Kapitel 3

In diesen drei Jahren waren sie zwar nicht öffentlich, aber sie unterschieden sich nicht von gewöhnlichen Ehepaaren.

Jeden Morgen wählte sie für ihn einen Anzug aus und band ihm die Krawatte. Dann gingen sie gemeinsam zur Firma.

Am Abend meldete er beim Geschäftsessen seinen Reiseplan.

Jede Nacht fanden sie Trost in den Armen des anderen, manchmal duschten sie intim. Jeden Abend gab es einen Gute -Nacht- Kuss vor dem Schlafengehen, der nie fehlte.

An ihrem Hochzeitstag, zum Valentinstag und zu Geburtstagen hat er nie vergessen, Geschenke zu überreichen.

Was sie auch möchte, erfüllte er alles.

Romantik und Rituale, er füllte alles.

Er hat alles getan, was ein perfekter Ehemann tun sollte.

Sogar sie selbst dachte, dass die Tage immer so glücklich weitergehen würden.

Aber dann kam Galila zurück.

Deshalb musste alles zu Ende gegen.

Also war die Frauenstimme am Telefon gestern wahrscheinlich Galila's Stimme.

Haben sie sich schon längst wieder in Verbindung gesetzt?

In dem Monat, in dem er auf Geschäftsreise war, waren sie die ganze Zeit zusammen.

Sind sie gestern gemeinsam aus dem Ausland zurückgekehrt?

War er gestern Abend bei Galila?

Wenn Sabrina an all das dachte, wurde es in ihrem Herzen eiskalt. Tirion zerfleischte ihr Herz Stück für Stück wie mit einem Messer, bis es blutig und zerrissen ist.

„Mach dir keine Sorgen, Sabrina. Selbst wenn wir uns scheiden, bist du immer noch ein Mitglied der Familie Tirion und die Schwester, die mir am meisten am Herzen liegt."

Schwester?

Drei Jahre Ehe, drei Jahre gemeinsames Schlafen in einem Bett. Am Ende musste man doch wieder auf die Position der Schwester zurücktreten.

Wie konnte sie das hinnehmen?

„Wir werden sehen." In ihrem Herzen ertönte ein selbstironisches Lächeln. Sie senkte ihren Blick und weichte aus.

Tirion streckte die Hand aus und zupfte an seinem Kragen. Mit tiefem Blick sah er sie an. „Übrigens, was wolltest du mir eben sagen?"

Sabrina blätterte lässig in der Handakte. Ein schwaches Lächeln spielte um ihre Lippen. "Nichts. Der Plan für die Markteinführung der neuen Kleidungssaison war bereits fertig. Eigentlich gab es einen Punkt, der nicht festgelegt werden konnte. Ich wollte ihn mit dir besprechen. Aber jetzt habe ich bereits eine gute Lösung gefunden"

Manche Worte waren nicht mehr nötig zu sagen.

„Gut, danke für deine Mühe."

Als Markendirektorin der Blakeli Gruppe zweifelte er nicht an ihren beruflichen Fähigkeiten.

Sie war von Natur aus für diesen Beruf gemacht. Alle Produkte, die durch ihre Hände gingen, ob Schmuck, Kleidung, Spiele oder elektronische Produkte, wurden ohne Ausnahme alle zu einem Riesenerfolg.

„Das ist meine Pflicht. Gut, ich gehe jetzt zur Arbeit."

Sabrina atmete tief ein und drehte sich ruhig um. Mit jedem Schritt ging sie fest und sicher und versuchte, die Gelassenheit auf ihrem Gesicht zu bewahren.

„Komm mit." Nachdem Tirion das gesagt hat, ging er nach oben, um sich umzuziehen.

Der Schritt von Sabrina stockte. Ein Gefühl der Bitterkeit steigte in ihrer Kehle auf. Im Nu wurden ihre Augen rot.

Wie konnte er es schaffen, so ruhig zu bleiben, nachdem er die Scheidung von ihr gefordert hat, und sie noch einladen, zusammen zur Arbeit zu gehen?

Seine Liebe zu ihr war nicht existent.

„Es ist in Ordnung. Nein, da wir bald scheiden werden, sollten wir vorsichtig sein und es vermeiden, dass uns jemand sieht."

Nach diesen Worten Sabrina schnell.

Sie hatte Angst, dass sie in der nächsten Sekunde vor Tiron die Fassung verlor.

Das durfte nicht sein.

Nach jener Nacht fand er sie vernünftig und gehorsam und deshalb heiratete er sie.

Nur, mein Schatz, es tut mir leid. In Zukunft hast du nur noch Mama.

Hinter ihr beobachtete er ihre leicht unordentlichen Schritte und runzelte kaum sichtbar die Stirn.

Als sie in der Garage ankam, öffnete sie die Tür des Fahrersitzes. Statt sofort den Motor zu starten, öffnete sie ihren Facebook.

Sie scrollte hinunter und entdeckte schließlich etwas Auffälliges.

Tirion selbst und viele seiner Freunde mochten es nicht, in ihrem Facebook zu posten, aber es gab ein oder zwei Ausnahmen.

Eduard Dorsch war eine dieser Ausnahmen.

Sabrina sah, dass sein gestriger Facebook ein Foto von einem Tisch voller edler Weine enthielt. Der Text lautete: „Willkommen, Galila, zurück im Land!" Bald können wir die Hochzeitsbonbons von Tirion essen!"

Danach gab es noch ein Glückwunsch-Emoji.

Unten war der Standort das Clubhaus, wo sie sich oft trafen. Platsch.

Eine Träne fiel auf den Handybildschirm und reflektierte ein bizarr buntes Regenbogenlicht.

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Narben einer zerbrochenen Bindung

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