Kapitel 3

Dominics Augen weiteten sich und dann verkleinerten sich seine Pupillen. Er starrte Maeve ungläubig an. Hasste sie ihn nicht? Warum bot sie sich ihm jetzt an?

Hatten sich ihre Gefühle für ihn geändert?

Nein, das kann nicht aus heiterem Himmel passieren!

Dominic erinnerte sich daran, wie sie ihn immer voller Abscheu ansah, während sie unzählige verletzende Worte zu ihm sagte. Eine Sekunde später war es, als hätte ihm jemand einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf geschüttet.

„Nimm deine Hände von mir!“ Er packte Maeves Hand noch fester. Die Stelle, die er hielt, wurde sofort rot. „Stellen Sie meine Geduld nicht auf die Probe!“

„Ich lasse nicht los! Du bist mein Ehemann." Maeve trotzte dem Schmerz in ihrem Handgelenk, hielt ihn mit aller Kraft fest und drückte ihren Kopf auf seine Brust. „Ich tue das für niemand anderen. Ich liebe dich aufrichtig.“

„Pah!“ Dominic kicherte und ein kalter Glanz blitzte in seinen Augen auf. „Hast du gerade Liebe gesagt? Warst du nicht derjenige, der vor kurzem gesagt hat, dass du mich hasst und dir wünscht, ich wäre tot?"

„Äh… Das war nicht ich! „So etwas würde ich nie sagen“, stritt Maeve hartnäckig ab. „Selbst wenn das passiert ist, bin ich nicht ich selbst. Das ist mein wahres Ich. Ich liebe dich, Dominic! Eine ganze Menge.“

Diese Aussage traf Dominic wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Sein Herz setzte mehrere Schläge aus.

Er hatte lange gehofft, diese Worte zu hören. Aber er konnte das Gefühl nicht loswerden, dass sie jetzt so unwirklich klangen.

Es war alles gefälscht. Maeve hat dem Mann und der Familie Wright zuliebe nur eine Show abgezogen. Und das war alles!

„Lass mich los! Ich meine es todernst!"

Sobald Dominics Stimme tiefer wurde, blickte Maeve auf und sah, dass seine Augen feuerrot waren wie die eines Tieres. Geschockt ließ sie unbewusst los.

Der verängstigte Ausdruck auf ihrem Gesicht ließ Dominic selbstironisch den Kopf schütteln. Meine Güte! Er wäre beinahe auf diesen Mist hereingefallen. Was für eine unaufrichtige Frau!

„Erzähl es mir, Dominik. Was kann ich tun, damit Sie glauben, dass ich es ernst meine?"

„Glaubst du, du hast da noch eine Chance? Nach allem, was du getan hast?" Ohne auf eine Antwort zu warten, ging Dominic ins Badezimmer und ließ sie hängen.

Maeve saß still auf dem Bett. Sie war benommen, bis sie das Plätschern von Wasser aus dem Badezimmer hörte. Ihre Gedanken schweiften erneut ab. Sie schüttelte den Gedanken jedoch schnell ab und versuchte, die Angelegenheit vor Ort zu klären.

Es schien, als wäre sie in die Hochzeitsnacht vor drei Jahren zurückgekehrt.

Maeve wollte damals nichts mit Dominic zu tun haben. Doch als ihr klar wurde, dass es der Familie Wright und ihrem Liebsten sehr gut tun würde, musste sie ihre Meinung ändern und ihn heiraten.

Um ihre Ehe geheim zu halten, war sie gegen eine Hochzeitszeremonie oder eine formelle Bekanntgabe der Ehe. Sie und Dominic gingen gerade zum Rathaus, um ihre Ehe anzumelden, bevor sie in sein Haus einzog.

Als Maeve daran dachte, wie schlecht sie ihn von Anfang an behandelt hatte, schmerzte ihr Herz vor Bedauern.

Er hatte ihr mehrfach ihren Willen gelassen. Vielleicht, weil sie hitzköpfig war und er sie so oder so liebte.

Sie war gestorben, ohne von seiner Liebe zu wissen, geschweige denn, sie anzuerkennen. Alles, was sie damals interessierte, war, ihre Jungfräulichkeit zu bewahren und sich auf den Tag zu freuen, an dem sie endlich in die Arme ihrer einzigen wahren Liebe zurückkehren würde.

„Maeve, Maeve! Wie konntest du nur so dumm sein? Sie haben einen Gentleman abgewiesen, um einem Dreckskerl nachzustellen? Du bist der größte Narr aller Zeiten!" Maeve schlug sich an den Kopf und holte tief Luft. Sie starrte auf die Lichter im Badezimmer und fasste sofort einen Entschluss.

Im Badezimmer stand Dominic unter der Dusche, aus der extrem kaltes Wasser spritzte. Er wollte seinen erhitzten Körper schnell abkühlen.

Vor wenigen Minuten hätte er beinahe die Kontrolle verloren und Maeves Bitte nachgegeben. Er konnte ihr seltsames Verhalten nicht begreifen. Sie benahm sich plötzlich wie eine völlig andere Person. Die Maeve, die er kannte, würde sich ihm niemals anbieten.

Der Gedanke daran, wie sich ihre rosigen Lippen bewegten, während sie ihn mit verliebten Augen anstarrte, schickte ein Gefühl bis in seine Leistengegend. Sein Herz begann wieder zu rasen.

„Reiß dich zusammen! Lass dich von ihr nicht täuschen." Dominic schlug sich mehrmals mit beiden Händen auf den Kopf. Danach holte er tief Luft und fasste sich langsam.

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