Kapitel 3

Bevor Hayley antworten konnte, schoss Kierans Hand hervor, packte Brads Unterarm mit überraschender Stärke und stieß ihn von Hayley weg. Die Wucht war erschütternd, und Brad stolperte einen Schritt zurück, seine Augen weiteten sich überrascht über den kräftigen Körperbau des anderen Mannes. Sein Griff um Hayley lockerte sich sofort.

Brad stolperte zurück und rieb sich das Handgelenk, mit einem Ausdruck des Schocks im Gesicht. Er hatte nicht erwartet, dass der ruhige Mann in dem einfachen Mantel so stark sein würde.

Kieran bewegte sich und stellte sich direkt zwischen Hayley und ihren Ex-Mann. Sein Ausdruck war nicht länger ruhig oder amüsiert. Er war eisig.

Die Ampel wurde grün. Ein Konzert wütender Hupen brach aus den Autos hinter dem Porsche hervor.

Brad zeigte mit zitterndem Finger auf Kieran. „Du hast keine Ahnung, mit wem du dich anlegst."

Kieran warf ihm nicht einmal einen Blick zu. Er legte eine feste, beruhigende Hand auf Hayleys Rücken und führte sie zu einem Taxi, das gerade angehalten hatte. Er öffnete ihr die Tür, sein Körper schirmte sie vor Brads giftigem Blick ab.

Der Flur vor dem Standesamt im City Hall war in einem deprimierenden Beigeton gestrichen und roch nach abgestandenem Kaffee und Bürokratie. Brad stürmte wie ein Linebacker durch die Haupttüren, während Jenna sich abmühte, hinter ihm herzukommen.

„Ein verdammter Gigolo!", hallte Brads Stimme in dem ruhigen Korridor wider. Er zeigte mit zitterndem Finger auf Kieran. „Ist das, was du bist? Irgendein Stück Müll, das sie in einer Bar aufgelesen hat?"

Kieran stand mit den Händen in den Hosentaschen, seine Haltung entspannt, fast lässig. Er sah völlig unbeeindruckt aus, wie ein Mann, der einem Kleinkind beim Wutanfall zusieht.

Hayley trat vor, um etwas zu sagen, irgendetwas, um das zu beenden. Aber Kieran legte eine sanfte Hand auf ihre Schulter und zog sie wieder hinter sich.

„Tatsächlich", sagte Kieran, seine Stimme ruhig und gleichmäßig, „bin ich ihr Verlobter."

Brad stieß ein hartes, bellendes Lachen aus. „Verlobter? Du hast sie gerade erst kennengelernt! Sie war gestern meine Frau, du erbärmlicher Schmarotzer!"

Jenna, die stets loyale Cheerleaderin, mischte sich ein. „Hayley war nie lange allein. Sie brauchte immer einen Mann, der sich um sie kümmerte."

Kierans Blick wanderte von Brads wütendem Gesicht zu Jenna. Er verweilte auf der Diamantkette, die an ihrem Hals funkelte. Er neigte den Kopf, ein nachdenklicher Ausdruck auf seinem Gesicht.

„Das ist ein schönes Stück", sagte er beiläufig. „Es sieht einer sehr ähnlich, die ich in einem Magazin über die Met Gala gesehen habe. Eine beeindruckende Replik."

Jennas Gesicht wurde weiß. Ihre Hand fuhr an ihren Hals, eine reflexive, schützende Geste.

Brads Gesicht verdunkelte sich. Dass er dafür bloßgestellt wurde, seiner Geliebten eine Fälschung geschenkt zu haben, war ein direkter Schlag gegen sein Ego. Er stürmte vor, seine Faust schwang wild auf Kierans Gesicht zu.

Kieran bewegte sich mit einer verblüffenden, fließenden Anmut. Er blockte den Schlag nicht; er wich einfach zur Seite aus. Brad, angetrieben von seiner eigenen Wut und seinem Schwung, stolperte an ihm vorbei und krachte direkt gegen einen großen Wasserspender an der Wand.

Der Plastikbehälter explodierte beim Aufprall. Wasser und dünne Pappbecher flogen überall hin. Brad landete hart auf seinem Hintern mitten in der sich ausbreitenden Pfütze, sein teurer Anzug war sofort durchnässt.

Ein paar Leute, die in der Schlange warteten, kicherten.

Jenna kreischte und eilte ihm zu Hilfe, ihre Absätze rutschten auf dem nassen Linoleum aus und spritzten schmutziges Wasser auf ihr eigenes Kleid.

Kieran blickte auf die erbärmliche, keuchende Gestalt auf dem Boden hinab. „Du solltest wirklich lernen, dich zu beherrschen", sagte er, seine Stimme bar jeder Emotion. „Und deine Frau. Es sieht schlecht aus, zu geizig zu sein, ihr das Echte zu kaufen."

Ein mörderischer Glanz blitzte in Brads Augen auf. Er rappelte sich auf, triefend nass und gedemütigt.

„Frau Warner?", Eine müde aussehende Angestellte namens Mildred steckte ihren Kopf aus einer Bürotür. „Wir sind bereit für Sie."

Kieran wandte sich von dem Chaos ab, als ob es nicht mehr existierte. Die kalte, gefährliche Seite an ihm verschwand, ersetzt durch eine sanfte Wärme. Er griff nach Hayleys Hand, seine Finger verschränkten sich mit ihren. Seine Berührung war warm und fest, ein Anker im Chaos.

Ihr Herz machte einen seltsamen kleinen Hüpfer in ihrer Brust.

Sie gingen in das kleine, überladene Büro und ließen Brad und Jenna in einer selbstgemachten Pfütze stehen.

„Ich werde ihn vernichten", knurrte Brad und stieß Jennas helfende Hände weg. „Ich werde dafür sorgen, dass er in dieser Stadt nie wieder arbeitet."

„Er ist nur ein Versicherungsvertreter, Brad", sagte Jenna und versuchte, seinen gekränkten Stolz zu besänftigen. „Was kann er schon tun?"

„Ich werde dafür sorgen, dass er bis morgen früh gefeuert wird", schwor Brad, seine Stimme ein tiefes Knurren.

Im Büro zitterte Hayleys Hand, als sie ihren Namen auf die Heiratsurkunde setzte. Ein neuer Name. Ein neues Leben. Eine neue Lüge.

Kierans Hand bedeckte sanft ihre, beruhigte sie. „Es ist in Ordnung", flüsterte er, seine Stimme nur für ihre Ohren bestimmt. „Ich bin für dich da."

Mildred stempelte das Dokument mit einem schweren Aufprall. „Herzlichen Glückwunsch, Herr und Frau Mccall."

Kieran lächelte höflich und bedankte sich bei ihr.

Als sie wieder hinaus in den New Yorker Abend traten, fühlte sich die Luft anders an. Frischer. Kieran nahm ihr die Tasche von der Schulter, ohne zu fragen, seine Bewegungen waren leicht und natürlich. Sie gingen die Stufen des City Hall hinunter, Seite an Seite, sahen sie aus wie jedes andere frisch verheiratete Paar.

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Tschüss Ex, Hallo Milliardärsgatte

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