Kapitel 3

Am nächsten Morgen war die Fahrt zum Krankenhaus wie im Nebel. Carolines Verstand war wie betäubt, hing fest in einer Schleife von Prestons „braves Mädchen" und dem triumphierenden Lächeln ihrer Mutter. Sie fühlte sich wie eine Marionette, deren Fäden von allen um sie herum gezogen wurden.

Als sie das Krankenhaus betrat, vibrierte ihr Telefon. Eine Nachricht von Brenna.

Heute mehr Männer in Anzügen. Die Intensivstation ist streng abgeriegelt. Sei vorsichtig.

Caroline seufzte und ging zum Aufzug. Der Flügel der Intensivstation war noch angespannter als am Vortag. Die Wachen am Ende des Ganges waren anders – größer, gemeiner, trugen schwerere Waffen. Sie überprüften ihren Ausweis dreimal, bevor sie sie durchließen.

Sie stieß die Tür zu Zimmer 3 auf und blieb stehen.

Dr. Simon Adler, der behandelnde Arzt, stand am Bett und flüsterte dringend mit Jarrod Romero.

Romero trug dieselbe Kampfuniform, aber heute wirkte er noch angespannter. Seine Hände waren hinter dem Rücken verschränkt, die Knöchel weiß. Sein Kiefer war so fest zusammengebissen, dass ein Muskel in seiner Wange zuckte.

Beide blickten auf, als sie eintrat.

Caroline erstarrte im Türrahmen. Die Luft im Raum fühlte sich dick an, geladen mit einer unausgesprochenen Spannung. Dr. Adler wirkte nervös, verlagerte sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen. Romero sah einfach gefährlich aus.

„Schwester Thompson", sagte Dr. Adler und räusperte sich. „Der Colonel hat gerade den Fortschritt des Patienten überprüft."

Caroline nickte, ihrer Stimme nicht trauend. Sie ging zu den Monitoren, ihre Augen auf die Bildschirme gerichtet. Sie spürte Romeros Blick auf sich, schwer und prüfend. Es war dasselbe Gefühl, das sie gestern auf dem Flur gehabt hatte – wie von einem Suchscheinwerfer erfasst zu werden.

„Der Medikationsplan muss angepasst werden", sagte Romero mit tiefer Stimme. „Er ist zu stark sediert. Ich brauche ihn bis 18:00 Uhr bei klarem Verstand."

„Colonel, wenn wir die Sedierung reduzieren, werden seine Schmerzwerte –", begann Dr. Adler.

„Ich bin mir der Risiken bewusst, Doktor", unterbrach Romero ihn, sein Ton ließ keinen Raum für Diskussionen. „Passen Sie die Dosis an. Das ist ein Befehl."

Dr. Adler schluckte schwer. „Ja, Sir."

Romero drehte sich um und ging zur Tür. Als er an Caroline vorbeiging, blieb er stehen. Er war nah genug, dass sie ihn wieder riechen konnte – Zeder, Schießpulver und etwas ausgesprochen Männliches. Ihr Puls setzte einen Schlag aus.

Er blickte auf sie herab. Seine grauen Augen waren undurchdringlich, aber es lag eine Intensität in ihnen, die ihr den Atem stocken ließ.

„Passen Sie auf sich auf, Schwester", sagte er leise. „Die Wände haben Ohren."

Dann war er weg. Die Tür klickte hinter ihm zu, und Caroline stieß einen zittrigen Atemzug aus.

Was bedeutete das? Sie blickte sich im Raum um, plötzlich paranoid. Die Wände haben Ohren? Warnte er sie vor etwas? Oder jemandem?

Sie wandte sich wieder dem Bett zu. Lieutenant Petersen beobachtete sie, seine Augen klarer, als sie es in der Nacht zuvor gewesen waren.

„Wir alle vertrauen dem Colonel", krächzte Petersen, seine Stimme schwach. „Er ist... entschlossen. Machen Sie einfach Ihre Arbeit, und er wird sich um den Rest kümmern. Bitte, seien Sie vorsichtig. Diese Welt... sie ist nichts für Zivilisten."

Caroline starrte ihn verwirrt an, aber Petersen hatte bereits die Augen geschlossen, sein Atem beruhigte sich, als der Schlaf ihn wieder einholte.

Sie stand einen langen Moment da, ihre Gedanken rasten. Sie war heute ins Krankenhaus gekommen und hatte sich von ihrer Familie gefangen gefühlt, von Preston gefangen. Jetzt, da sie in diesem Raum mit einem verwundeten Soldaten und einer kryptischen Warnung von einem furchterregenden Colonel stand, wurde ihr klar, dass sie in etwas viel Gefährlicherem gefangen sein könnte.

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Blitzheirat mit dem Alpha-Colonel

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