Kapitel 3
Joaquin betrat das Wohnzimmer in einem maßgeschneiderten italienischen Anzug.
Er hielt inne, als er sie dort stehen sah, durchnässt, blutend, mit einem billigen Koffer zu ihren Füßen.
Seine Augenbrauen zogen sich vor tiefer Verärgerung zusammen. Er griff hoch und zupfte an seiner Seidenkrawatte.
„Du hast dir für diesen kleinen Trick ja wirklich alle Mühe gegeben", höhnte Joaquin, seine Augen fielen auf ihre zerrissene Jacke. „Deine Kleidung zerreißen? Im Schlamm wälzen? Du bist erbärmlich, Kinsley."
Sie sah den Mann an, den sie drei Jahre lang geliebt hatte.
Das letzte bisschen Wärme in ihrer Brust wurde zu Asche.
Sie griff in ihre Tasche, zog die Scheidungspapiere heraus, die sie Wochen zuvor aufgesetzt hatte, und knallte sie auf den Marmor-Couchtisch: „Joaquin, lass uns scheiden. Ich habe dir die ganze Zeit Chancen gegeben, aber ich hätte nie erwartet, dass du dieses Mal so weit gehst. Du hast meine verzweifelten Hilferufe ignoriert – ich wäre fast gestorben!"
Joaquin las den fettgedruckten Titel auf der ersten Seite. Sein arrogantes Grinsen verschwand, ersetzt durch einen Blitz echter Wut.
„Du glaubst, du kannst dich zieren?", Er trat näher und ragte über ihr auf. „Du bist ein Waisenkind aus dem Pflegesystem. Du hast nichts. Wenn du die Stafford family verlässt, wirst du verhungern."
„Ich würde lieber in einem Trailerpark leben, als noch einen Tag Embers billiges Parfüm auf deinen Hemden zu riechen", sagte sie, ihre Stimme tot und emotionslos.
Sein Gesicht wurde rot. Er stürmte vorwärts und packte ihren Kiefer, seine Finger gruben sich in ihre Haut. „Beleidige Ember niemals. Sie hat mein Leben gerettet."
Sie zuckte nicht zusammen. Sie schlug seine Hand mit genug Kraft weg, um ein lautes Knacken zu erzeugen. Ein roter Fleck blühte auf ihrem Kinn.
Joaquin lachte, ein grausames, hässliches Geräusch. Er zog sein Telefon heraus und rief seinen Privatanwalt an.
Zwanzig Minuten später stand der Anwalt in ihrem Wohnzimmer und druckte eine Zusatzvereinbarung aus seinem Aktenkoffer-Drucker.
„Mrs. Stafford muss auf alle ehelichen Vermögenswerte verzichten", las der Anwalt laut vor und rückte seine Brille zurecht. „Des Weiteren werden Sie eine strenge Non-Disclosure Agreement unterzeichnen. Sie dürfen kein Wort über die Stafford family an die Presse verlieren."
Joaquin lehnte sich auf dem weißen Ledersofa zurück. Er verschränkte die Arme und wartete darauf, dass sie weinte. Er erwartete, dass sie betteln würde.
Sie las nicht einmal den Rest der Seiten. Sie blätterte direkt nach hinten, nahm den schweren goldenen Stift und unterschrieb ihren Namen.
Das Kratzen der Feder auf dem dicken Papier war das einzige Geräusch im Raum.
Sie warf den unterschriebenen Vertrag zurück zum Anwalt. Sie packte den Griff ihres alten Koffers.
Joaquin stand auf, seine Brust hob und senkte sich. „Nächste Woche wirst du in einem Diner Geschirr spülen!", rief er.
Sie blieb an der Tür stehen und blickte über ihre Schulter. „Ich wünsche dir und dieser Lügnerin ein langes, elendes gemeinsames Leben."
Sie schlug die schwere Eichentür hinter sich zu.
Drinnen hörte sie das laute Krachen einer millionenschweren Ming vase, die an der Wand zerschellte.
Sie fuhr mit dem Aufzug hinunter zur Straße. Der Regen fiel immer noch stark. Der Wind vom Hudson River schnitt durch ihre nassen Kleider.
Ein schwarzer Maybach fuhr an den Bordstein. Das Heckfenster fuhr herunter.
Julianne, ihre ehemalige Schwiegermutter, saß drinnen und trug eine Diamantkette und einen Pelzmantel. Sie sah auf ihre schlammigen Schuhe und lachte.
„Sieh dich an", spuckte Julianne, ihre Stimme triefte vor Gift. „Ein schäbiges kleines Waisenkind, endlich aus der High Society geworfen, wo du nie hingehört hast."
Sie schnippte mit den Fingern. Ihr Fahrer warf einen billigen, kaputten Regenschirm aus dem Fenster. Er landete in einer schmutzigen Pfütze zu ihren Füßen.
Sie sah den Regenschirm nicht an. Sie starrte direkt in Juliannes Augen, ihr Gesicht war völlig ausdruckslos.
Kinsleys Schweigen erzürnte sie.
„Fahr!", kreischte sie. Der Maybach raste davon und spritzte schmutziges Straßenwasser auf ihre Beine.
Sie stand allein im eisigen Regen. Sie umklammerte den Plastikgriff ihres Koffers, bis ihre Knöchel schmerzten.
Sie drehte sich um, um zur U-Bahn-Station zu gehen.
Plötzlich bogen acht massive, schwarze, kugelsichere Cadillac Escalades um die Ecke. Sie bewegten sich in perfekter Synchronisation, blockierten beide Enden der Straße und stoppten den gesamten Verkehr.
Die Fahrzeuge bildeten einen engen Kreis um sie herum. Die Präsenz war erdrückend.
Die Tür des mittleren Wagens, eines maßgefertigten Rolls-Royce, öffnete sich. Ein Mann stieg aus. Er trug einen maßgeschneiderten Trenchcoat und hielt einen großen schwarzen Regenschirm.
Er ging direkt auf sie zu.