Kapitel 2

Mit ruhigem und konzentriertem Auftreten erklärte Daniela Alexander die Situation, ihre Stimme klang klar und deutlich. „Das Lagerhaus war mit Überwachungskameras ausgestattet. Auch wenn das Feuer die Kameras zerstört hat, müssen doch irgendwo Sicherungskopien gespeichert sein."

„Genug!" Alexander kniff die Augen zusammen, als er Daniela ansah. Seine Stimme war eisig und von Wut gefärbt. „Jetzt suchen Sie nur noch verzweifelt nach Ausreden, um hier rauszukommen. Überwachungsbilder können manipuliert werden. Ich kann dir kein einziges Wort trauen, du hinterlistige Frau!"

Danielas Blick traf den von Alexander.

Seine Miene blieb stoisch, aber sein Blick war scharf und unverwandt. Wann immer er jemanden ansah, schien sein Blick ihn direkt zu durchdringen.

Über ein Jahrzehnt lang hatte sich Daniela an die naive Hoffnung geklammert, dass sie sein eisiges Herz auftauen könnte. Aber sie hätte nie gedacht, dass es so enden würde.

„Geh und entschuldige dich sofort bei Joyce!"

Sein Befehl schnitt durch die Luft wie ein kalter Wind und hinterließ bei Daniela das Gefühl, als hätte man einen Eimer Eiswasser auf sie geschüttet, und ihre Sinne schwankten.

„Ich bin deine Frau! Warum glaubst du mir nicht?" verlangte sie zu wissen, und ihre Worte zerbrachen unter der Last ihrer Verletzlichkeit.

„Daniela, ich habe es dir gesagt – entschuldige dich! Sonst wird Joyce dich durch Rechtsverfahren verfolgen, und dann wirst du es vergeblich bereuen und jammern!"

Seine schneidenden Worte fühlten sich an wie ein gezacktes Messer, das die zerbrechlichen Mauern ihres Herzens durchbrach.

Diese Ehe, diese zehn Jahre, die sie für Liebe und Hingabe hielt, waren nur eine grausame Farce gewesen.

Mit einem kräftigen Ruck am Kragen zerrte Alexander sie in Joyces Station.

Eine Krankenschwester sprintete hinter ihnen her, ihre Stimme klang verzweifelt. „Ihre Rippe ist gebrochen. Sie braucht angemessene Pflege und Ruhe. Was Sie tun, ist schlichtweg Missbrauch."

Doch Alexander ignorierte ihre Bitten eklatant.

Daniela schwankte und stolperte fast, als er sie durch die makellosen Gänge in die exklusive VIP-Abteilung zerrte.

Der Raum strahlte eine warme, ruhige Aura aus. Joyce lag im Bett und Katrina, die neben ihr saß, bot ihr Obststücke an.

Als Daniela eintrat, warf Katrina ihr einen flüchtigen Blick zu und wandte dann den Blick ab, um so zu tun, als wüsste sie nichts von ihrer Anwesenheit.

Caidens Gesichtsausdruck verzog sich zu einem Ausdruck des Abscheus. „Sie haben die Dreistigkeit, sich hier blicken zu lassen! Ist Ihnen der Zustand Ihrer Schwester überhaupt bekannt?"

Danielas Herz war so stark von Schmerzen erfüllt, dass es schließlich fast spürlos geworden war.

Sie wandte sich an Caiden und fragte: „Papa, hast du vergessen, dass ich dein eigen Fleisch und Blut bin? Erinnerst du dich, dass du geschworen hast, dich nicht wieder zu verheiraten, als Mutter damals ging? Du hast versprochen, auf mich aufzupassen. Ist das so, wie man das macht?"

Ihr Vater war nicht einmal bereit, ihr die Möglichkeit zu geben, sich klarzustellen oder zu verteidigen.

Caidens Gesichtsausdruck schwankte kurz, seine Stirn legte sich ärgerlich in Falten, als er Daniela einen scharfen Blick zuwarf. „Du bist derjenige, der es vermasselt hat! Warum ziehst du mich da hinein? Sie sind ganz schön dreist geworden, nicht wahr? Und jetzt würdest du dir sogar die Stirn bieten gegen mich!"

Im Krankenhausbett wirkte Joyce trotz ihrer angeblichen Gebrechlichkeit robust.

Mit einer übertriebenen Geste presste sie die Hände auf die Brust, als ob sie von einer plötzlichen Atemnot überwältigt wäre. „Möchtest du, dass Papa alt wird und den Rest seines Lebens ganz alleine verbringt, Daniela? Haben Sie bedacht, wie einsam er sein wird, wenn Sie verheiratet sind? Allein in diesem riesigen Haus zu sitzen, ohne jemanden, der sich um ihn kümmert, wenn er krank ist, oder ihm sogar ein Glas Wasser einschenkt?"

Danach wandte sich Joyce an Alexander. „Alexander, glaubst du wirklich, ich würde ein Feuer legen, nur um mein eigenes Leben zu beenden?"

Alexander blieb still und nahm die Bedeutung des Gesprächs in sich auf. Sein Gesichtsausdruck verfiel in eine äußerst missmutige Miene und spiegelte den wachsenden Sturm in seinem Inneren wider.

Er starrte Daniela mit einem kalten, unversöhnlichen Blick an und befahl streng: „Daniela, knie nieder und bitte Joyce um Vergebung!"

Daniela drehte sich mit trotzigem Gesichtsausdruck zu Alexander um. Warum sollte sie das tun?

Plötzlich sprang Katrina von ihrem Stuhl auf und stürmte herüber. Ohne einen Moment zu zögern, schwang ihre Hand durch die Luft und landete eine scharfe Ohrfeige auf Danielas Wange.

Fassungslos konnte Daniela den plötzlichen Angriff kaum registrieren, bevor Katrina zu einem Haufen roher Nerven und Tränen zusammenbrach.

Katrina zeigte mit dem Finger auf Daniela und schrie: „Daniela! Sie haben versucht, meine Tochter zu töten! Wie können Sie da stehen, ohne Reue zu zeigen und sie stattdessen zu beschuldigen? Oh, mein armes Mädchen! Ich bin an allem schuld. Ich hätte nie die Stiefmutter eines anderen Kindes werden sollen. Es geht alles auf mich! Ich habe dich von dem Mann, dem dein Herz gehört, ferngehalten und dich in Gefahr gebracht. Das kann ich mir nicht verzeihen!"

Caiden spürte angesichts von Katrinas Qualen einen stechenden Schmerz in der Brust.

Von einer Welle der Wut getrieben, ging er auf Daniela zu und verpasste ihr ebenfalls eine kräftige Ohrfeige.

Durch den Aufprall wurde sie zurückgeschleudert und schlug mit dem Körper gegen die Wand, während sie um ihr Gleichgewicht kämpfte.

Benommen stand Daniela an der Wand, ihre Gedanken wirbelten durcheinander, während Tränen ihre Sicht trübten.

Sie richtete ihren Blick auf Alexander, in ihrem Herzen verweilte noch immer ein Funke Hoffnung.

Im Stillen flehte sie ihn an, sie zu verteidigen, auch nur einen Satz zu ihren Gunsten zu sagen.

Doch Alexanders Antwort zerstörte ihre letzte Hoffnung, als er streng sagte: „Entschuldige dich jetzt! Sonst muss ich die Polizei rufen. Ihnen wird versuchter Mord vorgeworfen, Daniela. Das könnte eine lebenslange Gefängnisstrafe bedeuten."

Kapitel 3

„Alexander…"

Obwohl Daniela sich auf Alexanders Antwort vorbereitet hatte, traf sie sie doch wie eine scharfe Klinge, die ihr Herz durchbohrte.

Wie viele Jahrzehnte hat man gelebt, ohne dass es einem etwas bedeutet hätte?

Sie hatte zehn Jahre ihres Lebens der Liebe zu diesem Mann gewidmet und ihre Seele in diese Beziehung investiert.

Doch was sie als Gegenleistung erhielt, war seine entschiedene Verteidigung einer anderen Frau.

„Ja, ruf die Polizei!" Katrinas Stimme ertönte im Raum, während sie verzweifelt nach ihrem Telefon griff. „Überlassen Sie es ihnen, mit diesem Mörder fertig zu werden!"

Inmitten des Chaos bemerkte nur Daniela die subtile Art, wie Joyce nach Katrinas explosiver Erklärung ihre Hand drückte.

Ihre Blicke trafen sich in einem flüchtigen, stummen Austausch.

Katrina hielt inne, ihre Entschlossenheit schwankte.

Joyces Stimme war der Inbegriff von Rücksichtnahme. „Alexander, ich weiß, dass ich dir etwas bedeute, aber das ist eine Angelegenheit unserer Familie. Ein Anruf bei der Polizei könnte zur Verhaftung meiner Schwester führen und den Ruf der Familie Harper schädigen. Das ist das Letzte, was ich möchte. Vielleicht ist es am besten, wenn wir ..."

Sie brach ab, ihr Kopf neigte sich leicht, ihre zarte Haltung täuschte über den listigen Schimmer in ihrem Blick hinweg. „Vielleicht ist es das Beste, wenn wir es einfach auf sich beruhen lassen."

Ihr Vorschlag rührte Caiden und ließ Alexanders Stirn nachdenklich runzeln.

Seine kalten Augen bohrten sich in Daniela, als er mit erschreckender Autorität sprach. „Das können wir nicht einfach so hinnehmen! Entschuldige dich jetzt! Knie nieder und bitte um Vergebung!"

Trotz des stechenden Schmerzes, der von ihrer gebrochenen Rippe ausging, blieb Daniela standhaft, ihre Wirbelsäule war starr und sie war nicht gewillt, ein Zeichen der Niederlage zu zeigen.

In diesem erschütternden Moment kristallisierte sich eine grausame Wahrheit in ihrem Kopf heraus: Ihre Qualen waren für jemanden, der keine Liebe für sie empfand, nur ein Vergnügen.

„Ich habe dir doch gesagt, ich habe nichts Unrechtes getan! Ich bin unschuldig und weigere mich, niederzuknien oder mich zu entschuldigen!"

Sie hatte gerade zu Ende gesprochen, als Caiden den Abstand zwischen ihnen verringerte und ihr eine weitere harte Ohrfeige verpasste.

Daniela, die ohnehin schon zerbrechlich war, schwankte gefährlich, ihre Gestalt zitterte wie ein Blatt im Sturm. Bevor sie wieder auf die Beine kam, traf sie ein brutaler Tritt in den Rücken.

Mit einem lauten „Dunkel" brach sie auf die Knie zusammen.

Das Geräusch ihrer Kniescheiben, die auf dem harten Boden aufschlugen, hallte durch den Raum und verursachte einen unerträglichen Schmerz, der von ihren Knien bis zu ihrer Brust reichte.

Sie stützte sich mit den Handflächen auf dem Boden ab. Blut begann durch die Bandagen um ihre Brust zu sickern und färbte sie grellrot.

An der Tür konnte die Krankenschwester das Geschehen nicht länger mit ansehen.

Sie eilte Daniela zu Hilfe, dann wandte sie sich mit einem Blick strenger Verurteilung an Alexander. „Ich habe die Berichte gesehen. Du bist Danielas Ehemann, nicht wahr? Sobald du verheiratet bist, solltest du einander beschützen. Wie kannst du sie so grausam behandeln? Sie ist schwer verletzt und ohne angemessene Pflege könnte diese Verletzung sie für den Rest ihres Lebens verfolgen."

„Ich würde nie eine so bösartige Person wie meine Frau akzeptieren." Alexander warf Daniela, die zusammengesunken auf dem Boden lag, einen frostigen, verächtlichen Blick zu. Sein Blick war eisig, er sah in ihr nicht mehr als ein Staubkorn auf seinem Schuh. „Daniela, der heutige Vorfall kann nicht einfach ignoriert werden. Joyce mag nachsichtig sein, aber Ihre Handlungen waren schwerwiegend, und Sie müssen die Konsequenzen tragen. Sie werden hier knien, bis Sie Ihren Fehler eingestehen!"

Dann wandte er sich an Caiden. „Herr Harper, Sie sehen doch sicher die Notwendigkeit hierfür, nicht wahr?"

Mit einem scharfen Nicken stimmte Caiden zu: „Absolut, sie muss gründlich nachdenken. Ich bin voll und ganz dafür."

In diesem Moment rief ein Arzt die Familienmitglieder zusammen, und der Raum leerte sich schnell, so dass nur Daniela und Joyce zurückblieben.

Hochmütig auf dem Krankenhausbett sitzend, blickte Joyce auf Daniela hinunter, die immer noch kniete und sich mit zitternden Händen abstützte. Ein spöttisches Grinsen umspielte Joyces Lippen.

„Daniela, spielt es überhaupt eine Rolle, dass du Papas leibliches Kind bist? Schau dich an, wie du vor mir kniest. Ich mag Alexander, und wenn er nicht meiner ist, dann wird er ganz sicher nicht Deiner sein!"

Heimlich schob Daniela ihre linke Hand in ihre Tasche und drückte die Aufnahmetaste ihres Telefons.

Ihr blasser Teint war schweißgetränkt, und jeder Tropfen lief ihr über die feuchte und angespannte Stirn.

Sie hielt Joyce' Blick fest und fragte mit fester, klarer Stimme: „Du warst also die ganze Zeit hinter dem Feuer, nicht wahr?"

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