Kapitel 2

Kapitel 2

So machten wir uns auf den Weg, um bei Valeries Verlobtem Zuflucht zu suchen.

Unterwegs übernachteten wir unter freiem Himmel, ohne uns auch nur einen Moment auszuruhen. Doch wer hätte ahnen können, dass, bevor wir Alicdon erreichten, eine Gruppe von Schurken aus dem Nichts auftauchen würde? Sie waren furchteinflößend und drohend, ihre Gesichter voller Bosheit. Inmitten unseres Schocks wurde Valerie von diesen Bösewichten mit Gewalt mitgenommen. Bis heute kann ich ihre angstvollen Schreie hören und ihre flehenden Augen sehen.

Doch sie verschonten mich, als wären sie einzig und allein ihretwegen gekommen. Ich konnte es mir nicht leisten, an etwas anderes zu denken. Ohne zu essen oder zu trinken, suchte ich überall nach Valerie, aber nach drei Tagen gab es immer noch keine Spur von ihr.

Schließlich fand ich sie in einem verlassenen, ausgetrockneten Brunnen. Ihre Kleidung war zerrissen, ihre Augen weit aufgerissen, und ihr Gesicht war eingefallen, nicht mehr das runde und liebenswerte Mädchen, das sie einst war. Es war schwer, sich das unvorstellbare Leiden und die Qualen vorzustellen, die sie vor ihrem Tod erlitten haben musste.

Ungeachtet meines eigenen Zustands klammerte ich mich fest an die glitschigen, moosbedeckten Griffe an der Wand des Brunnens und kletterte vorsichtig die kalte, rutschige Oberfläche hinunter. Jeder Schritt war voller Gefahr, und ich fürchtete, dass ein einziger Fehltritt mich in die Tiefe stürzen würde. Der Boden des Brunnens war erfüllt von einem modrig-faulen Geruch, vermischt mit nasser Erde.

Schwaches Licht drang durch die Öffnung des Brunnens und beleuchtete den umgebenden Raum kaum. Der Boden unten war schlammig und mit Steinen übersät, und die Wände waren nass und mit Moos überwuchert. In diesem engen und erstickenden Raum kämpfte ich darum, meine Angst zu kontrollieren, und hielt meine Augen fest auf Valeries schwachen Körper gerichtet. Sie lag still in einer Ecke des Brunnens, ihr Gesicht leichenblass, ihre Kleidung von dem verbleibenden Wasser durchnässt.

Tief durchatmend rief ich meinen Mut erneut zusammen und kroch weiter zu ihr. Ich musste sie so schnell wie möglich aus diesem schrecklichen Ort herausholen und zurück in die Wärme des Sonnenlichts bringen. Valerie gehörte ins Sonnenlicht.

Ich bereute es zutiefst. Hätte ich doch nur nicht darauf bestanden, nach Alicdon zu gehen, um ihren Verlobten zu finden!

Kapitel 3

Kapitel 3

Ich trug Valeries leblosen Körper eine scheinbar endlose Zeit lang.

Nach vielem Suchen fand ich schließlich eine kleine Oase inmitten der weiten Wüste. Es schien der einzige halbwegs anständige Ort zu sein, um Valerie zur Ruhe zu betten.

Als ich anhielt, strömten Erinnerungen an Valeries Güte in meinen Geist. Sie behandelte mich wie Familie. Sie schimpfte nie mit mir oder schlug mich, sie war immer bereit, ihr Essen mit mir zu teilen und behandelte mich niemals wie einen Diener. Mein Herz schmerzte vor Trauer. Valerie war meine Beschützerin, und ich verdankte ihr alles.

Nach langem Nachdenken entschied ich mich, nach Alicdon zu gehen. Ich musste Nolan finden und Gerechtigkeit für Valerie und die Familie Flynn suchen.

Ich ertrug raues Wetter und unwegsames Gelände und erreichte schließlich Alicdon. Als ich die Stadttore sah, konnte ich nicht mehr standhalten und fiel in Ohnmacht.

Als ich aufwachte, war ich in einer Klinik. Eine freundliche Person hatte mich dorthin gebracht. Von ihm erfuhr ich, dass der ehemalige Spitzenstudent bereits Prinzessin Miranda geheiratet hatte und nun der königliche Gemahl war, ein Favorit des Kaisers!

Ich wollte sofort hinüberlaufen und ihn zur Rede stellen, ihn fragen, warum er jemand anderen geheiratet hatte, während Valerie gerade verstorben war. Aber angesichts meines derzeitigen Status wusste ich, dass ich keine Chance hatte. Ich musste auf eine Gelegenheit warten.

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Rache für die edle Dame

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