Kapitel 3
Nathan war nicht für Jane gekommen.
Er hatte sie nicht bemerkt und den behandelnden Arzt gewaltsam fortgebracht.
Janes Bewusstsein schwand wieder in die Dunkelheit.
Als sie erwachte, strömte Tageslicht ins Zimmer.
Flüstern der Krankenschwestern erreichten sie. „Hast du gehört? Im nächsten Zimmer hat letzte Nacht ein Typ jeden anwesenden Arzt gerufen, weil seine Freundin Schmerzen hatte.“
„Es stellt sich heraus, dass sie schwanger ist. Er war so begeistert, dass er jedem Arzt eine Prämie von zehntausend Dollar gab. Schade, dass ich nicht im Dienst war!“
Nachdem sie gegangen waren, zog Jane ihre Lippen bitterironisch zu einem Lächeln.
Nathan war überglücklich über Claires Schwangerschaft.
Als Jane ihm sagte, dass sie schwanger war, verdüsterte sich sein Gesicht, und er rauchte den ganzen Tag in ihrem Zimmer.
Jane konnte sich nicht zurückhalten und ging ins nächste Zimmer.
Darin versuchte Nathan, Claire dazu zu bringen, etwas Brühe zu schlürfen. „Komm schon, nur ein Schluck.“
Claire bemerkte Jane zuerst an der Tür und erhöhte ihre Stimme. "Auf keinen Fall! Es ist deine Schuld, Nathan. Du warst letzte Nacht so ruppig, und jetzt fühle ich mich schrecklich!“
Sie warf ihm eifersüchtig einen Kissen nach.
Die Schüssel kippte, und Brühe spritzte Nathan überall an.
Er wurde nicht wütend. Seine Augen strahlten eine Zärtlichkeit aus, die Jane noch nie gesehen hatte. „Okay, meine Schuld. Aber du musst an unser Baby denken.“
Claire drehte sich mit einem paff weg. „In Ordnung, ich werde es trinken, aber nur, wenn Jane es selbst macht!“
Nathan küsste sie verwöhnt auf die Stirn. „Alles, was du willst.“
Ein paar Momente später klingelte Janes Telefon. „Schatz, Claire möchte, dass du ihr Brühe kochst. Ich hole sie in einer Stunde ab.“
Jane legte auf, ohne ein Wort zu sagen.
Nathan schrieb ihr eine Nachricht. „Sie ist schwanger. Sei der Größere“
Ihr Magen verkrampfte sich, und ohne zu zögern, sperrte und löschte sie alle seine Kontaktdaten.
Jane holte ihre Medikamente ein und kehrte zum Villa zurück, um ihre Sachen zu packen.
Nathan wartete mit seinen Leibwächtern vor der Küche, zwei von ihnen hielten Holzurnen in den Händen.
Als er sie sah, hob er eine Hand.
Ein Bodyguard, der das Signal befolgte, goss den Inhalt einer Urne in die Spüle.
Janas Augen weiteten sich, und sie stürzte sich nach vorne, aber ein anderer Wächter hielt sie auf. „Nathan, was machst du da!“
„Brühe kochen, Schätzchen.“ Seine sanfte Stimme trug eine unbestreitbare Anweisung in sich.
„Nathan!“ Jane's Brust hechelte, ihre Augen glühten rot. „Bist du verrückt? Das sind meiner Eltern Asche! Wenn du sie berührst, werde ich dir niemals vergeben, auch im Tod nicht!“
„Ich mag es nicht, mich zu wiederholen.“ Nathan hob seine Hand wieder, und die zweite Urne, ihre Mutterasche, wurde in die Spüle gegossen.
Ein Leibwächters Hand schwebte über dem Wasserhahn. Ein Drehen, und die Asche würde weggewaschen.
Schmerz wie ein Messer durchbohrte Janes Herz.
Sie rief: „Ich werde die Brühe machen! Sag ihnen, sie sollen aufhören!“
Jane hatte ihr Leben lang noch nie gekocht.
Die erste Brühe war zu salzig, sagte Claire.
Die zweite war zu fade.
Nathan brachte die dritte persönlich vorbei.
Jane zitterte, als sie versuchte, die Asche ihrer Eltern aus der Spüle zu retten.
Aber dann erhielt ein Bodyguard einen Anruf von Nathan. „Ma'am, Herr Cross sagt, das sei eine Bestrafung dafür, ihn geblockt zu haben.“
„Was wirst du tun!"
Der Wächter drehte den Hahn auf, und das Rauschen des strömenden Wassers hallte durch die Küche.
Janens Ohren summten, als sie den Leibwächter in einem Wutanfall zur Seite stieß.
Es war zu spät.
Sie sah hilflos zu, wie das Wasser die Asche im Abfluss wegwirbelte.
„Nein!“ Sie streckte die Hand aus, doch die letzten Spuren glitten ihr durch die Finger.
Jane stürzte auf die Knie, Tränen liefen über ihr Gesicht, ihre Stimme war heiser. „Mama… Papa… Es tut mir leid. Ich hätte niemals mit Nathan zusammen sein sollen. Es tut mir so leid…“
Trauer überkam sie, und die Dunkelheit ergriff sie, als sie ohnmächtig wurde.