damals.

Ich hatte geglaubt, unsere Liebe sei stark genug. Ich hatte geglaubt, ich wäre so geliebt worden wie nie zuvor. Eine Illusion.

In dieser Nacht blieb Thiemo bei mir. Ich wehrte mich nicht. Sein Geruch – der Geruch von Melania, von Parfüm und Angst – war widerlich.

Am nächsten Morgen war Thiemo gut gelaunt. Er küsste meine Stirn. „Danke, Lara. Danke für dein Verständnis. Ich werde alles wieder gutmachen. Ich verspreche es. "

Nach dem Frühstück gab er mir mein Handy zurück. „Du darfst im Garten spazieren gehen ", sagte er. „Aber nur mit den Sicherheitsleuten. "

Das Erste, was ich tat, war meine Mutter anzurufen. Ich wusste, dass Thiemo keine Ahnung hatte, dass meine Mutter heimlich geheiratet hatte. Nicht irgendeinen Mann, sondern Heinz-Joachim Körner, einen der reichsten Immobilien-Tycoons Deutschlands.

Mein Herz pochte. Meine Mutter würde mir helfen. Sie würde mich hier rausholen.

Jetzt die ganze Geschichte lesen
Unterstütze den Autor und inspiriere weitere tolle Geschichten von Moboreader
Alle Kapitel freischalten

Der Verrat des Alpha-Feiglings

Kapitel 3
Kapitel
Anpassen
Nächstes Kapitel