Kapitel 3

Elara POV

Seine Hand umklammerte den Messing-Türknauf, das Metall ächzte leicht unter seiner immensen Stärke.

„Alpha, warte", rief ich.

Meine Stimme war ein sanftes Beben, perfekt abgestimmt auf ein verängstigtes Omega, doch die Worte, die ich wählte, waren scharf und wohlüberlegt. Kaelen hielt inne, sein breiter Rücken versteifte sich, doch er drehte sich nicht um.

„Wenn du heute Nacht durch diese Tür gehst, wird das Pack es wissen", sagte ich und hielt meinen Blick auf die Dielen gerichtet. „Sie werden die Rejection an mir bis zum Morgen riechen. Die Diener werden tuscheln, und die Elders werden die Stärke dieser Allianz bezweifeln."

Langsam drehte er den Kopf, seine eisblauen Augen verengten sich, als sie sich auf mich richteten. Das hatte er nicht erwartet. Er hatte sich auf Tränen gefasst gemacht, nicht auf eine kalkulierte politische Einschätzung.

„Da Rogues die nördlichen Grenzen testen, kann sich das Blackwood Pack keine Luna leisten, die in ihrer Hochzeitsnacht öffentlich verstoßen wird", fuhr ich fort und ließ meine Schultern sinken, um meine unterwürfige Haltung zu bewahren. „Das wird Instabilität hervorrufen. Für die Würde und Sicherheit des Packs... bitte bleib."

Stille breitete sich zwischen uns aus, dick und erstickend. Ich konnte die Zahnräder in seinem Kopf arbeiten sehen, seine Alpha-Instinkte im Kampf mit dem verfluchten Blut, das Isolation forderte. Er suchte mein Gesicht nach verborgenen Ambitionen ab, doch ich bot ihm nichts als die hohle Pflicht eines Bauernopfers.

„Gut", knurrte Kaelen schließlich, sein Kiefer angespannt. Er ließ den Türknauf los und trat zurück ins Zimmer. „Aber das Bett ist groß. Meine Seite. Deine Seite. Überquere nicht die Mitte."

„Danke, Alpha", murmelte ich.

Er bewegte sich zur Mitte des Zimmers, seine Bewegungen steif, als er begann, sein schweres Sakko abzulegen. Eine Gelegenheit sehend, die absoluten Grenzen seiner Toleranz zu testen, trat ich vor und streckte die Hand aus mit der pflichtbewussten Anmut, die von einer traditionellen Luna erwartet wurde.

„Erlaubt mir, Alpha", sagte ich sanft.

Ich berührte ihn nicht einmal. In dem Moment, als meine Hand seinen persönlichen Raum betrat, kristallisierte die Luft im Zimmer augenblicklich. Ein wildes, brusterschütterndes Knurren entrang sich seiner Kehle und vibrierte heftig gegen meine Rippen.

„Nicht", knurrte er, seine Stimme sank zu einer tödlichen, bestialischen Oktave, die absoluten Gehorsam befahl. „Berühren."

Ich wich sofort zurück und verneigte meinen Kopf tief. „Verzeiht mir."

Er riss sich das Sakko von den Schultern und warf es über einen Stuhl, seine Brust hob und senkte sich. Die schiere Panik unter seiner Wut bestätigte meine Vermutungen. Seine Abneigung war nicht nur Ekel; es war ein verzweifelter, verfluchter Überlebensinstinkt. Ich hatte seine absolute Grenze gefunden.

Stunden später fühlte sich das riesige Kingsize-Bett wie ein gefrorenes Schlachtfeld an. Ich lag am äußersten Rand, der erstickende Duft von sibirischer Zeder und Winterfrost hielt mich schmerzhaft wach, bis die schiere Erschöpfung mich schließlich in den Schlaf zog.

Doch der Schlaf bot keine Gnade.

Die vertrauten Albträume kamen – der ohrenbetäubende Donnerschlag, der eisige Regen, die Nacht, in der meine Mutter starb. Die Kälte kroch in meine Knochen, höhlte mich aus und ließ mich im dunklen Nichts meiner Erinnerungen zittern.

In den Tiefen meines unbewussten Zustands übernahmen meine Überlebensinstinkte die Kontrolle. Ich brauchte Wärme. Ich glitt über die Matratze, blind angezogen von der einzigen Wärmequelle im eiskalten Zimmer. Ein strahlender, berauschender Ofen.

Ich seufzte, mein Gesicht drückte sich gegen etwas Festes und glühend Heißes. Mein Arm lag über einer dicken, muskulösen Brust, meine Finger krallten sich in den Stoff seiner Nachtwäsche. Als mein Atem über seine Haut strich und eine schwere, ununterdrückte Welle meines Wildhyazinthen-Duftes freisetzte, erstarrte der massive Körper unter mir augenblicklich zu Stein.

Ein scharfes, keuchendes Einatmen durchbrach die Stille, gefolgt von einem heftigen Zittern, das sich anfühlte, als würde ein Raubtier verzweifelt gegen seine eigenen Ketten ankämpfen.

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Als Braut des verfluchten Alphas wiedergeboren

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