Kapitel 3

Elisa stieß die schweren Eichentüren des Manhattan-Penthouses auf.

Die Lichter mit Bewegungssensor flackerten auf und warfen einen kalten, sterilen Schein auf die riesige Fläche aus weißem Marmor. Sie streifte ihre Stöckelschuhe ab. Ihre nackten Füße landeten auf dem dicken Teppich, doch die Wohnung fühlte sich an wie ein Eisschrank.

Sie ging geradewegs an dem riesigen Familienporträt vorbei, das im Foyer hing. August hatte eine halbe Million Dollar für dieses Ölgemälde bezahlt. Es war nichts als eine Lüge auf Leinwand.

Sie betrat das dunkle Arbeitszimmer. Hinter dem massiven Mahagoni-Bücherregal zog sie eine dicke Enzyklopädie hervor. Ein verstecktes digitales Tastenfeld leuchtete auf.

Sie gab eine komplexe Zahlenfolge ein. Die schwere Stahltür des Wandsafes klickte auf.

Elisa ignorierte die Samtschatullen mit Diamanten und Smaragden. Sie griff ganz nach unten und zog einen vergilbten Manila-Umschlag hervor.

Sie zog die Dokumente heraus. Die fetten schwarzen Buchstaben am oberen Rand lauteten: Ehe- und Zeitvertrag. Dauer: Sieben Jahre.

Sie blätterte zur letzten Seite. Ihre Finger fuhren die unordentliche Unterschrift des verstorbenen Baron Chambers III nach, und direkt darunter Augusts scharfe, aggressive Handschrift.

Elisa ging zu dem eleganten Drucker in der Ecke. Sie drückte die Kopiertaste. Das grüne Licht wanderte hin und her und erhellte den dunklen Raum.

Das Gerät spuckte die warmen Seiten aus. Sie heftete sie zusammen und legte den Stapel perfekt in die Mitte von Augusts riesigem Schreibtisch.

Das Tastenfeld der Eingangstür piepte. Schwere, eilige Schritte hallten über den Marmorboden.

August kam ins Wohnzimmer und lockerte aggressiv seine Krawatte. Der aufdringliche Duft der VIP-Luxuskerzen des Krankenhauses hing in seiner Kleidung und vermischte sich mit dem Geruch von sterilem Alkohol.

Er sah das Licht, das aus dem Arbeitszimmer drang, und runzelte die Stirn. Er marschierte hinein.

„Du hast deine Schicht früher beendet", fuhr August sie an, seine Augen voller Ärger.

Elisa widersprach nicht. Sie schob den zusammengehefteten Vertrag einfach über das glatte Holz des Schreibtisches, bis er direkt vor seinen Fingerspitzen zum Liegen kam.

August blickte auf das Deckblatt hinab. Er verdrehte die Augen.

„Noch eine Änderung des Treuhandfonds?" Er stieß ein raues, spöttisches Lachen aus. Er stemmte beide Hände auf den Schreibtisch und beugte sich vor, um sie von oben herab anzustarren.

„Deine kaltblütige Vorstellung heute Abend im Krankenhaus war nur eine Verhandlungstaktik, nicht wahr?", höhnte er. „Du willst mehr Geld."

Elisa blickte zu ihm auf. Ihre Augen waren schmerzhaft klar.

„Ich will die Scheidung", sagte sie gleichmütig. „Der Vertrag läuft in drei Tagen aus."

August erstarrte für den Bruchteil einer Sekunde. Dann warf er den Kopf in den Nacken und lachte. Es war ein grausames, abfälliges Geräusch.

„Du bist erbärmlich", sagte er. „Diese dramatische, aufmerksamkeitsheischende Nummer wird langsam alt, Elisa."

Er öffnete das Dokument nicht einmal. Er schlug mit dem Handrücken gegen den Papierstapel. Die Blätter flogen vom Schreibtisch und verteilten sich auf dem teuren Perserteppich.

„Ich habe keine Zeit für deine verzweifelten Spielchen", sagte er und drehte ihr den Rücken zu.

Bevor er zwei Schritte machen konnte, summte sein Handy. Ein spezieller Klingelton erfüllte den Raum. Allena.

August nahm den Anruf entgegen, seine Stimme wurde zu einem widerlich süßen, sanften Flüstern. „Ich bin hier, Baby. Tut es weh?"

Eine hektische, atemlose Stimme drang leise aus dem Hörer. „August ... der Arzt sagt, es könnte eine Komplikation geben. Ich habe solche Angst. Bitte komm zurück."

Sein Gesicht verkrampfte sich vor lauter Panik. Er wirbelte herum und ignorierte die Papiere auf dem Boden vollkommen. Er sah Elisa nicht einmal an.

Er schnappte sich seine Autoschlüssel vom Beistelltisch und rannte aus der Wohnung.

Die Eingangstür schlug ins Schloss. Der Schall hallte gewaltig durch das leere Penthouse.

Elisa saß vollkommen still in dem Ledersessel. Sie blickte auf die verstreuten Papiere auf dem Boden. Ihre Augen waren vollkommen trocken.

Sie bückte sich und hob die Seite mit den Unterschriften auf. Sie starrte auf das Datum, und ein langsames, eisiges Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus.

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Die ungewollte Ehefrau ist eine Milliardärin

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